Drogen und Depressionen

Auch hier muss man sich die Frage stellen: "Was war zuerst da? Drogensucht oder Depression? Einfach aus folgenden Gründen. Es gibt Menschen, die mit Drogen ihre Depressionssymptome lindern und Andere, die wegen ihrer Drogensucht depressiv geworden sind.

Unter den Begriff Drogen fallen in diesem Zusammenhang alle Arten von Drogen. Also nicht nur Heroin und Kokain, sondern auch vermeintliche weiche oder legale Drogen wie Cannabis oder Alkohol. Auch der Missbrauch von Medikamenten, es sei denn, sie sind vom Arzt verordnet, gehört in diese Kategorie. Nun ist es unbestritten, dass zum Beispiel der Alkohol einem schwere Stunden erträglicher machen kann. Er entspannt, Probleme treten in den Hintergrund und nach ein paar Bierchen oder Gläsern Wein fühlt man sich einfach besser. Doch der Alkohol hat noch eine andere Seite, wie jede andere starke Droge auch. Er kann uns krank und abhängig machen. Und obendrein ist jede Droge ein Auslöser von Depressionen! Warum, erklären wir weiter unten in diesem Beitrag.

Wenn etwa ein Viertel der deutschen Bevölkerung, statistisch gesehen, einmal in ihrem Leben an einer Depression erkrankt und wenn man dann noch die extrem unterschiedlich starken Verläufe der Krankheit Depression betrachtet und wenn man dann noch weiß, dass ein sehr großer Teil von noch nicht diagnostizierten Depressiven sich selbst mit Alkohol, Haschisch oder etwas anderem selbst behandelt, kommt man nicht umhin, an dieser Stelle wirklich beide Seiten von Drogen mal grundsätzlich zu betrachten. Sie werden sehen, dass diese zur Selbstbehandlung von Depressionen nur sehr, sehr bedingt nützlich sind.

Jede Droge hat eine, nennen wir es mal, gute Seite. Sonst würde Niemand ein zweites Mal Drogen nehmen. Sie entspannen, helfen dem Alltag zu entfliehen, machen selbstbewusster, leistungsfähiger und noch viele Dinge mehr. Wenn Demjenigen, der das erste Mal zu Heroin greift sofort klar wäre, dass auch er diese Sucht nicht beherrschen wird und dass er eines Tages unter elendsten Umständen vor sich hin vegetieren könnte, er würde sich mit Schaudern von diesem Teufelszeug abwenden. Doch nach der ersten Einnahme gaukeln einem die Drogen etwas anderes vor. Sie geben vor, Helfer in der Not und beherrschbar zu sein. Dass sie es nicht sind, kann man auf jedem Friedhof sehen.

Doch es muss nicht immer gleich das böse Heroin sein, vor dem die meisten Menschen zum Glück einen riesigen Respekt haben. Auch die allabendlichen drei Flaschen Bier, sind nichts Anderes! Exakt das Gleiche! Alkohol ist in unserer Gesellschaft allgemein akzeptiert. Es wird nicht als verwerflich angesehen, Alkohol zu trinken. Die Akzeptanz der Gesellschaft endet erst, wenn der Alkohol die Oberhand gewonnen hat und die Folgen für alle sichtbar werden. Dann stößt einen die gleiche Gesellschaft gnadenlos aus. Welche Folgen übermäßiger aber auch gelegentlicher Alkoholkonsum hat, brauchen wir hier nicht erwähnen. Jeder kennt die Geschichten von Verkehrsunfällen, geschlagenen Frauen und Kindern, Morden, zerstörten Existenzen und vielem anderen aus der täglichen Presse, der Nachbarschaft oder sieht die Trinker auf dem Marktplatz der Stadt sitzen. Davon ist man doch aber selbst noch weit entfernt! Ganz ehrlich! Vielleicht nicht!

Hier ein anschauliches Beispiel. Auch ich hatte früh entdeckt, dass Alkohol mir hilft, mich besser zu fühlen. Am Abend drei oder vier Glas Bier und am Wochenende mal ein bisschen mehr. Ich sah das nicht im Geringsten als problematisch an. Bis mich mal jemand aufforderte: "Dann hör doch mal für zwei Monate auf!" Mein erster Reflex war "Kein Problem!", doch dann schluckte ich. Mir würde tatsächlich was fehlen! Ich war noch ein ganzes Stück von dem Stadium entfernt, an dem man ohne den Alkohol nicht mehr lebensfähig ist, doch ich war auf dem allerbesten Weg dorthin, wie sich später in meinem Leben noch zeigen sollte. Kann Ihnen nicht passieren? Oh, doch! Ganz sicher! Es kann...

Nehmen Sie sich doch einfach mal eine Stunde Zeit, kaufen ein Sixpack Bier und setzen sich neben einen beliebigen Trinker Ihrer Stadt und fragen Sie diesen doch mal, ob er bereit ist zu berichten, wie er dorthin gekommen ist und welchen Anteil der Alkohol an der Entwicklung hatte. Und fragen Sie ihn sicherheitshalber auch gleich noch, ob er die täglichen drei Bier vom Anfang seiner Trinkerkarriere als problematisch angesehen hat! Drogen, egal welcher Art, sind keine Helfer, wenn Sie unter Depressionen leiden. Im Gegenteil! Depressionen werden durch die Einnahme von Drogen verstärkt und verschlimmert!

Wenn es mir am Abend schlecht geht und ich ein paar Gläser Wein getrunken habe, geht es mir gut! Das ist aber ein gefährlicher Trugschluss! Ihre schlechten Emotionen sind nicht weg, sondern nur betäubt und in den Hintergrund gedrängt. Je öfter man betäubt und verdrängt, um so größer wird der Berg negativer Emotionen, der sich in uns aufstaut. Irgendwann kann dieser Berg auch andere Teile der Psyche beeinflussen und eine Depression ist geboren. Und auch die kann man sich wegtrinken, wegkiffen oder wegdrücken und wird sich bei jedem Mal verschlimmern.

Deshalb nehmen Sie einen Rat von mir, lassen Sie während einer Depression die Finger von Drogen jeder Art und suchen Sie einen Facharzt auf. Dort kann Ihnen geholfen werden. Ich war nicht so schlau. Die Folgen waren 12 Jahre Alkoholismus, verbunden mit einem totalen, sozialen Abstieg bis in die Obdachlosigkeit. Meine Depressionen hatten am Ende eine Intensität angenommen, die ich nicht in Worte fassen kann. Es war einfach nur schrecklich! Begehen Sie nicht den gleichen Fehler! Holen Sie sich Hilfe!

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Autor: André Hoek


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