Die Akupunktursitzung
Viele Menschen, die bisher noch nicht mit Akupunktur in Berührung gekommen sind, haben Vorbehalte oder Ängste in Bezug auf die Akupunktur - was durchaus verständlich ist, schließlich ist es in unserer Schulmedizin relativ unüblich, sich mit Nadeln spicken zu lassen. Wobei spicken überhaupt nicht der richtige Begriff ist: In der Regel kommen nicht mehr als 16 Nadeln zum Einsatz, der Akupunkteur ist immer bestrebt, so wenig Nadeln wie möglich zu verwenden. Die Nadeln selbst sind je nach Größe und Anwendungsgebiet etwa 0,20 bis 0,35 mm dick, also etwa halb so dick wie eine normale Injektionsnadel. Aufgrund der geringen Nadeldicke ist ein Einstich in der Regel nicht zu spüren.
Bevor eine Akupunkturbehandlung beginnt gilt es zunächst einmal, einen passenden Akupunkteur zu finden. Hilfreich hierbei sind die Krankenkassen, aber auch Verbände und Vereinigungen wie etwa die Deutsche Ärztegesellschaft für Akupunktur e.V. Den Anfang der Behandlung bildet zunächst immer ein Gespräch mit dem Akupunkteur in einem ruhigen Behandlungsraum, in dem der Gesundheitszustand, also auch die Erkrankung und ihre Symptome, abgeklärt werden. Danach wird ein Therapieplan erstellt und die zu nadelnden Punkte bestimmt. In bequemer Haltung, entweder im Sitzen oder Liegen, beginnt dann die eigentliche Akupunktur.
Die Punkte, an denen gestochen werden soll, bereitet der Akupunkteur durch eine leichte Druckmassage vor. Die Nadeln werden meist nur oberflächlich in die Haut eingebracht, in der Regel lediglich wenige Millimeter. Dabei werden sie auch nicht nur einfach an einem Punkt eingestochen, sie werden vielmehr eingedreht, wobei die Drehrichtung darüber entscheidet, ob ein Akupunkturpunkt aktiviert oder blockiert wird. Je nach Art der Anwendung und je nach Erkrankung verbleiben die Nadeln für etwa 20 bis 30 Minuten in der Haut. Nachdem die Nadeln entfernt wurden, sollte der Patient noch für einige Minuten in ruhiger Position verharren.
Je nach Erkrankung und ihrer Schwere umfasst eine vollständige Therapie 10 bis 15 Sitzungen. Eine Verbesserung des Wohlbefindens ist meist schon nach der ersten Sitzung spürbar, die Behandlung sollte dann aber noch nicht abgebrochen werden. Der Erfolg der Behandlung kann dauerhaft anhalten, in manchen Fällen ist aber eine erneute Therapie nach 6 oder 12 Monaten notwendig. In diesen Fällen reichen allerdings schon wenige Sitzungen, um wieder gewohnt schmerzfrei zu sein.
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Akupunktur oder Schulmedizin?