Jeder kennt das. Man ist nicht gut drauf, Alles und Jeder nervt und man möchte nur noch seine Ruhe haben. Auf die Frage nach dem Befinden, wird dann schon mal gesagt: "Ich habe heute meinen depressiven Tag". Gemeint ist tatsächlich, "mir geht es heute nicht so gut".
Dabei sind Depressionen eine schwer ernst zu nehmende Erkrankung! Jedes Jahr sterben schätzungsweise 3.000 bis 6.000 Menschen daran. Die meisten durch Selbstmord. Das sind mehr als bei Verkehrsunfällen! Doch auch Beziehungen zerbrechen, erfolgversprechende Karrieren finden ein jähes Ende, der Kranke wird stark sozial isoliert und noch vieles mehr. Die Probleme sind so schwerwiegend, dass man allein über die soziale Problematik dicke Bücher schreiben könnte. Seriöse Schätzungen gehen davon aus, dass etwa 20 bis 25 Prozent der deutschen Bevölkerung von irgendeiner Art Depression betroffen ist oder es in ihrem Leben sein wird. Allein aus diesem Grund ist allgemeine Aufklärung zu der Thematik so wichtig. Weil einfach jeder der Nächste sein könnte. In unserer modernen Gesellschaft gibt es zwei schwerwiegende Gründe, die eine Behandlung der Erkrankung von Anfang an verhindern.
Der Erste ist die mangelnde Ausbildung von Allgemeinmedizinern, oftmals Profit-Streben der Ärzte und auch nicht selten fehlendes Engagement. Der zweite und noch viel wichtigere Grund ist die Stigmatisierung der Krankheit in der Gesellschaft, der sich selbst Betroffene am Anfang nur schwer entziehen können ("Ich bin doch nicht verrückt...!"). Wer äußert, Depressionen zu haben, gerät sehr schnell ins gesellschaftliche Aus. Man bekommt den Stempel aufgedrückt, nicht ganz richtig im Kopf zu sein. Dabei gehören gerade die Menschen, die am häufigsten von Depressionen betroffen sind, tatsächlich zu den Perlen und Trägern unserer Gesellschaft! Es sind Diejenigen, die mehr leisten und mehr wollen. Diejenigen, die sich nach Feierabend noch ehrenamtlich um die Kindergruppe des Fußball-Vereins kümmern, die nie meckern, wenn es darum geht, Überstunden zu machen. Menschen die ihrer Familie in der Regel vorbildlich vorstehen. Kurz gesagt: unsere Besten!
Für manche dieser Menschen wird es irgendwann zu viel. Sie können dem Druck nicht mehr standhalten und erkranken an Depressionen. Da man nicht als krank gelten möchte, macht man weiter. Außerdem ging es früher doch auch! Die Folge ist eine Verschlimmerung der Krankheit. Dieser Prozess kann sich durchaus über mehrere Jahre hinziehen, denn man findet immer eine gute Erklärung, warum es einem gerade nicht so gut geht.
Zu viel Arbeit
Urlaubsreif
Der Schnupfen der letzten Woche
Probleme in der Familie und noch vieles mehr
Bei anderen Menschen kommt es aus verschiedenen Gründen zu Veränderungen des Botenstoffwechsels im Gehirn zu einer Erkrankung, aber auch das Alter oder verschiedene körperliche Krankheiten können Depressionen verursachen.
Irgendwann kommt der Zusammenbruch. Es geht nichts mehr.... Oft ist die Familie zerbrochen, der Arbeitsplatz weg und Freunde und Bekannte haben sich schon vor langer Zeit zurückgezogen. Man steckt dann in einer Situation, wie sie schrecklicher nicht sein kann.
Dabei sind Depressionen eine der am Besten behandelbaren Krankheiten des Gehirnstoffwechsels! Je eher die Behandlung erfolgt, um so schneller geht die Heilung. In dieser Rubrik der Webseite wollen wir Ihnen erklären, was eine Depression ist, wie Sie als Betroffener Hilfe bekommen können und wir geben Tipps für Angehörige und Arbeitgeber. Weiterhin erfahren Sie viel Wissenswertes über Behandlungsmöglichkeiten und auch Vorbeugemaßnahmen.
Ebenso wollen wir mit vielen Vorurteilen über die Krankheit aufräumen.Eine Depression ist nämlich, genau betrachtet, nichts anderes als ein gebrochenes Bein, das nun wieder heilen muss. Nur dass es hier um einen gebrochenen Menschen geht.
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Autor: André Hoek