Wenn die Natur zum Feind wird – Pollenallergie

Ein Spaziergang durch die Natur ist eine Wohltat für die alltagsgestresste Seele. Der Gang durch Wälder, Wiesen und Felder entspannt und gibt Kraft für Arbeitstage im Büro oder Haushalt. Auch die Arbeit im eigenen Garten macht ausgeglichen und verschafft Erfolgserlebnisse – wenn man auf die Pollen der verschiedenen Pflanzen nicht allergisch reagiert.

Der Frühling, die ersten Sonnenstrahlen und die ersten Blüten bedeuten leider auch die ersten Schübe für Pollenallergiker. Nicht jeder kann die Freude eines Osterspazierganges wie bei Goethe komplett nachvollziehen, für manchen wird daraus eher eine Qual. Dann nämlich läuft die Nase, Husten- und Niesanfälle wechseln sich ab, die Augen tränen und ein unerträglicher Juckreiz überzieht die Haut.

Blütenpollen


Zivilisationskrankheit Pollenallergie

Die Pollenallergie ist eine Zivilisationskrankheit. Der Körper der Betroffenen reagiert mit einer Abwehrreaktion auf Blütenpollen unterschiedlichster Art und beeinflusst, ja beeinträchtigt ihr Leben stark. Diese eigentlich harmlosen Pollen werden durch den Körper wie gefährliche Krankheitserreger behandelt und dementsprechend bekämpft. Warum das passiert, konnte die medizinische Forschung bisher nicht ergründen, dementsprechend gestaltet sich eine Behandlung nicht immer einfach.

Die Neigung zu allergischen Reaktionen auf bestimmte Stoffe wird vermutlich vererbt, doch damit lässt sich nicht erklären, warum die Zahl der Allergiker immer weiter zunimmt. Die Ursache dafür liegt wahrscheinlich in der sich immer weiter in die Länge ziehenden Pollensaison, so dass auch weniger empfindliche Personen irgendwann allergische Reaktionen zeigen. Die Winter werden kürzer, die Bäume blühen früher und die Blühzeit für Gräser oder Blumen verlängert sich.

Behandlung der Pollenallergie

Schon fünfzig eingeatmete Pollenkörner reichen aus, um bei einem Allergiker Allergiesymptome auszulösen. Wie viele Pollen man einatmet, wenn man über eine Sommerwiese läuft, steht dazu in krassem Gegensatz. Um Linderung zu erreichen, sollte man rechtzeitig einen Arzt aufsuchen, denn die Behandlung einer Pollenallergie verläuft umso erfolgversprechender, je früher sie einsetzt.

Mittels verschiedener Tests bestimmt der Arzt die individuellen Allergene, also diejenigen Stoffe, auf die der Patient allergisch reagiert. Eine Impfung kann die Symptome lindern und verhindern, dass sich die allergische Reaktion zu einer chronischen Erkrankung der Atemwege auswächst. Auf dem Wege der Immunisierung wird der Körper immer wieder in geringen Dosen mit dem Allergen konfrontiert, was auf die Dauer desensibilisieren soll. Diese Behandlung bedarf natürlich einiger Hilfen, welche die allergische Reaktion für den Patienten erträglich machen. Dazu gehören beispielsweise Antihistaminika, die den quälenden Juckreiz unterdrücken helfen.

Leider gibt es kein „Wundermittel“ gegen Pollenallergien, das eine wirksame Heilmittel konnte bisher nicht gefunden werden. Um das Leiden gering zu halten, sollte die Behandlung im Idealfall vor der Blütezeit des den Patienten betreffenden Allergens beginnen und über die komplette Pollensaison durchgeführt werden.

Wer die Behandlung vernachlässigt oder komplett auf sie verzichtet, geht das Risiko ein, chronisch an Schnupfen oder Asthma zu erkranken. Entzündungen von Nasennebenhöhlen und des Mittelohrs sind ebenso häufige Begleiterscheinungen. Im schlimmsten Fall können Hörbeeinträchtigungen und beständige Kopfschmerzen die Folge sein.

Umgang mit der Pollenallergie

Natürlich helfen auch einfache Vorsichtsmaßnahmen, die allergische Reaktion zu mindern.

Im Frühjahr sollte man die Fenster möglichst geschlossen halten oder alternativ die sehr wirksamen Pollenschutzgitter montieren.

Nach einem Aufenthalt in der Natur wechselt man die Kleidung und wäscht sich idealerweise die Haare.

Kleidung trocknet man nach dem Waschen keinesfalls im Freien.

Wer draußen unterwegs ist, kann sich mit Sonnenbrille und Hut vor Pollen schützen.

Moderne Fahrzeuge sind mit Pollenfiltern ausgestattet, die regelmäßig überprüft bzw. ausgetauscht eine echte Hilfe sind.

Wer sich über die Blütezeit der unterschiedlichen Pollen informieren möchte, der findet in einem Pollenkalender Rat und auch so manchen Tipp zum Umgang mit der Allergie. Das kann sie nicht verhindern, aber doch Erleichterung bringen.

 


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