Mein Angestellter hat Depressionen! Und ausgerechnet der beste Mann.... Was denn jetzt? Vor dieses Problem wurden schon mehrere Arbeitgeber gestellt. Als erstes muss der Mitarbeiter wieder gesund werden. Falls sich herausstellt, dass die Depressionen eine Folge beruflicher Überlastung ist, müssen Sie dringend etwas tun, sonst verlieren Sie Ihren guten Mann.
Diese berufliche Überlastung muss nicht mal bewusst von Ihnen herbeigeführt sein, sondern kann sich ganz unmerklich nach und nach eingeschlichen haben. Oftmals ist es in Betrieben, die auf Teamarbeit setzen so, dass am Anfang noch jeder seinen Platz im Team ausfüllt.
Sehr oft passiert es aber, dass dieses Teamwork eine Eigendynamik entwickelt. Dann zieht Einer am Projekt und alle ziehen an dem Einen. Dies ist oft der Engagierteste, Derjenige der immer den Überblick behält und dem scheinbar nichts zu viel wird. Aber wissen Sie genau, wie der Mitarbeiter aussieht, nachdem am Abend die Wohnungstür hinter ihm ins Schloss gefallen ist?
Besprechen Sie sich mit Ihrem erkrankten Mitarbeiter und versuchen Sie, dem Problem auf den Grund zu gehen und es anschließend zu lösen. Sonst kann es sein, dass sich in kurzer Zeit der nächste, gute Mitarbeiter krank schreiben lässt. Und gute Leute sind schwer zu finden, das wissen Sie. Aber nicht nur Überforderung im Job kann Depressionen auslösen. Auch ständige Unterforderung, nicht der Qualifikation entsprechende Arbeit, Mobbing, extrem eintönige Tätigkeiten ohne Chance auf Abwechslung und noch einiges mehr.
Die Mitarbeiter werden auch nicht immer sofort wegen Depressionen krank geschrieben, da diese häufig nicht gleich diagnostiziert werden. Doch deuten zum Beispiel ein dauerhaft hoher Krankenstand in einer Abteilung oder viele Krankentage eines Mitarbeiters eventuell auf solche Missstände hin. Prüfen Sie dies unbedingt. Suchen Sie in Ihrem Unternehmen nach solchen krank machenden Strukturen und ändern Sie diese. Die sinkende Zahl der Krankentage wird es Ihnen und Ihrer Kasse danken. Was können Sie aktuell für Ihren Mitarbeiter tun? Lassen Sie ihm Zeit, gesund zu werden! Und sagen Sie ihm das auch! Ebenso wichtig ist es für Ihren Mitarbeiter zu hören, dass sein Job nicht in Gefahr ist. Sagen Sie ihm, dass Sie nach seiner Genesung, die krank machende Situation für ihn verändern werden. Sie nehmen damit eine große Last von seinen Schultern.
Wenn Ihr Mitarbeiter durch die Arbeit krank geworden ist, haben Sie obendrein noch eine moralische Verpflichtung! Er hat sich für Sie so aufgerieben. Danken Sie es ihm!
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Autor: André Hoek