Schmerzen in den Gelenken, die Betroffene in ihrem Alltag förmlich lähmen, sind gerade für junge Menschen immer noch eine Erscheinung, die nur mit dem Älterwerden in Verbindung steht. Dabei zieht sich das Phänomen Arthritis durch alle Bevölkerungsgruppen, vom alten Greis bis zum Teenager.
Im Gegensatz zu den Arthrosen, welche vorwiegend auf Abnutzungserscheinungen zurückgehen, handelt es sich bei einer echten Arthritis um entzündliche Erkrankungen der Gelenke, die neben Schwellungen und Rötungen auch von einer spürbaren Wärmeentwicklung der betroffenen Gelenkpartien begleitet werden. In der Medizin unterscheidet man zwischen der akuten Verlaufsform mit einem infektiösen Hintergrund und der chronischen Arthritis, welcher verschiedenste Ursachen zugrunde liegen können.
Infektiöse Arthritis
Die akute Arthritis nimmt ihren Anfang mit dem Eindringen der Krankheitserreger in den Gelenkinnenraum. Neben Verletzungen, die eine Öffnung des Gelenks zur Folge haben, können Bakterien auch im Rahmen ärztlicher Eingriffe in das betroffene Gelenk gelangen. Hier führen die Erreger zu Entzündungen, die vor allem durch Staphylokokken und Streptokokken bei gesunden Patienten verursacht werden. Kinder und immuninkompetente Personen zeigen auch andere Bakterien als Krankheitsauslöser. Neben den bereits geschilderten Symptomen einer Arthritis ist eine Diagnose nur über den Gelenkerguss, Blutuntersuchungen und den Erregernachweis möglich. Um Folgeerkrankungen und Schäden für die Gelenke abzuwenden, ist das sofortige Aufsuchen eines Arztes angebracht, da schlimmstenfalls die gesamte Gelenkstruktur in Mitleidenschaft gezogen werden kann oder gar eine Sepsis (Blutvergiftung) droht.
Die rheumatische Arthritis
Eine rheumatische Arthritis beginnt in der Regel mit Schmerzen, die in den Gelenken der Hände und Füße beginnen. Was genau die Ursache dieser Art der Gelenkentzündung ist, darüber ist sich die Medizin auch heute noch nicht im Klaren. Aber neben genetischen Faktoren scheint ein Teil der Neuerkrankungen auf Autoimmunreaktionen zurückzugehen. Daneben können ebenfalls bakterielle Infektionen wie die der Borreliose für das Auftreten einer chronischen Arthritis verantwortlich sein. Aber egal welche Ursache die Schmerzen in den Gelenken auch haben, ohne eine Behandlung führen die Beschwerden früher oder später zur Zerstörung des Gelenks. Auf diese Weise wird die Mobilität der Patienten in zunehmendem Maß eingeschränkt. Anders als im Volksmund immer wieder behauptet, handelt es sich bei der chronischen Arthritis, die oft auch als Polyarthritis bezeichnet wird, nicht um eine Alterskrankheit. Bereits im Kindesalter ist das Auftreten erster Symptome möglich.
Die chronische Arthritis
Anders als die akute Verlaufsform beginnt eine chronische Arthritis bei vielen Patienten in den Gelenken der Hände und Füße. Man spricht in diesem Zusammenhang auch von den stammfernen oder distalen Gliedmaßen. Im Gegensatz zur infektiösen Arthritis ist an dieser Stelle eine Therapie, die Heilung verspricht, unmöglich. Durch eine frühe Behandlung besteht aber die Möglichkeit, den destruktiven Krankheitsverlauf hinreichend zu verzögern. Besonders tückisch ist das lange Anhalten eines Krankheitsschubes, was schließlich zur Verformung der Gelenke und einer anhaltenden Versteifung führt. Neben diesem Symptom, das oft auch beiderseits, also symmetrisch auftritt, kommen noch andere Krankheitserscheinungen dazu. Zu diesen zählen unter anderem eine fühlbare Müdigkeit, das Auftreten eines allgemeinen Krankheitsgefühls und eine spürbare Mobilitätsabnahme der Gelenke, vor allem in den Morgenstunden. Viele Patienten mit der Diagnose chronische Arthritis fühlen sich zudem schlapp, klagen über eine anhaltende Lustlosigkeit, die von Depressionen, einem Leistungsabfall und einer Gewichtsabnahme begleitet werden. Weitere Anzeichen, die typischerweise oft mit Entzündungen im Zusammenhang stehen, sind das Auftreten von erhöhter Temperatur oder sogar Fieber.
Therapiemöglichkeiten
Während sich bei der akuten Arthritis eine Therapie vordergründig auf eine Kombination aus Gelenkdrainage, also operativem Eingriff, und medikamentöser Behandlung mit Antibiotika stützt, muss im Rahmen der chronischen Arthritis ein anderer Weg eingeschlagen werden. Für die Auswahl einer passenden Therapieform ist hier besonders der Fortschritt einer Erkrankung von Bedeutung. Gerade in einem späten Stadium lassen sich operative Eingriffe, mit denen die Gelenkmissbildungen korrigiert werden sollen, nur selten umgehen. In einigen Fällen werden die betroffenen Gelenke sogar ersatzlos entfernt. Neben dieser drastischen Methode hat sich aber auch eine kombinierte medikamentöse Behandlung etabliert, mit der zum einen die Schmerzen und zum anderen die Auswirkungen der Entzündungsschübe gelindert werden sollen. Zusätzlich kommen auch stoffwechselwirksame Präparate zum Einsatz.