Der eine oder andere Skeptiker mag sich bei den Hausmitteln aus Omas Erfahrungsschatz vielleicht fragen, wie die Menschen damals auf die Idee gekommen sind, die alltäglich gebräuchlichen Dinge für den Einsatz im Dienste von Schönheit und Frisurenpflege zu nutzen. Das ist ganz einfach: Sie hatten die industriell hergestellten Shampoos und Pflegeprodukte nicht zur Verfügung, die wir heute vom Supermarkt um die Ecke nach Hause tragen können. Da musste schon mal das für Opa eingekaufte Fläschchen Bier herhalten, wenn sich die Frauen des Hauses für die abendliche Feier ein bisschen Halt und Glanz ins Haar zaubern wollten. Niemand weiß heute mit Sicherheit, wann und wo diese Kurspülung der etwas anderen Art zum ersten Mal angewendet wurde, denn meistens kamen diese Effekte durch Zufall ans Tageslicht.
Brennnessel für Glanz und Geschmeidigkeit
Auch Essig erfreute sich Haarspülungen großer Beliebtheit unter den natürlichen Haarspülungen, er sollte dem Nachfetten vorbeugen. Später nutzte man auch den Sud überbrühter Brennnesseln dazu, das Haar länger frisch und weniger fettig zu halten. Das rief die findigen Drogisten auf den Plan, die daraus die Idee des heute noch üblichen Brennnesselhaarwassers entwickelten. Auch Spülungen mit Kamillentee brachten nicht nur seidigen Glanz ins Haar, sondern sorgten nebenbei noch für einen „appetitlichen“ Duft.
Schaut man sich die Palette der modernen Haarwaschmittel und Spülungen genauer an, kommt man schnell dahinter, dass die alten Hausmittel wieder voll im Trend liegen. Jedes zweite Shampoo und Duschgel setzt auf die Wirkung der Extrakte aus Blüten und Früchten. So sorgt der Saft der auch ansonsten der Gesundheit wohltuenden Zitrone für einen angenehmen Duft, zarten Glanz und regt gleich noch nebenher die Durchblutung der Kopfhaut an, was wiederum die Gesunderhaltung der Haarwurzeln und das Haarwachstum erhöht. Zusammen mit Glyzerin soll Zitrone sogar eine gute Wirkung gegen Schuppen haben.
Die Milch macht‘s
Gehören Sie zu den Menschen, die sich jeden Morgen damit plagen, dass die Frisur strohig und widerspenstig in alle Himmelsrichtungen ragt? Dann könnte die Milchkur für Sie die passende Lösung sein. Die Mineralien aus der Vollmilch dringen in das Haar ein und die in der Milch enthaltenen Fette machen das Haar geschmeidig. Keine Angst, es wird weder klebrig, noch fühlt es sich fettig an, wenn man die Milchpackung maximal fünfzehn Minuten ziehen lässt. Außerdem kann man sich mit verdünnter Milch erst einmal langsam an ein optimales Ergebnis herantasten.
Ein ähnliches Wirkprinzip wird übrigens auch beim Schlagsahnebad genutzt. Was die Haut entspannt und sie weich und geschmeidig macht, wirkt auch auf die Haare in gleicher Weise.
Hausmittel für strapaziertes Haar
Sauna- und Erlebnisbadgänger kennen das Problem: Kopfhaut und Haare werden, wenn sie regelmäßig längere Zeit dem chlor- oder solehaltigen Wasser ausgesetzt sind, arg strapaziert. Kommt noch ein Solariumbesuch dazu, bedeutet das nur noch mehr Strapazen für Haut und Haar. Aber auch hier kann man mit den Hausmitteln aus Omas geheimem Ratgeber Abhilfe schaffen: Eine Mischung aus Eigelb, Zitronensaft, etwas Olivenöl und einem Schuss Bier hat schon bei manchem verzweifelten Menschen wahre Wunder bewirkt. Einfach als Spülung verwenden, einige Zeit einwirken lassen und wie jede andere Spülung auswaschen. Das bringt nicht nur den Glanz zurück, sondern gleich noch auf preiswerte Weise Schwung und Volumen in jede Frisur.
Bei den Hausmitteln für schönes Haar ist Ausprobieren gefragt. Wer mit Lebensmitteln experimentiert, kann keinen Schaden anrichten, der sich nicht binnen weniger Minuten beheben ließe, denn was für den Körper innerlich gut ist, kann äußerlich angewendet nicht schlecht sein.