Für viele Verbraucher ist die Gewährleistung einer artgerechten Tierhaltung einer der wesentlichsten Aspekte, die für den Kauf von Bio-Lebensmitteln sprechen. Gerade die Diskussion um die Haltung von Hühnern hat gezeigt, dass immer weniger Verbraucher bereit sind, niedrigere Preise zu akzeptieren, solange diese ausschließlich auf eine nicht-artgerechte Haltung zurückzuführen sind. In der konventionellen Landwirtschaft ist immer noch die Käfighaltung weit verbreitet, bei der die Tiere kaum über genügend Platz verfügen, um sich umdrehen zu können - ganz zu schweigen davon, dass sie ihren natürlichen Anlagen wie Scharren und Picken nicht nachgehen können. Bio-Eier stammen hingegen immer aus Freilandhaltung, die Hühner werden zu einem Großteil mit ökologisch angebautem Futter versorgt und dürfen keinerlei Medikamente verabreicht bekommen. Neben vielen anderen Vorschriften muss der Bio-Bauer seinen Hühnern zudem im Stall eine Fläche von sechs Quadratmetern pro Tier zur Verfügung stellen - ein Platzangebot, über das sich viele Käfighühner freuen würden.
Aber nicht nur für Hühner gibt es Mindeststandards bei der Haltung, Pflege und Versorgung. Für die Haltung jedes Nutztiers - sei es Rind, Schwein oder Bienen - gibt es spezifische Richtlinien, die eingehalten werden müssen, damit sowohl das gewonnene Fleisch als auch die tierischen Erzeugnisse als biologisch bzw. ökologisch deklariert werden dürfen. Die Rahmengestaltung diesbezüglich ist in der EG-Öko-Verordnung zu finden.