Das Essverhalten eines Menschen prägt maßgeblich den gesundheitlichen Zustand seines Körpers. Zahlreiche Störungen im Essverhalten sind heute als Krankheiten anerkannt, während andere bis heute ohne entsprechende wissenschaftliche Erkenntnisse für ihre Anerkennung kämpfen müssen. Bekannte und anerkannte Essstörungen sind die Magersucht (Anorexia nervosa) und die Bulimie (Bulimia nervosa), welche sich durch eine extreme Ablehnung einer Gewichtszunahme auszeichnen. Ebenfalls als Krankheiten eingestuft werden die Fresssucht und das "Binge Eating". Hierbei steht das unkontrollierte und umfangreiche Essen im Vordergrund.
Darüber hinaus haben sich weitere Essstörungen einen eher versteckten Platz in unserer Gesellschaft geschaffen. So kann sich auch die bewusste, gesunde Ernährung eines Menschen zu einer Sucht entwickeln, beispielsweise in Form der Orthorexie. Hierunter versteht man das krankhafte "gesund essen" eines Menschen, dessen Gedanken sich in jedem Moment des Tages um das Essen und einen ausgeglichenen Nährstoffhaushalt drehen. Unter der Sportsucht (Anorexia athletica) ist eine verbissene Sucht nach körperlicher, insbesondere sportlicher, Betätigung bis hin zur Grenze der körperlichen Belastbarkeit zu verstehen. Eine besondere Stellung unter den versteckten Essstörungen nimmt das Pica-Syndrom ein. Dabei nehmen die Betroffenen Dinge zu sich, die nicht zum Verzehr geeignet sind (Holz, Papier, Metall).