Die Avocado ist schon ein seltsames Früchtchen: Sie ist nicht süß, wie wir es von Obst erwarten und sie ist enorm fetthaltig – ebenfalls eine Tatsache, die den passionierten Obstesser verdutzt schauen lässt. Dennoch: Gesund ist auch dieses Früchtchen.
Erstaunliche Vielfalt
Was die Wenigsten wissen: Avocado ist nicht gleich Avocado. Insgesamt gibt es rund 400 Sorten. Sie unterscheiden sich nicht nur äußerlich, sondern variieren auch leicht im Geschmack. Bei den Avocados, die man in bundesdeutschen Supermärkten kaufen kann, handelt es sich zumeist um die Nabal-Avocado. Sie ist rundlich, dunkelgrün gefärbt und verbirgt ihr buttriges Fruchtfleisch, das sich um den großen Kern legt, hinter einer glatten Schale. Angebaut wird diese Avocado-Art in Kalifornien und Israel, von wo sie einen weiten Weg bis zu uns überstehen muss. Aus Südafrika, Kenia, Spanien aber wiederum auch aus Israel kommt die Fuerte-Avocado zu uns. Sie ist im Vergleich zur Nabal-Avocado eher oval- bis birnenförmig geformt. Auch sie hat eine grüne Schale, die sich allerdings wesentlich rauer anfühlt. Nicht grün, sondern schwarzbraun kommt nicht die Hasselnuss, sondern die sogenannte Hass-Avocado daher. Sie ist eine der fetthaltigsten Avocado-Sorten mit einem deftigen Geschmack. Ihre Schale ist stark strukturiert, angebaut wird sie in Mexiko, Spanien, Israel und Kalifornien.
Was den Geschmack dieser herrlich außergewöhnlichen Frucht entscheidend mitbestimmt, ist ihr Reifungsgrad. Generell sollte eine Avocado, wenn Sie sie in die Hand nehmen, in Relation zu ihrer Größe schwer wirken. Ist dieser erste Gütecheck absolviert, testen Sie am besten mit leichten Druck auf die Frucht, ob das Fleisch elastisch wirkt. Ist dieses der Fall, scheint die Avocado sich in einem guten Reifungsstadium zu befinden, welches den vollen Genuss verspricht. Sie muss daher allerdings auch bald nach dem Kauf verzehrt werden. Leider werden Sie bemerken, dass Sie selten wirklich reife Früchte im Supermarkt oder auf dem Markt bekommen werden. Das liegt daran, dass Avocados, die in weit entfernten Anbaugebieten gezüchtet werden, unreif geerntet werden müssen, damit sie nicht schon während des Transportes verderben. Erwischen Sie einmal ein unreifes Früchtchen, ist dies aber nur halb so wild – Sie können es zwar nicht umgehend genießen, Avocados reifen allerdings nach. Beschleunigen können Sie diesen Prozess am besten, wenn Sie die Früchte in Papier einwickeln und nicht in den Kühlschrank legen. Tipp: Die Nähe zu Äpfeln, zum Beispiel in einer Obstschale, beschleunigt den Reifungsprozess noch effektiver.
Ist die Avocado erst einmal richtig reif, steht dem Genuss nichts mehr im Wege. Am bekanntesten ist wohl der klassische Avocado-Dip namens Guacamole, der aus der mexikanischen Küche stammt. Hierfür werden die Früchte mit einer Gabel zu einem Brei gedrückt, mit Chili, Salz, Knoblauch und Sojasoße gewürzt und mit kleingewürfelten Tomatenstückchen vermischt. Nicht vergessen: Ordentlich Zitronensaft hinzugeben, das schmeckt nicht nur gut, sondern bewahrt auch davor, dass der Brei unansehnlich braun wird.
Eine leckere Abwechslung kann auch eine Avocadosuppe sein. Die Cremigkeit der Frucht verleiht einem Süppchen gleich die gute Bindung, die Basis bildet eine Hühnerbrühe. Rechnen kann man mit zwei Avocados pro Liter Brühe. Hinzu kommt noch ein ordentlicher Schuss Weißwein, der der Suppe das gewisse Etwas verleiht, sowie Pfeffer und Zitrone nach Geschmack. Die Suppe sollte bei der Zubereitung nicht kochen, sondern nur ziehen, ansonsten läuft man Gefahr, dass Bitterstoffe aus der Avocado freigesetzt werden. Beachten Sie dies, bleibt uns nur übrig, Ihnen einen guten Appetit zu wünschen!