Kölner Geschichte

50 nach Christus wurde Köln zur Stadt erhoben und da es Stadthaltersitz der Römer war, erhielt die Stadt diverse Zuwendungen, wie zum Beispiel die so genannte Eifelwasserleitung, eines der längsten Aquädukte zu dieser Zeit. Köln war also von seiner Gründung an eine sehr bedeutende Stadt und dies blieb auch so durch die folgenden Jahrhunderte. Allerdings änderten sich immer wieder die Besitzverhältnisse, so ging Köln im Frühmittelalter von römischem Besitz in fränkischen Besitz über. Dort blieb es als eine Art Hauptstadt bis zum Anfang des 6. Jahrhunderts. Mit der zunehmenden Macht Chlodwigs ging Köln danach in dessen Großreich auf, allerdings konnte sich Köln durch seine machtvolle Stellung ein großes Maß an Eigenständigkeit bewahren. Außerdem kam der Stadt Köln zugute, dass in ihr sowohl Franken als auch Römer friedlich zusammenlebten, denn dadurch kam es zu einem regen kulturellen Austausch. Darin ist auch mit ein Grund für die Vormachtstellung Kölns zu sehen.

Köln wurde am Ende der Merowingerzeit zur Residenzstadt, was natürlich eine zusätzliche Aufwertung der Stadt bedeutete, denn der Bischof beziehungsweise Erzbischof von Köln war eine der bedeutensten Persönlichkeiten im ganzen Reich, was Köln zusätzliche Aufmerksamkeit und Privilegien einbrachte. Vor allem im 10. Jahrhundert kamen immer mehr Stiftsgründungen in Mode, die für den Boom im romanischen Kirchenbau sorgten. In der Folge dieser Stiftungsgründungen nahm die Macht der Erzbischöfe noch zu, denn die Erzbischöfe waren mittlerweile politisch gebildet und äußerst machtbewusst. Köln wurde zum unbestrittenen geistlichen Zentrum, auch durch die Aufstellung von Heiligenikonen, -reliquien und -gebeinen. Dadurch wurden auch die Pilger in immer stärkerem Maße nach Köln gezogen und das Ansehen und der Ruf Kölns stiegen ständig an.

Köln war im Mittelalter die am stärksten wachsende Stadt und im Hochmittelalter war sie die größte Stadt des Reiches überhaupt. Unzählige Menschen zogen nach Köln, so dass die Stadt immer wieder erweitert werden musste. Dies lässt sich heute noch besonders gut an der Erweiterung der Stadtmauer und Stadtbefestigung archäologisch nachweisen und verfolgen.

Im 12. Jahrhundert hatte Köln fast einen ähnlichen Stand wie Jerusalem, Konstantinopel und Rom, was auch an der Bezeichnung Sancta zu erkennen ist, das alle vier Städte im Namen trugen. Die offizielle Bezeichnung von Köln war "Sancta Colonia Dei Gratia Romanae Ecclesiae Fidelis Filia" was "Heiliges Köln von Gottes Gnaden, der römischen Kirche getreue Tochter" bedeutet. Das einzige was Köln noch fehlte war ein entsprechendes pompöses Gotteshaus, das mit denen der anderen Städte vergleichbar wäre. Diese Überlegungen führten in der Mitte des 13. Jahrhunderts zur Grundsteinlegung des Kölner Doms, dem wohl berühmtesten Gebäude Kölns. Die Bauarbeiten wurden erst im Jahre 1880 beendet und das auch nur für kurze Zeit. Der Dom ist solch ein riesiges Gebäude, dass die Reparaturarbeiten und Instandhaltungsmaßnahmen wohl nie enden werden. Deswegen wird der Dom auch gerne als "Ewige Baustelle" bezeichnet.

Im 13. Jahrhundert erhielt Köln außerdem verschiedene Handelsrechte, die den wirtschaftlichen Aufstieg der Stadt weiter beschleunigten. Allerdings verlief nicht alles ideal, auch nicht in dieser Zeit. Zum Beispiel bestanden jahrelang Auseinandersetzungen zwischen den Kölner Erzbischöfen und den Patriziern, die erst mit der Schlacht bei Worringen gelöst werden konnten. Hierbei kämpft das Heer des Erzbischofs gegen das Heer des Grafen von Berg und der Kölner Bürger. Der Erzbischof unterlag in dieser Auseinandersetzung was zur Folge hatte, dass die Stadt nicht mehr zum Erzstift gehörte.

Eine weitere große Veränderung kam mit der Erhebung Kölns zur freien Reichsstadt Ende des 15. Jahrhunderts und der Aufnahme in den Niederrheinisch-Westfälischen Reichskreis. Die Stadt wuchs und florierte weiter. Nicht einmal der Dreißigjährige Krieg hatte wirkliche Auswirkungen auf Köln. Durch den blühenden Handel war Köln nämlich in der Lage sich von Belagerungen und Angriffen freizukaufen. Allerdings darf man nicht glauben, dass Köln durch den Krieg geschröpft wurde: Kaum eine Stadt verdiente in dieser Zeit durch Waffenproduktion und Waffenhandel so gut wie Köln.

Ein erneuter Einschnitt in der Geschichte Kölns kam mit den Ereignissen der Französischen Revolution. Köln wurde französisch besetzt und die Zeit Kölns als "Heilige Stadt" war vorbei. Die Gebiete links des Rheins wurden von Frankreich in sein Gebiet eingegliedert und die neue Hauptstadt wurde Aachen. Allerdings schmälerte dies nicht die grundsätzliche Bedeutung Kölns. Diese blieb auch im 19. Jahrhundert bestehen und auch die Eingliederung Kölns und des gesamten Rheinlands ins Königreich Preußen änderte daran nichts. Im Gegenteil stieg Köln bald zur zweitwichtigsten Stadt nach Berlin im preußischen Reich auf. Dies hatte wiederum große Stadterweiterungen zur Folge, Köln wuchs also wieder weiter und das auch über die Jahrhundertwende vom 19. zum 20. Jahrhundert hinaus.

Die Begeisterung für den Ersten Weltkrieg war auch hier groß und die Ernüchterung während und nach dem Krieg dafür umso größer. Die Jahre der Weimarer Republik waren auch für Köln schwierig, wie für die meisten deutschen Städte, doch es gab auch viel Positives in den 1920er Jahren. Zum Beispiel wurde eines der größten Hochhäuser in Europa in Köln errichtet, außerdem konnte die Kölner Messe eröffnet werden, die fortan als Publikum Magnet fungierte und dies auch noch heute tut.

Die eigentlichen Probleme kamen erst mit dem Aufstieg des Nationalsozialismus und mit dem Zweiten Weltkrieg. Auch in Köln brannten in der Reichskristallnacht die Synagogen. Juden, sowie die Sinti und Roma wurden deportiert. Vor allem während der Jahre 1942 bis 1944 war Köln dem britischen und amerikanischen Flächenbombardement ausgesetzt. Die Briten griffen dabei nachts an, während die Amerikaner am Tag über Köln kreisten. Bei diesen Angriffen wurden 90 Prozent der Stadt zerstört, auch der Kölner Dom wurde teilweise schwer beschädigt. Besonders tragisch waren aber natürlich die Menschenopfer, die durch diese Bombardements, aber auch durch die Hinrichtung von Widerstandskämpfern durch die Nationalsozialisten entstanden. Die Einwohnerzahl Kölns sank dramatisch auf unter 50000 Einwohner und die ursprüngliche Einwohnerzahl von etwa 800000 erreichte Köln erst wieder etwa 1960.

Dafür ging es ab den 1960er Jahren für Köln wieder aufwärts. Dieser Aufwärtstrend hält bis heute an und heute ist Köln eine der beliebtesten Städte in Deutschland.


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