Eine der grundlegenden Annahmen der TCM besteht darin, dass der Körper von bestimmten Energiebahnen, den Meridianen, durchzogen ist, auf denen insgesamt 365 Akupunkturpunkte angeordnet sind. Die Punkte sind mit einem oder mehreren Organen oder Körperteilen verbunden und können diese demzufolge beeinflussen. Treten Störungen an einem Akupunkturpunkt auf, hat das auch Einfluss auf das Organ oder den Körperteil, das bzw. der mit diesem Punkt verbunden ist. Man unterscheidet zwölf Hauptmeridiane, die sich spiegelbildlich auf beiden Körperseiten befinden. Weitere Akupunkturpunkte kommen aufgrund von acht Extrameridianen und Extrapunkten hinzu.
Die Meridiane und Akupunkturpunkte hängen eng mit dem System von Yin und Yang zusammen: So hat das Körperinnere ebenso wie die Organe, in denen Stoffe gespeichert werden, eine Yin-Qualität. Das Äußere des Körpers und auch die sogenannten Hohlorgane verfügen über eine Yang-Qualität. Beide Qualitäten müssen sich ausgleichen: Ist also ein Yin-Organ krank, muss die Funktion seines Yang-Gegenparts etwas gedrosselt werden, damit wieder ein Gleichgewicht herrschen kann. Das funktioniert durch die Akupunktur, da jedes Organ einem Meridian und bestimmten Akupunkturpunkten zugeordnet ist, die durch die Akupunktur angesprochen werden können. Da jeder Meridian auch einer bestimmten Pulstastelle am Handgelenk zugeordnet ist, kann bereits eine Pulsdiagnose Aufschluss darüber geben, welcher Meridian und damit welches Organ eine Fehlfunktion aufweist.