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Allergie

Es war der Wiener Kinderarzt Freiherr Clemens von Pirquet, der Allergie im Jahre 1906 erstmals definierte als eine "veränderte Fähigkeit des Körpers, auf eine fremde Substanz zu reagieren". In seine Definition einbezogen hatte er damals sowohl verstärkte Reaktionen des Immunsystems wie auch verminderte oder ganz fehlende Reaktionen. Pirquet war damit der Erste, der erkannte, dass Antikörper nicht immer nur positive Aufgaben erledigen, sondern auch gegen den Körper gerichtete Überempfindlichkeitsreaktionen auslösen können.



Nach offiziellen Statistiken ist die Zahl der Allergiker in den letzten Jahren stetig gestiegen. Heute gibt es in Deutschland 24 bis 32 Millionen Allergiker. Etwa 12 Millionen Deutsche leiden unter Heuschnupfen, vier bis fünf Millionen Menschen und 15 Prozent der Kinder und Jugendlichen sind, ebenfalls als Folge einer Allergie, an Asthma erkrankt. In den USA ist allergisches Asthma heute bereits der häufigste Grund für Fehlzeiten der Kinder in der Schule.

Allergie
Allergie @iStockphoto/mkrberlin

Etwa die Hälfte der Allergiker sind sich noch nicht einmal ihrer Krankheit bewusst, in entsprechender Behandlung ist gerade einmal ein Viertel der Erkrankten. Dabei sind Allergien und deren Folgen beileibe keine Bagatellen. In der heutigen Definition stellt eine Allergie eine überschießende Reaktion des Immunsystems gegen bestimmte körperfremde Substanzen aus der Umwelt dar. Eine normale Reaktion des Immunsystems ist die Bildung und Aktivierung von Antikörpern beim Eindringen von zum Beispiel Krankheitskeimen in den Körper. Eine überschießende Reaktion, also eine Allergie liegt vor, wenn die körpereigene Abwehr auf solche Substanzen reagiert, die eigentlich gar keine Gefahr für den Körper und die Gesundheit darstellen.

Die schwerste und gefährlichste Form einer allergischen Reaktion ist die sogenannte Anaphylaxie. Dabei ist der gesamte Körper mit seinen Organen betroffen. Anfällig sind vor allem die Haut, die Atemwege, der Magen-Darmtrakt und auch das Herz-Kreislauf-System. Die zum Teil lebensbedrohlichen allergischen Symptome können dabei akut, innerhalb von wenigen Minuten nach dem körperlichen Kontakt mit dem auslösenden Allergen, auftreten. Die Anaphylaxie gilt somit als ein medizinischer Notfall, der eine sofortige ärztliche Behandlung erfordert.

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