Soziale Folgen von Depressionen
Neben den körperlichen Symptomen einer Depression, bringt die Krankheit vielfach eine Reihe, zum Teil schwerwiegender, sozialer Folgen mit sich. Wieso ist das so? Die Antwort liegt in der Krankheit selbst. Wer depressiv ist, dem geht es schlecht und wem es schlecht geht, den ärgert die Fliege an der Wand. Es wird unangemessen reagiert oder man stößt Leute vor den Kopf, ohne es eigentlich zu wollen. Jeder hat das schon mal erlebt. Der Unterschied zu einem Depressiven liegt darin, dass es diesem an seinen besseren Tagen hundert Mal schlechter geht, als einem Gesunden an seinem schlechtesten Tag. Und wenn man sich so schlecht fühlt....
Hier mal ein fiktives Beispiel. Schon morgens aus dem Bett aufzustehen, hat fast alle Kraft gekostet. Jetzt die Familie für den Tag fertig machen. Die Kleinen in den Kindergarten und die Großen in die Schule bringen und ab zur Arbeit. Der Chef hatte den ganzen Tag schlechte Laune und obendrein lag wieder so viel Arbeit auf dem Schreibtisch, dass sie unmöglich zu schaffen war. Auf dem Heimweg noch zum Einkaufen, lange Schlangen und erst nach 10 Minuten Suchen einen Parkplatz gefunden.
Endlich daheim angekommen, die allabendlichen Pflichten und endlich aufs Sofa... Verdientermaßen! Denn solch ein Tag, hätte schon einen gesunden Menschen sehr gefordert. Plötzlich ein Klingeln und die besten Freunde stehen mit einer Flasche Sekt vor der Tür und wollen irgendetwas feiern. Man ist zwar zu allem in der Lage, nur nicht zum Feiern, macht aber gute Miene und reißt sich zusammen.
Solche Masken zu tragen, ist sehr anstrengend, also lässt auch irgendwann die Kraft nach, diese oben zu halten. Immer öfter blitzt die Depression durch und damit können Viele nicht umgehen. Die Freunde wissen oft selbst nicht genau warum. Sie empfinden den Depressiven als "irgendwie komisch..." und ziehen sich nach und nach zurück. Der Depressive hat auch nicht mehr die Kraft, an gemeinsamen Veranstaltungen teil zu nehmen, so wie er es früher getan hat. Obwohl er es gern möchte. Die Folge ist eine schleichende Vereinsamung.
Irgendwann ist man dann krank geschrieben und die Kollegen, die man früher ständig um sich gehabt hat, sind auch nicht mehr da. Wenn jetzt noch die Beziehung den Belastungen durch die Krankheit nicht standgehalten hat, ist auch noch der Partner über alle Berge. Man ist plötzlich einsam und allein. Obwohl man doch gerade jetzt Freunde braucht.
Wie können Sie dem entgehen? Indem Sie sich rechtzeitig Hilfe holen! Gehen Sie zum Arzt und nehmen Sie auch Therapie-Angebote wahr. Beziehen Sie Ihren Partner mit in diese Therapie ein. Sprechen Sie mit guten Freunden über Ihre Krankheit, erklären Sie, um was es sich handelt und dass Sie jetzt keineswegs verrückt sind. Sondern manchmal nur sehr müde und ohne Kraft. Bitten Sie um Verständnis. Je eher Sie Gegenmaßnahmen einleiten, um so weniger schwerwiegend werden die Folgen sein.
Depressionen
Wie entstehen Depressionen?
Wie kann ich erkennen, dass ich Depressionen habe?
Soziale Folgen von Depressionen
Wie wichtig ist die ärztliche Behandlung?
Suizid
Ich soll in die Klinik! Und jetzt?
Was kann man gegen Depressionen tun?
Wundermittel Sport
Ängste und der Umgang mit Depressionen
Diagnose Depressionen
Depressionen Selbsthilfegruppen
Depressionen - Ratschläge für Angehörige
Depressionen - Ratschläge für Arbeitgeber
Stigmatisierung von Depressiven in der Gesellschaft
Überlastungsdepression - Burnout
Larvierte Depression
Reaktive Depression
Diagnose Depression - Was denn jetzt?
Winterdepressionen
Lichttherapie
Depressionen und Schmerzen
Drogen und Depressionen
Autor: André Hoek
Anzeige: