Sie waren beim Arzt und dieser hat einen Aufenthalt in einer psychiatrischen Klinik empfohlen. Meine persönliche Reaktion war: "Was soll ich denn da? Ich bin doch nicht irre!". Geht es Ihnen genauso? Doch keine Bange, auch wenn diese Krankenhäuser im Volksmund als Irrenanstalt oder Ähnliches bezeichnet werden, werden Sie dort keine irren Menschen antreffen. Es gibt keine dunklen Gänge und keine, sich zombieartig, bewegenden Menschen.
Psychiatrien in der heutigen Zeit sind moderne Krankenhäuser, in die man freiwillig hineingeht und aus denen man jederzeit gehen kann. Sie werden dort nicht gegen Ihren Willen festgehalten. Ausnahmen bestehen nur, wenn man sich oder andere gefährdet. Und das ist sehr selten. Die Leute, die Sie dort treffen, müssen in der Regel gerade schwere Schicksalsschläge verarbeiten, leiden an Depressionen oder haben andere Probleme. Ganz normale Leute also, die nur im Moment so viel aushalten müssen, dass es ihre Kräfte übersteigt. Mir persönlich ging es nach meinem Aufenthalt dort so, dass ich meinte "Draußen" sind die Leute viel verrückter. Ganz ehrlich!
Es gibt therapeutische Angebote, Gespräche mit anderen Betroffenen und am allerwichtigsten, man kommt mal zur Ruhe. Die Psychiatrie ist wie eine Käseglocke in unserer schnellen und die Menschen krank machenden Zeit zu sehen. Die Arbeit, Telefon, Nachbarschaftsstreit, Eheprobleme, Mobbing und alles andere, was uns krank gemacht hat, bleibt draußen. Man kommt zur Ruhe, kann verschiedene Probleme mal mit ruhigem Kopf durchdenken oder einfach mal richtig ausruhen. Zusätzlich bekommt man seine Medikamente und die Ärzte können Sie optimal darauf einstellen und auf eventuelle Probleme sofort reagieren. Zum Glück gibt es diese selten. Ein Aufenthalt in der Psychiatrie bringt Ihnen also nur Positives und es gibt dort nichts, wovor Sie sich fürchten müssen.
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Autor: André Hoek