Primäre Kopfschmerzerkrankungen

Die Gruppe der primären Kopfschmerzerkrankungen umfasst die Arten von Kopfschmerzen, die laut einschlägigen Statistiken am häufigsten auftreten. Bei ihnen handelt es sich um Kopfschmerzen, die kein Symptom, sondern eine Krankheit an sich darstellen - daher auch die Bezeichnung "primär". Sie umfasst Migräne ebenso wie den Kopfschmerz vom Spannungstyp, Cluster-Kopfschmerzen sowie eine Reihe weiterer primärer Kopfschmerzarten, die nach der internationalen IHS-Klassifikation als "andere primäre Kopfschmerzen" bezeichnet werden. Zu den anderen primären Kopfschmerzen zählen Schmerzen wie der primäre Hustenkopfschmerz, der plötzlich und nur bei Husten auftritt, der Donnerschlagkopfschmerz, der plötzlich mit maximaler Intensität einsetzt und bis zu zehn Tage anhält oder der Kopfschmerz bei sexueller Aktivität, der sich bei Erregung steigert und beim Orgasmus schlagartig intensiviert wird.

Wussten Sie schon?
Kopfschmerzen können auch durch körperliche Anstrengung oder ohne ersichtlichen Grund im Schlaf auftreten.

Weitaus bekannter sind allerdings die drei anderen Kopfschmerz-Arten Cluster-Kopfschmerz, Spannungskopfschmerz und Migräne. Cluster-Kopfschmerzen treten üblicherweise gehäuft in Serien auf, daher auch ihre Bezeichnung. Sie werden häufig von Symptomen wie vermehrtem Schwitzen, Lidödemen, Rhinorrhoe oder Unruhe begleitet und als schwer und streng einseitig charakterisiert.

Kopfschmerzen vom Spannungstyp
Kopfschmerzen vom Spannungstyp oder kurz Spannungskopfschmerzen werden unterschieden in sporadisch auftretende, häufig auftretende, chronisch auftretende und wahrscheinliche Spannungskopfschmerzen. Sie sind der häufigste, gleichzeitig aber auch der am wenigsten untersuchte primäre Kopfschmerz. Charakteristisch ist ein beidseitiger Schmerz, der meist als drückend oder beengend empfunden wird. Häufig berichten Betroffenen von einem Gefühl, als würde ihr Kopf von einem Eisenring umspannt oder ein zu enger Hut würde darauf sitzen. Der Schmerz beginnt meist am Hinterkopf und zieht sich dann langsam über den gesamten Kopf. Vor allem bei chronischen Verlaufsformen sind Migräne-typische Symptome wie Übelkeit, Licht- und Lärmempfindlichkeit zu beobachten.

Wussten Sie schon?
Chronische Spannungskopfschmerzen sind kaum von einer chronischen Migräne zu unterscheiden.

Migräne
Häufig geben Betroffene an sie litten unter Migräne, obwohl ein Spannungskopfschmerz vorliegt. Eine Migräne zeichnet aber im Gegensatz zum Spannungskopfschmerz aus, dass der Schmerz im vorderen Bereich des Kopfes auftritt und sich nicht erst von hinten nach vorn zieht. Bei einer Migräne wird der Schmerz als einseitig und pulsierend beschrieben, nicht als pochend oder drückend und beidseitig wie beim Spannungskopfschmerz. Auch in ihrer Intensität unterscheiden sich die beiden Kopfschmerzarten: Migräneattacken sind so schmerzhaft und mit derart behindernden Symptomen begleitet, dass sie Betroffene für Tage außer Gefecht setzen können. Migräne unterteilt man u.a. in Migräne mit und ohne Aura. Unter einer Aura versteht man Begleiterscheinungen, die einer Attacke bereits Stunden oder Tage vorausgehen: Schon im Vorfeld leiden Betroffene beispielsweise unter Hyperaktivität, Depression, Heißhunger, Müdigkeit oder einer besonderen Empfindlichkeit in Bezug auf Licht und Geräusche.

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