Was kann man gegen Depressionen tun?

Auch wenn eine Depression mit zu den quälendsten Erkrankungen des Menschen gehört, ist man diesen nicht hilflos ausgeliefert. Es gibt verschiedene Maßnahmen, die man ergreifen kann. Sowohl allgemeiner Natur als auch spezielle Lösungsmöglichkeiten, die ganz individuell auf eine Person zugeschnitten sind. Zuerst gilt es, die Ursache für die Depression zu finden. Hierbei sind die ersten Anlaufstellen der Hausarzt sowie Psychiater und im Anschluss daran Untersuchungen bei Fachärzten. Wenn die Diagnose fest steht, erhalten Sie in der Regel Medikamente, die Ihnen helfen die Symptome der Depression zu lindern. Falls die auslösenden Ursachen in äußeren Umständen liegen, zum Beispiel durch dauernde Überlastung, Perfektionismus oder Ähnlichem, gilt es, diese Auslöser zu erkennen und Strategien zu entwickeln, die vermeiden helfen, dass es in der Zukunft wieder zu einer Erkrankung kommt.

Gute Hilfestellung leisten hier Gesprächs- und Verhaltenstherapien von professionellen Psychologen mit einem Universitätsabschluss sowie verschiedene Selbsthilfegruppen, die es in fast jeder Stadt oder auch im Internet gibt. Wenn Sie sich für eine Gesprächstherapie entscheiden, ist es wichtig, dass Sie sich ganz und gar darauf einlassen. Sich aus den Ratschlägen des Therapeuten nur die Rosinen heraus zu picken, hilft Ihnen nicht. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass das Vertrauensverhältnis zu Ihrem Therapeuten "stimmt".

Wenn Sie merken, dass der angestellte Therapeut nur seine Stunden möglichst angenehm verbringen will, anstatt Ihnen zu helfen, suchen Sie sich einen neuen Therapeuten. Suchen Sie aber auch nicht den Therapeuten, der Ihnen nur ein bisschen "die Seele streichelt". Das ist zwar sehr angenehm und man fühlt sich sehr gut auf dem Weg nach Hause, doch zur wirklichen Problemlösung hat diese Sitzung nicht beigetragen. Zu einer guten Therapie gehört auch die Konfrontation mit Problemen, die man sonst verdrängt oder weit von sich geschoben hat. Solche Therapiestunden gehören zu denen, die nicht so angenehm sind, doch gerade diese sind die Wirkungsvollsten, denn sie verändern etwas. Etwas, das uns vorher krank gemacht hat. Viele Patienten wechseln genau in dieser Phase der Therapie den Therapeuten und wundern sich, dass sie jahrelang von einem zum anderen gelaufen sind, aber Niemand helfen konnte.

Zusammengefasst kann man sagen, dass eine gute Therapie auch mal weh tun kann. Und auch muss! Aber nur so können Sie aus Ihrer misslichen Situation entkommen. Auch Selbsthilfe-Gruppen sind eine sehr gute Möglichkeit sich Hilfe zu holen. Hier trifft man auf Menschen, die das gleiche Problem haben. Wenn Sie zum Beispiel Ihrer Freundin erzählen, wie schlecht es Ihnen geht, müssen Sie sehr viel erklären, um wenigstens ansatzweise verstanden zu werden.

In Selbsthilfegruppen sagen Sie einfach, dass es heute sehr schlecht geht und Jeder wird Sie verstehen. Viele Menschen in diesen Gruppen sind teilweise schon seit Jahren erkrankt und haben gelernt, trotz der Krankheit ein normales Leben zu führen. Dieses Wissen wird gern geteilt und ist außerordentlich hilfreich. Schauen Sie sich doch einfach mal ein paar dieser Gruppen an oder schließen Sie sich einer guten Depressionen-Community an. Dort haben Sie noch den Vorteil, absolut anonym zu bleiben, was in einer Kleinstadt oft nicht möglich ist.

Ein weiteres Wundermittel gegen Depressionen ist Sport. Vielleicht jetzt nicht in einer akuten Phase, in der Sie kaum die Füße voreinander bekommen, aber in jedem Fall außerhalb dieser Phasen! Es gibt nichts, was innere Spannungen besser löst, als sportliche Aktivität. Auf diesen Sachverhalt gehen wir nochmal ausführlich in einem separaten Artikel auf dieser Webseite ein.

Sie sehen also, es gibt eine Menge Hilfsangebote. Nutzen Sie diese!!! Ich selbst bin ein Mensch, der Zeit seines Lebens Probleme immer selbst lösen musste. Zum Teil schon Elementare in der Kindheit. Es fiel mir schwer, um Hilfe zu bitten und ich war auch der Meinung, dass mir sowieso Niemand helfen kann. Mit meinem heutigen Wissen bereue ich es sehr, nicht früher eines der zahlreichen Hilfsangebote angenommen zu haben. Es hätte mir viel Leid erspart. Ersparen Sie sich diese Erfahrung....

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Autor: André Hoek


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