Unsere Augen sind nicht nur ein wertvolles Sinnesorgan, mit ihnen nehmen wir auch Kontakt zu anderen Menschen auf. Nicht umsonst heißt es auch, ein Blick sagt mehr als tausend Worte: Die Augen unterstützen unsere Kommunikation und sorgen dafür, dass unser Gesprächspartner auch ohne Worte verstehen kann. Wenn unsere Augen müde sind, verlieren wir nicht nur an beruflicher Leistungsfähigkeit, wir verlieren dabei auch an Ausstrahlung, wirken müde und abgespannt, selbst wenn wir uns eigentlich fit fühlen. Ein Gesprächspartner bekommt so möglicherweise einen ganz falschen Eindruck von uns.
Leidet man regelmäßig unter geschwollenen und geröteten Augen ist der Weg zum Arzt unumgänglich. Schmerzende Augen können nämlich auch ein Indiz für ernsthafte Krankheiten und Allergien sein. Auch Erkrankungen der Augen selbst wie etwa Hornhautverkrümmungen belasten beim Sehen. Häufig gehen solche Beschwerden mit Kopfschmerzen einher. Zur Beruhigung: Zumeist hat man einfach einen schlechten Tag erwischt und kann sich mit kleinen Tricks selbst helfen.
Erste Hilfe bei müden Augen
Wer schon morgens beim Aufstehen unter geschwollenen Lidern und Glubschaugen leidet, hat einen schweren Start in den Tag. Aber nicht verzagen, meistens können solche Beschwerden, die nicht selten auf eine durchgefeierte Nacht zurückzuführen sind, ganz leicht gelindert werden. Frei nach dem Motto „Frisch macht frisch!“ sollte man sich getrost ein paar Hände voll Wasser ins Gesicht spritzen. Das kalte Wasser hilft, den Lymphfluss anzuregen und trägt nebenbei erheblich zum Wachwerden bei. Der Abtransport von Lymphflüssigkeit ist deshalb wichtig, weil eine Ansammlung und Einlagerung der Flüssigkeit in vielen Fällen ursächlich für das morgendliche aufgedunsene Aussehen ist. Außerdem kann der Abtransport von Lymphflüssigkeit auch durch eine schnelle aber effektive Massage so richtig auf Touren gebracht werden: Man setze dabei die Fingerspitzen auf die Nasenspitze und streiche über die Nasenwurzel, die Jochbeine bis hin zu den Ohren. Von dort aus kann die Massage an den Seiten des Halses weitergeführt werden.
Kamille, Gurke, Avocado und Co.
Wer morgens genügend Zeit hat, kann auch gleich mit einer Gesichtsmaske in den Tag starten. Dabei ist der Zeitaufwand gar nicht so riesig wie man sich vorstellt – gute zwanzig Minuten reichen schon aus, um Schwellungen rings um die Augen zu lindern. Klassisch ist dabei der Einsatz von Gurkenscheiben, die auf den geschlossenen Lidern platziert werden und neben Nährstoffen auch Unmengen an Feuchtigkeit spenden.
Bei Augen die im Laufe des Tages ermüdet sind, können auch Auflagen aus Kamilleteebeuteln, in Milch getränkte Wattepads und Avocadoscheiben helfen. Alle drei Mittelchen helfen, die gestressten Augen zu beruhigen. Davon abgesehen hilft diese gezielte Entspannung, die Augen zu entlasten und schnell wieder einen frischen Ausdruck zu bekommen.
Darüberhinaus sollte man bei Augencremes, die auf der zarten Haut rund um das Auge aufgetragen werden, auf Produkte zurückgreifen, die frei von Farb- und Duftstoffen sind. Auf diese Weise wird die empfindliche Haut nicht zusätzlichen Irritationen ausgesetzt. In jedem Fall sollten alle Cremes vorsichtig und behutsam angewendet werden, ein versehentlicher Augenkontakt kann auch bei milden Cremes zu einem unangenehmen Brennen führen.
Augengymnastik
Nicht nur für Sportskanonen empfiehlt sich Gymnastik für die Augen. Mit leichten Übungen wie Blinzeln und Kreisenlassen der Augen werden die Muskeln gelockert, sodass Verspannungen und Müdigkeit keine Chance mehr haben. Eine weitere Übung: Das Fokussieren. Richten sie dabei Ihren Blick abwechselnd von einem weit entfernten Gegenstand auf einen, der sich in ihrer Nähe befindet. Diese Übung sorgt für Ausgleich und macht müde Augen munter. Auch das bloße Schweifenlassen des Blicks ist eine willkommene Abwechslung für stark beanspruchte Augen. Abgewechselt werden sollte dieses verträumte in-der-Gegend-rumschauen wiederum mit dem bewussten Fokussieren von nahen und weit entfernten Objekten. So bieten sie Ihren Augen mehr Abwechslung als beim bloßen angestrengten Starren auf den PC-Monitor.
Akupressur
Akupressur ist eine wichtige Säule der japanischen und chinesischen Medizin. Laut der Theorie der Akupressur ist der gesamte menschliche Körper mit Druckpunkten übersät, die jeweils mit einem bestimmten Körperteil, Organ oder Muskel in Verbindung stehen. Bearbeitet man diesen Druckpunkt, kann man also gezielt entweder für eine Aktivierung oder eine Blockade sorgen.
Bei müden Augen empfiehlt sich der Punkt, der seitlich der Nasenwurzel und unterhalb des Ansatzes der Augenbraue liegt. Dieser kann mit leichtem Druck ausgiebig massiert werden, was für sofortige Entspannung sorgt. Außerdem kann auch die Augenbrauen-Partie selbst geknetet werden. Die Durchblutung der augennahen Partien wird auf diese Weise angeregt, was wiederum das bewirkt, was wir alle möchten: Wache, agile und ausdrucksstarke Augen.
Klopfmassage
Wer nun an eine unangenehme Massagetechnik denkt, der man sich – insbesondere morgens – lieber nicht aussetzen möchte, sei beruhigt: Unter einer Klopfmassage ist vielmehr das Auftragen von Ölen und Cremes zu verstehen, welche die Haut um die Augen verwöhnen sollen. Einfaches schnelles Einreiben reicht nämlich zumeist nicht aus, um die wertvollen Pflegestoffe in die Haut einzuarbeiten. Vielmehr werden die Substanzen dabei lediglich verschmiert und erreichen nicht ihren Bestimmungsort.
Bei einer Klopfmassage sollte man solange mit den Fingerspitzen sanfte, klopfende Bewegungen auf der Gesichtshaut ausführen bis die Creme oder das Öl eingezogen sind.
Palmieren
Das sogenannte Palmieren ist eine ganz besondere Übung: Hier werden die Augen nicht bewegt, die wohltuende Wirkung wird alleine durch das Ruhen der Augen erzeugt. Dazu legt man die Handflächen, die möglichst schön warm sein sollten, auf die geschlossenen Lider und genießt sowohl die abstrahlende Wärme als auch den Umstand, einmal die Augen vor jedweden Stress schließen zu können. Die Übung kann je nach Bedürfnis bis zu einer halben Stunde ausgedehnt werden. Oftmals sorgen aber bereits kleine Entspannungseinheiten dafür, dass man sich wieder erfrischt an die Arbeit (oder fertig für's Date) machen kann.