Methoden zur Korrektur von Fehlsichtigkeit

Ob kurz- oder weitsichtig, Hornhautverkrümmung oder Grauer Star, mehr als die Hälfte aller erwachsenen Deutschen ist in die eine oder andere Richtung von einer Fehlsichtigkeit betroffen. Häufig ist eine Korrektur leicht möglich, denn für die meisten Patienten birgt schon eine Brille die notwendige Erleichterung. Das ist jedoch leider nicht immer so, manchmal helfen nur Kontaktlinsen und in Extremfällen eine Operation, um die Fehlsichtigkeit zu korrigieren.

Die Brille

Die Brille ist die älteste und verbreitetste Sehhilfe. Schon vor Jahrhunderten bemerkte man den Lupeneffekt geschliffener Kristalle wie beispielsweise Bergkristalle und verwendete sie als Lesehilfe. Dass sich Glas entsprechend verwenden und je nach Fehlsichtigkeit anpassen bzw. schleifen lässt, ist inzwischen allgemein bekannt, jeder Optiker verdient damit seinen Lebensunterhalt.

Brille


Ist die Brille korrekt verordnet und wurde vom Optiker richtig eingestellt bietet sie eine Korrektur der Fehlsichtigkeit ohne Nebenwirkungen. War das Tragen einer Brille früher vielen Menschen peinlich, hat sich dieses Hilfsmittel zum modischen Accessoire gemausert. Gestelle gibt es in allen erdenklichen Farben, Formen und Materialien und auch die Gläser sind inzwischen an verschiedene Anforderungen anpassbar. Für den Sport eignen sich leichte Kunststoffgläser, die nicht zersplittern, Gleitsichtgläser ermöglichen die Kombination unterschiedlicher Korrekturen in einem Gestell und Sonnenbrillen bieten Sonnenschutz in vielen verschiedenen Farbtönen. Doch die Brille ist kein Allheilmittel. Im Vergleich zur natürlichen Sehkraft hat sie Nachteile: Sie schränkt das Sichtfeld ein und erhöht beim Sport das Verletzungsrisiko, manche Sportarten lassen sich mit einer Brille auch grundsätzlich nicht ausführen.

Kontaktlinsen

Descartes beschäftigte sich schon im 17. Jahrhundert mit der Möglichkeit einer Korrekturlinse, die direkt auf dem Auge zu tragen wäre - doch war ein solches Verfahren zur damaligen Zeit noch nicht umsetzbar. Erst im 19. Jahrhundert wurde es möglich Kontaktlinsen aus Glas direkt im Auge zu tragen. Heute stellen Kontaktlinsen eine beliebte Alternative zur Brille dar, es gibt sehr viele verschiedene, den Umständen angepasste Arten.

Harte Kontaktlinsen zeichnet ihre Sauerstoffdurchlässigkeit aus, so wird das Auge sehr gut mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgt. Dabei sind die Kontaktlinsen heute längst nicht mehr so hart wie in Zeiten, als sie noch aus Glas bestanden. Trotzdem wird das Tragen von solchen Linsen häufig als unangenehm empfunden. Ihr wenig flexibler Kunststoffkörper birgt zudem die erhöhte Gefahr, dass Fremdkörper unter die Linse geraten. Das ist bei weichen Kontaktlinsen wesentlich seltener der Fall.

Weiche Kontaktlinsen sind in der Regel angenehmer zu tragen als ihr hartes Pendant. Beide Arten schwimmen auf der Hornhaut, die weichen Linsen passen sich jedoch der Form der Hornhaut besser an, sie reizen weniger und sind aufgrund ihrer Flexibilität auch weniger leicht zu verlieren. Es besteht jedoch die Gefahr die Augen auf Dauer zu schädigen, da beim Tragen weicher Kontaktlinsen, die Versorgung mit Nähr- und Sauerstoff nur eingeschränkt stattfindet.

Ein relativ neuer Trend sind Nachtlinsen. Sie werden in der Nacht getragen und sollen die Hornhaut des Auges verformen, so dass in der Folge für bis zu 40 Stunden scharf gesehen werden kann.

Operation

Die Operation der Augen ist kostenintensiv, bedeutet jedoch eine dauerhafte Korrektur der Fehlsichtigkeit, wenn die Prozedur ohne Komplikationen vor sich geht. Natürlich bedeutet jede Operation ein Risiko, auch die der Augen. Neben dem Infektionsrisiko besteht die Möglichkeit, dass die Sehfähigkeit eingeschränkt oder sie von ungewollten Nebenwirkungen begleitet ist. Da es sich bei den Operationsmethoden um relativ moderne Methoden handelt, gibt es kaum Studien über ihren dauerhaften Erfolg. Schon deshalb wird dieses Risiko von gesetzlichen Krankenkassen im Regelfall nicht getragen.

Nach der Untersuchung durch einen Augenarzt erhält der Patient Empfehlungen wie die Fehlsichtigkeit zu korrigieren sei. Dann muss er sich entscheiden, ob ihm die Korrektur durch eine Brille reicht oder ob er seiner Eitelkeit Tribut zollt. Bei besonders schwerer Fehlsichtigkeit kann eine Brille den Leidensdruck außerdem nur wenig mindern, so dass sich solche Patienten besonders häufig für eine OP entscheiden. Wer sehr stark kurzsichtig war, erwacht nach der OP zu einem vollkommen veränderten Leben ohne „optische“ Einschränkungen.


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