Allergene

Als Allergen werden Substanzen bezeichnet, die eine Überempfindlichkeitsreaktion des Immunsystems, eine sogenannte allergische Reaktion, auslösen. Da die verschiedenen Allergene keine chemischen Gemeinsamkeiten haben, ist es auch nicht realisierbar, eine entsprechende chemische Substanz zu entwickeln, die Allergene zerstören könnte. Die häufigsten der bekannten Allergene sind Eiweiße oder Eiweißverbindungen.

Eine Allergie entsteht, wenn das Immunsystem auf den Kontakt mit dem Allergen mit der Bildung von Immunglobulin-E-Antikörpern reagiert. Gegenüber einer solchen allergischen Reaktion bewirken sogenannte Pseudoallergene eine direkte Reaktion, ohne dass Immunglbulin-E-Antikörper beteiligt sind. Diese kurz IgE genannten Antikörper sind aber erforderlich, um ein Allergen über entsprechende Haut- und Bluttests zu identifizieren. Gerade im Bereich der weitverbreiteten Nahrungsmittelallergien lassen sich Pseudoallergien daher nur durch eine Auslassdiät und eine anschließende Provokation, das heißt durch eine Gabe der verdächtigen Auslöser, diagnostizieren. Typische Auslöser für Pseudoallergien sind Farb- und Konservierungsstoffe, aber auch Substanzen wie biogene Amine, Benzoesäureverbindungen und Aromastoffe.

Grundsätzlich kann jede in der Umwelt vorkommende Substanz als Allergen und damit als Auslöser einer Allergie auftreten. Blütenpollen, Hausstaubmilben, Tierhaare oder bestimmte Lebensmittel als Allergieauslöser sind den meisten Menschen geläufig. Daneben können aber auch heftige, zum Teil lebensbedrohliche allergische Reaktionen zum Beispiel durch Haarshampoo, Sonnenlicht oder sogar den eigenen Partner ausgelöst werden. Insgesamt sind bis heute rund 20.000 Substanzen als potenzielle Allergieauslöser bekannt. Die bekanntesten allergischen Symptome sind im Bereich der Augen eine Bindehautentzündung und Lidschwellungen. Im Bereich der Atemwege treten meist Heuschnupfen und Dauerschnupfen sowie Schwellungen der Atemwege und Entzündungen in Form von asthmatischen Beschwerden auf. Allergische Reaktionen im Magen-Darm-Trakt äußern sich durch Übelkeit, Durchfall und Magenschleimhautentzündungen. Die Haut ist betroffen in Form von auftretender Nesselsucht, Ödemen, Ekzemen und Neurodermitis.

Die häufigsten Allergene, die auch zu einer Anaphylaxie, der schwersten Form einer allergischen Reaktion führen können, sind im Lebensmittelbereich Nüsse und hier vor allem Erdnüsse. Häufig lösen auch Milch, Eier, Fisch, Schalentiere oder Soja Allergien aus. Davon abgesehen gilt auch hier, dass jedes Lebensmittel Allergie-Auslöser werden kann. Die Menge des Allergens beim Körperkontakt ist dabei nicht immer ausschlaggebend. In einigen Fällen reichen bereits kleinste Mengen des Allergens aus, um lebensgefährliche Reaktionen hervorzurufen. Dabei gibt es auch Allergiker, die derart stark sensibilisiert sind, dass sogar bereits der Geruch des entsprechenden Lebensmittels eine allergische Reaktion hervorruft. Auch die durch Stiche, beispielsweise von Wespen, Bienen oder Hornissen verabreichten Insektengifte können als Allergen lebensgefährliche Reaktionen verursachen. Als typische Anaphylaxieauslöser gelten auch Medikamente, wobei es keine Rolle spielt, ob diese verschreibungspflichtig oder frei verkäuflich sind. Besonders häufig werden allergische Reaktionen durch Antibiotika, Schmerzmittel sowie Narkose- und Röntgenkontrastmittel hervorgerufen.

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