Das dem Daoismus entspringende, alles umfassende Prinzip von Yin und Yang, das sich auch in der TCM wiederfindet, ist den meisten Menschen im Westen bereits bekannt. Von den fünf Elementen oder fünf Wandlungsphasen jedoch haben viele bisher nicht viel gehört. Dabei ist diese Lehre ebenso wichtig für das Verständnis der TCM und der Akupunktur wie das Prinzip von Yin und Yang.
Die chinesische Philosophie und auch das Leben in China ist nach wie vor geprägt von einigen Lehren, die die Grundlage für alle anderen Lehren bilden. Eine dieser grundlegenden Lehren ist die der fünf Elemente. Gemäß ihrer Annahmen bilden fünf Elemente die Basis allen Seins auf der Welt: Feuer, Wasser, Erde, Metall und Holz. Diese Elemente sind untrennbar miteinander verbunden, sie alle beeinflussen sich direkt oder indirekt. Aus einem Element entsteht ein zweites, ein Element nährt ein anderes und kann ein wieder anderes zerstören. In der TCM sind den Elementen Organe zugeordnet. Solange alle Elemente gleich stark sind, sich die Funktion der einzelnen Organe untereinander also ausgleicht, ist der Körper gesund und stark. Oder anders ausgedrückt: Das Qi ist im Fluss. Anders sieht es aber aus, wenn ein Element die Oberhand gewinnt oder schwächer wird: Dann ist das Gleichgewicht der Elemente nicht mehr gegeben, das Qi gestört, eine Krankheit bricht aus. Demzufolge ist es die Aufgabe der TCM, das schwache Element zu stärken oder das zu starke Elemente zu schwächen. Hier kommt u.a. die Akupunktur ins Spiel: Durch die Aktivierung oder Blockierung einzelner Akupunkturpunkte können die Elemente entsprechend geregelt und das Gleichgewicht im Körper wiederhergestellt werden.