Bei der Schädelakupunktur muss unterschieden werden in die Schädel-Akupunktur der TCM und neuere Stilrichtungen, die zum Teil andere Zielsetzungen oder andere Ansätze verfolgen. Die klassische Schädel-Akupunktur entstand in China, ist aber eine eher neue Weiterentwicklung der Akupunktur bzw. der TCM. Erste Forschungen diesbezüglich fanden in den 1960er Jahren statt, als einen der wichtigsten Vertreter ist der chinesische Neurologe Dr. Jiao Shun-fa zu nennen.
Bei der Schädelakupunktur sticht der behandelnde Arzt nicht mehr die einzelnen Akupunkturpunkte sondern Linien, die parallel zur Schädeldecke verlaufen. Grundlage dieses Vorgehens ist nicht etwa die Annahme, dass jeder der Punkte für einen Körperteil steht sondern vielmehr die Lokalisation zerebraler kortikaler Funktionsfelder. Im Prinzip werden auf diese Weise also die Funktionsfelder des Gehirns angesprochen, die in der westlichen Schulmedizin durch Elektrotherapien stimuliert werden würden. Kein Wunder, dass diese Therapie häufig auch in Kombination mit Elektrostimulation Anwendung findet. Angewendet wird die Schädelakupunktur vor allem bei neurologischen oder logopädischen Störungen, aber auch bei Erkrankungen der inneren Organe, der Sinnesorgane, im traumatischen oder posttraumatischen Bereich oder zur Anästhesie.