Oh Schreck: Viele Personen entdecken schon im zarten Alter von 25 Jahren erste graue Haare auf ihrem Kopf. Ein Umstand der einem leidig ins Gedächtnis ruft, dass der resignierende Spruch „Man wird eben nicht jünger“ auch auf einen selbst zutrifft. Dennoch: Verzweifeln muss man nicht, es gibt verschiedene Möglichkeiten, ergraute Haare zu kaschieren.
Die Vorstellung, dass sich die Farbe der Haare an sich im Alter verändert ist falsch. Vielmehr trifft zu, dass die Haare an Farbe verlieren. Der Stoff der hierbei eine entscheidende Rolle spielt ist das Melanin, ein Pigmentfarbstoff, den wir alle in uns tragen. Der Abbau von Melanin gehört zum natürlichen Alterungsprozess. In welchem Alter er beginnt, ist im Wesentlichen genetisch bestimmt. Es ist aber durchaus normal, dass schon im Alter von 30 Jahren der Prozess sichtbar wird.
Erste Hilfe bei „Ersten Grauen“
Ein „Kraut“, welches den Abbau des Melanins aufhält oder gar dauerhaft rückgängig macht, gibt es leider nicht. Das Einzige, was hier hilft, ist entweder Tönen und Repigmentieren.
Die Anwendung von Intensivtönungen empfiehlt sich vor allem dann, wenn man noch nicht vollständig ergraut ist. In diesem Fall kann man durch eine Tönung interessante Farbeffekte erzeugen. Die ergrauten Haare nehmen den Farbstoff nämlich intensiver an, als diejenigen, die noch den Naturton aufweisen. Am besten wird das Ergebnis, wenn die grauen Haare gleichmäßig verteilt sind.
Ist das Haar bereits vollständig ergraut, sollte man allerdings mit Tönungen vorsichtig umgehen. Hatte man zuvor nämlich relativ dunkles Haar und will diesen Farbton zurückbekommen, wirken Färbungen zumeist zu massiv und schwer. Außerdem muss man damit rechnen, dass aufgrund des Haarwachstums regelmäßig – etwa alle vier Wochen – ein unschöner grauer Ansatz erkennbar wird. Kaschieren lässt sich dieser mit speziellen Färbestiften oft nur unbefriedigend, da der richtige Farbton nur schwer nachzuempfinden ist. Aber nicht verzagen, auch bei vollständig ergrautem Haar kann man einiges tun, damit man wieder jünger aussieht und sich auch so fühlt: Feine Strähnchen, platziert im Deckhaar, sind eine gute Möglichkeit, dem „Farbhelm-Effekt“ zu vermeiden, aber dennoch frisch zu wirken.
Natürliche Farbe durch Repigmentierung
Eine ganz andere Option stellt das Repigmentieren dar – allerdings wiederum nur für Personen, die noch nicht vollständig ergraut sind. Bei dieser Methode werden dem Haar Schritt für Schritt die bereits abgebauten Pigmente wiedergegeben. Zwar sind hierfür mehrere Anwendungen notwendig – mit etwa drei bis sechs Anwendung in einem Abstand von jeweils ca. vier Tagen Abstand muss man schon rechnen – dafür wirkt der Übergang von ergrautem Haar zum alten Farbton aber auch besonders natürlich. Die Verwandlung geht langsamer vonstatten als bei einer Intensivtönung, sodass sie auch weniger auffällig für Außenstehende ist – Sie werden einfach langsam aber stetig wieder jünger auf Ihre Mitmenschen wirken. Manch ein Freund wird dabei lange rätseln müssen, wodurch diese Wirkung genau erzielt wurde.
Die Anwendung von repigmentierenden Mitteln ist dabei einfach: Sie werden ähnlich wie Tönungen auf das feuchte Haar gegeben und müssen etwa 15 bis 30 Minuten einwirken. Bei dieser Einwirkzeit gelangen Farbvorstufen in das Haar, die dem natürlichen Melanin ähneln und mit Sauerstoff reagieren. Durch diese Reaktion verändert sich die Farbe der Haare natürlich in Richtung des Naturtons. Zu beachten ist allerdings, dass diese Farbveränderung von Dauer ist und somit herauswächst, sodass man regelmäßig nachpigmentieren muss, um eine unschöne Ansatzentwicklung zu übertünchen. Für ehemals Hellblonde und Rothaarige ist die Methode der Repigmentierung allerdings nicht das Mittel der Wahl: Hellblonde müssen mit einem dunkleren Farbton als ihrem Naturton rechnen und Rothaarige erzielen aufgrund der Besonderheiten ihres Melanins lediglich einen Mischton, welcher zumeist unbefriedigend ausfällt.