Larvierte Depression
Der Begriff kommt ursprünglich von Larve, was ein alter Ausdruck für Maske ist. Eine larvierte Depression ist also eine maskierte oder versteckte Depression.
Warum versteckt? Weil sie sich oft hinter einer Vielzahl anderer Symptome versteckt, die auch vom Arzt nur schwer einzuordnen sind, da diese völlig unmotiviert und ohne eigentliche erkennbare Ursache auftreten, häufig wechseln und teilweise ineinander übergehen. Patienten mit einer larvierten Depression haben oft eine Krankenakte, die dick wie ein Telefonbuch einer Großstadt ist. Sie waren bei unzähligen Ärzten in Behandlung, ohne dass je einer die verschiedenen Krankheiten wirklich in den Griff bekam und haben in der Regel einen sehr hohen Leidensdruck.
Die Krankheit kann mit den typischen Depressionssymptomen einhergehen, muss es aber nicht. Eine Beschreibung der Symptome ist de facto nicht möglich, da sich eine larvierte Depression hinter fast jeder Krankheit verbergen kann. Es gibt auch immer mehr Fachleute, die bisher eigenständige Krankheitsbilder, wie zum Beispiel die Fibromyalgie, in den Bereich larvierte Depression einordnen. Aber auch chronischen Rückenschmerzen, ständige Probleme mit Stimme, Magen oder Fußgelenken können Anzeichen sein, so lange Sie keine wirkliche körperliche Ursache haben. Das Beschwerdebild wurde hier bewusst mit sehr gegensätzlichen Symptomen beschrieben. Aber so ist die Realität.
Ausgelöst wird eine larvierte Depression durch die gleichen Faktoren wie jede andere Depression auch. Ständige Überlastung, Über- oder Unterforderung, Mobbing, Schwangerschaft, Alter, Winter, Erlebnisse aus der Kindheit, Traumata, Verluste und noch viel mehr andere Auslöser gibt es. Wenn Sie selbst von ständig wechselnden Krankheiten betroffen sind, die nicht recht erklärbar sind und Sie unter besonderen mentalen oder psychischen Belastungen stehen, sprechen Sie Ihren Arzt doch mal gezielt auf Ihren Verdacht an und bitten um eine Überweisung zum Facharzt. Nur dieser kann letzte Zweifel ausschließen oder ggf. eine Behandlung einleiten.
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Autor: André Hoek
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