Fast alle frischgebackenen Eltern werden bestätigen, wie großartig und erfüllend es ist, ein Baby zu haben. Erstaunlicherweise geben die wenigsten zu, wie anstrengend, kräftezehrend und schwer das neugewonnene Leben zu dritt ist. Dabei sind Startschwierigkeiten, Ängste, Verzweiflung, ja sogar Wut bestimmt keine Ausnahmeerscheinung, sondern gehören tatsächlich dazu. Schließlich fallen gute Eltern nicht einfach so vom Himmel.
Hilfe, ich habe eine Familie - holt mich hier raus!
Elternsein muss geübt werden, und nur wenn sich die Großen mal eine Pause vom Dauerprojekt "Baby" gönnen, haben sie genug Kraft dafür. Dabei ist jede Hilfe von außen höchst willkommen. Familienangehörige können Runden mit dem Kinderwagen drehen, während die Eltern ausgiebig baden, in Ruhe essen oder einfach nur schlafen. "Leidensgenossen" aus Still-, PEKIP- oder Krabbelgruppen vermitteln das Gefühl, nicht allein zu sein und haben vielleicht manchen Tipp. Auch Hebammen und Kinderärzte sind wichtige Ansprechpartner, denen gegenüber man aus einer eventuell empfundenen Überforderung keinesfalls einen Hehl machen sollte. Wer meint, die Situation nicht allein meistern zu können, findet oft auch in sogenannten Elternschulen, Schrei-Ambulanzen oder in Entbindungskliniken Hilfe, denn dort gibt es Vorträge und Workshops für junge Eltern. Es ist absolut nicht ehrenrührig oder ein Zeichen von Schwäche, solche Angebote wahrzunehmen. Die wichtigste Basis für die Bewältigung anfänglicher Probleme ist das Paar an sich. Offene Gespräche und der Mut, zu sagen: "Ich kann nicht mehr, ich schaff das nicht!" sind hier viel hilfreicher als Schuldzuweisungen und Vorwürfe.
Kinder sind ein großes Glück
Natürlich müssen sich anfangs alle erst einmal aneinander gewöhnen, und dies geht weder schnell noch ist es einfach. Die Anwesenheit eines Babys bedeutet jedoch nicht ausschließlich Entbehrung, Kraftlosigkeit und partnerschaftliche Krisen. Es sind Grenzwerterfahrungen, Premieren, die man sich so nie vorstellen konnte und wollte. Dennoch erlebt man täglich das Wunder, einem neuen Menschen beim Wachsen und Werden zuzusehen. Das erste Lächeln entschädigt für alle schlaflosen Nächte, der Stolz über jeden Entwicklungsschritt lässt knappe Romantik vergessen. Die bedingungslose Liebe und das Vertrauen eines Kindes sind alle Strapazen wert, und nach dem ersten Jahr lässt sich mit Fug und Recht behaupten: "Wir haben viel geschafft!"