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Suizid

Eine Depression gehört zu den Erkrankungen mit dem höchsten Todesrisiko! Aber nicht wegen der Schwere der körperlichen Symptome, sondern wegen des extrem hohen Selbstmordrisikos! Wenn Sie selbst Selbstmordgedanken haben, sagen wir Ihnen, wo Sie Hilfe bekommen können. Sind Sie ein Angehöriger, dann werden Sie hier Ratschläge finden, die Ihnen sagen, wie Sie mit einem Suizid-Gefährdeten umgehen können und was die Warnzeichen sind. In der Bevölkerung geistern eine Menge irriger Vorstellungen über das Thema Selbstmord herum. Wir werden an dieser Stelle einige besprechen.



Wer von Selbstmord redet, macht es nicht! Das ist so ziemlich der schlimmste Unsinn, den ich je in meinem Leben gehört habe.Gerade wer davon redet, tut es auch! Warum sollte er sonst darüber sprechen? Äußerungen wie: "Es hat ja doch alles keinen Sinn mehr, besser man macht Schluss" oder "Dann spring ich eben von der Brücke..." sind an Brisanz nicht zu überbieten! Sollte sich Ihnen gegenüber mal Jemand so oder ähnlich äußern, sprechen Sie das Thema taktvoll aber offen an. Vielfach warten die Leute sehnsüchtig darauf, dass endlich mal Jemand fragt. Raten Sie dem Betroffenen, sich Hilfe zu holen. Begleiten Sie ihn gegebenenfalls zu diesem Termin! Womit wir auch schon beim nächsten Punkt wären.

Wer mit Suizid-Gefährdeten über Selbstmord spricht, bringt diese erst auf die Idee es zu tun.

Auch diese Annahme gehört ins Reich der Mythen und Märchen! Wie eben schon kurz angesprochen, warten viele Suizidgefährdete sehnsüchtig darauf, dass Jemand erkennt, was mit ihnen los ist und Hilfe anbietet. Erst recht, wenn Sie von selber anfangen, davon zu reden!

Gehen Sie solchen Gesprächen nicht aus dem Weg. Sie müssen dazu auch kein ausgebildeter Psychologe sein. Ein einfaches "Was ist denn los...?" reicht in den meisten Fällen. Hören Sie sich an, was den Betroffenen bedrückt und suchen Sie gemeinsam nach Lösungsmöglichkeiten. Meistens reicht es aber schon, wenn einfach mal Jemand da ist, der sich die Sorgen anhört und diese auch ernst nimmt! Ein lapidares "Das wird schon wieder..." im Sinne von "Was geht mich das an..." wäre nicht gut. Am Ende des Gesprächs kann man auch mal ganz offen fragen, ob man sich Sorgen machen muss. Falls die Antwort "ja" lautet, nehmen Sie am Besten mit dem Betroffenen zusammen Kontakt zu einer Kriseninterventionsstelle auf, die es in jeder Stadt gibt. Dort finden Sie schnelle und kompetente Hilfe für den Betroffenen.

Wenn jemand von Selbstmord redet, soll man ihn auffordern es doch zu tun!

Machen Sie es nicht! Eine solche Äußerung kann dramatische Folgen haben und ist an Herzlosigkeit nicht zu überbieten. Einer Person, die so verzweifelt ist, dass sie ihrem Leben ein Ende setzen möchte, auch noch dazu aufzufordern.... Vielfach wollen Suizidgefährdete nicht sterben, sondern ihr Leben ist so schwer und unerträglich geworden, dass selbst der Tod angenehmer erscheint.

Stellen Sie sich das mal wirklich vor. Der Tod, vor dem sich insgeheim jeder, auch der Suizidgefährdete fürchtet, wird als Alternative zum gegenwärtigen Leben angesehen. Können Sie sich jetzt vorstellen, wie es in so einem Menschen aussehen muss? Diesem zu sagen "Mach es doch!" könnte Folgen von größter Tragweite nach sich ziehen.

Ich will mir das Leben nehmen! Wo finde ich Hilfe?

Ihr Leben ist so unerträglich, dass Sie es nicht mehr ertragen können und Sie beabsichtigen, sich das Leben zu nehmen? Doch stellen Sie sich bitte vorher noch eine Frage. Wollen Sie wirklich sterben oder wäre eine Veränderung der belastenden Umstände das bessere Mittel der Wahl? Ich denke, Sie würden sich für das Zweite entscheiden.

Für fast jede, scheinbar ausweglose Situation, gibt es eine Lösung! Man glaubt oft Situationen sind unlösbar, doch oft reicht ein kleiner Impuls von außen, um die Sache wieder ins Lot zu bringen. Manchmal ist es nur ein kleiner Tipp, oder Jemand, der Ihnen eine Weile hilft, Ihre Last zu tragen oder der Ihnen sagt, wie sie leichter zu tragen ist.

Was ich sagen will ist Folgendes. Geben Sie sich und Ihren Lieben noch eine Chance und nehmen Sie Hilfe in Anspruch. In jeder größeren Stadt gibt es Kriseninterventionsdienste, die wissen was zu tun ist. Rufen Sie dort an oder gehen Sie einfach vorbei. Der von Ihnen geplante Schritt ist absolut endgültig! Für Sie und für Andere! Ich kenne aus meinem Umfeld eine Familie, in der sich eine Mutter von drei Kindern das Leben nahm. Die gesamte Familie ist daran zerbrochen und die Folgen reichen bis heute. Der älteste Bruder hat sich nach einer langen Drogenkarriere das Leben genommen und die beiden anderen Geschwister sind noch heute in therapeutischer Behandlung. Nach über 35 Jahren!

Überlegen Sie sich gut, ob Sie diesen Schritt wirklich machen wollen. Sie sind vielen Menschen lieb und teuer. Oftmals mehr, als Sie selbst vermuten. Und Sie sind ein wertvoller und liebenswerter Mensch! Auch wenn Sie das zur Zeit selbst nicht sehen oder nicht glauben können. Mit dem Annehmen eines Hilfsangebotes haben Sie diese Sicht in Kürze wieder.

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Autor: André Hoek



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