Wer kleine Kinder hat, weiß ziemlich genau, was es heißt, nachts mehrmals aus seinem Schlaf gerissen zu werden. Mit ein paar kleinen Tricks und ein wenig Geduld können sie die Abende und das Zubettgehen für alle stressfreier gestalten. Ein gutes Einschlafen des Babys sorgt zudem auch für ruhigere Nächte. Schon die Zeit vor dem Schlafengehen wird stiller und Ruhe kehrt in die Familie ein. Die Mühe wird sich lohnen, denn wenn das Baby friedlich eingeschlafen ist, haben die Eltern mehr Zeit, um ihre Beziehung zu entwickeln und zu pflegen oder sich älteren Geschwistern zu widmen.
Schlafen lernen
Babys müssen erst lernen, wie sie sich selbst beruhigen können. Das gilt für das Einschlafen genauso wie für die Phasen, wenn sie nachts aufwachen. Beinahe jeder Säugling wacht mehrmals in der Nacht auf. Ein Schlafzyklus für kleine Kinder liegt bei etwa 40 Minuten, danach ist es wahrscheinlich, dass das Baby kurz aufwacht. Lernt es, sich zu beruhigen und selbst zurück in den Schlaf zu bringen, muss keine andere Person mehr ans Bettchen kommen. Diese „Kunst“ allerdings muss gelernt werden und benötigt einige Zeit und eine ganze Menge Geduld seitens der Eltern.
Wie Abendrituale helfen
Beenden sie den Tag ruhig und in erholsamer Stimmung. Herumtollen und Fernsehen sollten möglichst früh am Abend eingestellt werden, da sie stimulieren anstatt zu beruhigen. Ein warmes Bad für das Kind spült die Anspannungen des Tages herunter und kann ein guter Start für die Routine sein. Um eine wohltuende Einschlafstimmung zu erzielen, gehen sie am besten in das Zimmer, wo das Kind schlafen wird, um noch einen Ortswechsel zu verhindern, der wieder Aufregung schaffen könnte. Ein Kinderbett ohne Spielzeug und ein gut durchlüftetes Zimmer, was nicht zu warm ist, bietet die Grundvoraussetzungen für erholsamen Schlaf.
Für ein paar Minuten im ersten Lebensjahr, bei einem größeren Kind auch bis zu einer halben Stunde, können sie zusammen die schönen Erlebnisse des Tages erinnern, dem Spielzeug Gute Nacht sagen, eine Gute-Nacht-Geschichte lesen, ein Lied singen und den Rücken streicheln. Suchen sie sich Aktivitäten aus, die ihnen beiden Freude machen, eine positive Stimmung verbreiten und aufs Schlafen vorbereiten. Sanfte Beleuchtung und eventuell leise Schlaf- oder Meditationsmusik können das Ritual unterstreichen.
Bleiben Sie konsequent
Immer wieder gleiche Abläufe am Abend schaffen einen vorhersehbaren Rhythmus für das Baby und nach ein paar Wiederholungen wird es diese auch erwarten. Halten sie die Erwartungen ein und das Kind wird sich sicher und geborgen fühlen. So oft es geht, sollten sie an dem Ritual festhalten, das wird ihnen das Zubettbringen des Kindes erleichtern. Jeder angenehm beendete Tag kann in Ruhe auf die Nacht vorbereiten.
Auch beim erfolgreich eingeführten Abendritual werden Babys immer noch aufwachen. Oft dreht sich das Kind nur um und schläft weiter. Doch manchmal wird es noch um Hilfe rufen, weil es sich nicht selbst beruhigen kann oder ein Problem hat. Mit der Zeit aber lernt es, sich selbst zurück in den Schlaf zurückzuversetzen. Kinder durchleben verschiedene Entwicklungsphasen und brauchen manchmal mehr Zuwendung, besonders wenn sie krank sind oder besondere Nähe suchen. Dann ist es ratsam, den Kontakt zur Bezugsperson noch enger und länger bereitzustellen. Lockern sie in diesem Fall die Routine ein wenig.
Ist das Abendritual einmal eingeführt, werden ihre Abende insgesamt stressfreier und harmonischer verlaufen. Eine zufriedene Stimmung beim Einschlafen ist auch ein guter Garant dafür, dass auch die Nächte ruhiger werden.