Titicaca-See

Der für Europäer lustig klingende Name Titicaca-See bezeichnet eines der beliebtesten Touristenziele in Bolivien. Schon seit Urzeiten haben die Einheimischen ein besonderes Verhältnis zu diesem Gewässer, trotzdem kann nicht sicher gesagt werden woher der Name Titicaca stammt. Eine Version über die Herkunft des Namens besagt, dass die Bezeichnung sich aus zwei Aymarabegriffen zusammensetzt, nämlich aus titi, was soviel beduetet wie "große Katze" und aus kak, was Felsen heißen kann. Die passende Legende berichtet dazu, dass der erste Inka über einen Felsen auf der so genannten Sonneninsel auf die Erde gestiegen sei und dieser Felsen habe die Form einer Wildkatze gehabt. Wegen der am Titicacasee heimischen Pumas hat man sich letztlich auf die Übersetzung Pumafelsen geeinigt und damit sind Einheimische wie Touristen sehr zufrieden.

Der Titicacasee bietet in erster Linie einer ganz besonderen Flora und Fauna ein Zuhause. Allein aus diesem Grund zieht es jährlich viele naturbegeisterte Touristen an den Titicacasee. Nur hier gibt es zum Beispiel den Titcaca-Taucher und der Titicaca-Frosch. Beim Titicaca-Taucher handelt es sich eigentlich um einen Vogel, der in diesem See beheimatet ist. Allerdings hat der Titicaca-Taucher so kleine Flügel, dass er nicht in der Lage ist zu fliegen. Wenn der Titicaca-Taucher aufgeschreckt wird, spurtet er auf dem Wasser los und schlägt mit den Flügeln allerdings ohne abzuheben.

Beim Titicaca-Frosch liegt die Besonderheit in dessen faltiger Haut. Dieser Frosch atmet nämlich über seine Haut und deswegen muss die Oberfläche der Haut durch die Falten so groß sein. Auch Pflanzenfreunde kommen am Titcacasee auf ihre Kosten. Sie finden eine Unterart der Bromelie, die besonders hoch und schön wird. Sie braucht über 70 Jahre bevor sie blüht und wenn dieser Zeitpunkt erreicht ist, stirbt die Pflanze relativ schnell ab, denn die Anstrengung des Blühens ist zu groß. Dadurch sind diese Pflanze und der Titicacasee zu einem echten Geheimtipp für Liebhaber geworden.

Der Titicaca-See ist also wirklich etwas Besonderes. Er gehört zu den größten Süßwasserseen ganz Amerikas und ist der größte Südwassersee von Südamerika. Um die Dimensionen abschätzen zu können, liegt ein Vergleich mit Deutschlands größtem See, dem Bodensee nahe. Dieser würde etwa 13 Mal in den Titicacasee passen.

Geographisch befindet sich der Titicaca-See auf dem so genannten Altiplano, also auf einer Hochebene Boliviens in den Anden. Außerdem verläuft mitten durch den See die Grenze zwischen Peru und Bolivien, der östliche Teil des Sees gehört also zu Bolivien. Insgesamt ist der See etwa 8000 Quadratkilometer groß, dabei fast 200 Kilometer lang und 60 Kilometer breit. Wie tief der Titcaca-See ist, ist eine umstrittene Sache. Laut Messungen erreicht der See Tiefen bis etwa 280 Meter, doch die einheimischen Sagen behaupten der See wäre bodenlos. Die Größe des Titcaca-Sees ermöglicht in jedem Fall ein sehr gutes Geschäft für die Fischer rund um den Titicaca-See. Boliviens sonst recht arme Bevölkerung kann sich rund um den Titicacasee auf die Nahrungsquelle Fisch in jedem Fall verlassen. Außerdem ist das Klima am Titicacasee recht warm, so dass hier ein optimales Anbaugebiet für Kartoffeln, Gerste, Mais und andere Gemüsesorten und Feldfrüchte besteht. Die Anwohner rund um den Titicacasee müssen also keinen Hunger leiden. Von hier aus soll im Übrigen die Kartoffel ursprünglich ihren Siegeszug um die Welt angetreten haben. Wer den Titicacasee besucht, der sollte auf jeden Fall auch die schwimmenden Insel der Uros besuchen. Dabei handelt es sich um Bauten der Uros, die ähnlich einem Hausboot auf dem Wasser schwammen und am Ufer verankert waren und bei Bedarf losgebunden werden konnten. Dies war teilweise nötig, weil die Uros kein gutes Verhältnis zu den Inkas hatten und der Titcacasee den Uros auf ihren schwimmenden Inseln eine Zufluchtsstätte bieten konnte.

Heute gibt es natürlich keine feindlich gesinnten Inkas mehr, doch die Uros haben ihre Lebensweise trotzdem nie aufgegeben, was zum einen an ihrem Stolz liegt und zum anderen daran, dass sie den Tourismus für sich entdeckt haben. Besucher dürfen die schwimmenden Inseln gegen ein Entgelt besuchen, allerdings gilt bei den schwankenden Bauten immer Vorsicht.

Weniger schwankend sind da schon die echte Insel Isla del Sol und die Isla de la Luna. In der Übersetzung hat man es hier also mit der Sonnen- und der Mondinsel zu tun. Auf beiden Inseln findet man unzählige Ruinen aus der Inkazeit, die man sich auf keinen Fall entgehen lassen darf. Außerdem sollte man sich die Legende zu diesen Ruinen erzählen lassen, die von der Erschaffung der Inkas handeln.

Auch wenn man von bolivianischer Seite den Titicaca-See erforscht, sollte man trotzdem nicht die Insel Taquile und die Halbinsel Capachica auf der peruanischen Seite verpassen: bei ersterer handelt es sich um eine relativ spät entdeckte Insel, die heute wegen der auf ihr beheimateten strickenden Männer bekannt ist. v Grundsätzlich ist der Titicacasee - egal von welcher Seite - immer eine Reise wert.


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