Die Flora ist natürlich stark von den gegebenen Bedingungen abhängig, so dass man in den kälteren Gebieten Boliviens wie zum Beispiel in den Hochlandregionen fast nur kurze Grasarten und Moosgewächse vorfindet. Daneben findet man dort noch einige Sträucher, die aber wegen des oft starken Windes nicht sehr hoch werden und fast schon wieder mit Gräsern verwechselt werden können. Es gibt in Boliviens Hochland jedoch eine beeindruckende Ausnahme, nämlich die Riesenbromelien am Titicacasee. Diese werden bis zu zehn Meter hoch, was im Hochland eine absolute Seltenheit ist. Das Blühen dieser Pflanze ist aber an sich schon ein echtes Spektakel, denn die Bromelie blüht erst nach etwa 75 Jahren und verausgabt sich bei dieser Blüte so sehr, dass sie gleich danach abstirbt. Die Riesenbromelie steht natürlich unter Naturschutz und man sollte bei einem Besuch Boliviens auf jeden Fall einen Abstecher zu dieser Pflanze machen.


Diese Vögel können alle einen ganz schönen Krach verbreiten, wenn sie durch ein Geräusch aufgeschreckt werden, der nur noch durch das Geschrei der bolivischen Affen übertönt wird. Da Affen Rudeltiere sind, trifft man meistens auch gleich auf mehrere Tiere und kann diese ideal beobachten. Viele bolivische Hotels und Reiseanbieter geben Touristen auf kleinen Safaris die Möglichkeit auch größere Tiere und solche, die gefährlich oder scheu sind zu beobachten. Solch eine Tour sollte man sich nicht entgehen lassen, vor allem wenn man die beeindruckenden Kaimane zu Gesicht bekommen kann.
Da das Tiefland Boliviens von Flüssen durchzogen wird, tut sich auch unter Wasser einiges. Naturforscher sprechen von über 1500 verschiedenen Fischarten, die sich in diesen Süßwässern tummeln.
Im Hochland ist die Tierwelt dann wiederum beschränkter. Vor allem Apacas und Lamas kommen mit den gegebenen Bedingungen im Hochland zurecht, so dass diese Tiere die wichtigsten Nutztiere dieser Gegend sind. Man kann sie fast als Milchwollsäue bezeichnen, denn sie dienen als Lasttiere ebenso wie als Lieferanten für Milch, Wolle und Fleisch.
Leider nur noch selten trifft man in freier Wildbahn auf den Kondor, der für die Bolivianer schon seit Urzeiten ein besonders Tier ist und der heute unter Naturschutz steht. An den Seen im Hochland trifft man sogar auf Flamingos wenn man Glück hat. Ebenfalls selten in freier Wildbahn findet man Meerschweinchen. Diese stehen jedoch nicht unter Naturschutz, im Gegenteil sind diese Tiere bei den Bolivianer nicht wegen ihrer Niedlichkeit geschätzt, sonder vielmehr wegen ihres Geschmacks. Meerschweinchen-Braten ist in Bolivien nichts Besonderes.
Die Bevölkerung Boliviens ist stark durch ihre Umwelt und die kulturellen Wurzeln aus der Zeit der Inkas geprägt. Die meisten Bolivianer würden sich daher auch eher als Indios denn als Bolivianer bezeichnen. Die korrekte Bezeichnung wäre Indígenas, die etwa 60% der Bevölkerung bilden. Der Rest der Bevölkerung sind Weiße und damit entweder Einwanderer oder Nachfahren der spanischen Kolonisten.
Ein Großteil dieser Indios lebt immer noch auf dem Land und arbeitet in der Landwirtschaft, um das eigene Überleben zu sichern. Viele Indios leben am Existenzminimum und auch knapp darunter. Bolivien ist wirtschaftlich gesehen das Schlusslicht Lateinamerikas, was unter anderem auch an der mit primitiven Mitteln betriebenen Landwirtschaft liegt, die wenig über den Eigenverbrauch hinaus produzieren kann.
Neben der Landwirtschaft gibt es nur wenig wirtschaftliche Verdienstmöglichkeiten, industrielle Bedeutung hat lediglich der Bergbau, der jedoch in seiner Bedeutung immer mehr zurückgeht. Die Textilindustrie und die Verarbeitung von Metall haben im Gegensatz dazu in den letzten Jahren an Bedeutung zugenommen.
Wirkliche Bedeutung hat in Bolivien der Coca-Anbau. Dieser ist aber natürlich umstritten, weil die Coca-Pflanze der Rohstofflieferant für die Droge Kokain ist. Daher versuchen ausländische Staaten - allen voran die Vereinigten Staaten von Amerika - immer wieder Bolivien vom Coca-Anbau abzubringen. Allerdings wird die Coca-Pflanze in Bolivien selbst hauptsächlich zu Tee verarbeitet oder von den Bolivianern gekaut, was absolut unschädlich ist. Die Bolivianer werden sich daher, und weil der illegale Handel mit der Coca-Pflanze sehr lukrativ ist wohl nicht vom Anbau abbringen lassen.
Wahrscheinlich hängt es auch mit der Armut großer Bevölkerungsteile zusammen, dass die Bolivianer sehr gläubig sind und in ihrem Glauben Kraft für ihr hartes Leben finden. Über 90% der Bevölkerung gehören dem katholischen Glauben an und hierbei handelt es sich nicht nur um Lippenbekenntnisse. Der Glaube ist für die Bolivianer sehr wichtig und spielt im alltäglichen Leben eine große Rolle. Auf diese Tatsache sollte man als Tourist Rücksicht nehmen und die religiösen Gefühle die Bolivianer auf keinen Fall verletzen.
Bolivianer sind sehr höflich und freundlich, jedenfalls solange man ihnen nicht zu nahe tritt. Auch benötigen sie oft etwas Zeit um mit Fremden warm zu werden. Wenn das Eis aber erst einmal gebrochen ist, dann hat man in einem Bolivianer meist einen echten Freund gefunden.
Um Land und Leute - also Bolivien und die Bolivianer - wirklich kennen zu lernen, sollte man sich auch deshalb etwas Zeit nehmen. Eine Reise ist Bolivien in jedem Fall Wert.