César Manrique
Wer von den Kanareninseln spricht und insbesondere von Lanzarote, der wird auch immer von César Manrique sprechen. César Manrique kann man getrost als eines der Allround-Genies des letzten Jahrhunderts bezeichnen, wobei das Schicksal dieses Künstlers, Architekts, Bildhauers und Umweltschützers fast untrennbar mit Lanzarote verbunden ist.
Manrique wurde auf Lanzarote 1919 geboren und verbrachte seine gesamte Kindheit auf der Kanareninsel. Früh kommt er mit der Kunst in Kontakt und malt vor allem selbst. Inspiriert wird Manrique nicht nur in seiner Jugend sondern auch später immer wieder von den Steilküsten und der Landschaft Lanzarotes im Allgemeinen. Immer wieder beschäftigt und fasziniert die Natur Lanzarotes Manrique in seinen Arbeiten.
Nach seiner Schulausbildung schlägt er aber erst den Weg des Architekten ein und belegt Seminare an der Universität La Laguna, mit dem Ziel Städtebaumeister zu werden. Gleichzeitig lässt ihn aber die Kunst nicht los: Bereits mit Anfang Zwanzig hat er erste Ausstellungen in Arrecife, Lanzarotes Hauptstadt. Manriques Begabung lässt sic bereits hier deutlich erkennen und kristallisiert sich endgültig bei seinem Besuche der Schule der Schönen Künsten "San Fernando" in Madrid heraus, wo er zwischen 1945 und 1950 seine Zeichen- und Malkünste verfeinert und schließlich einen Meistertitel erhält.
Nach den entscheidenden Ereignissen des Zweiten Weltkrieges ist in den 1950er Jahren in besonderem Maße die Kunst gefragt, doch alte Stile scheinen den meisten Künstlern nicht mehr passend. Dies gilt auch für Manrique, der sich mit verschiedenen anderen Künstlern zusammen tut und letztlich mit diesen zum Vorreiter des Surrealismus wird und das nicht nur in Spanien. Der Surrealismus wird zu einem der beliebtesten Kunststile überhaupt und seine Vertreter zu gefeierten Stars. Diese Tatsache machte auch Manrique über die Grenzen Spaniens hinaus bekannt und berühmt. Auf der ganzen Welt hat Manrique ausgestellt, hervorzuheben sind jedoch seine Ausstellungen in Amerika, die in den 1960er Jahren von führenden Persönlichkeiten wie zum Beispiel Nelson Rockefeller initiiert wurden.
Manrique war jedoch in seinem Herzen immer auf Lanzarote zu Hause und dahin hat es ihn auch immer wieder gezogen. Nach seinen Aufenthalten in den Vereinigten Staaten kehrte es wieder dorthin zurück, denn Lanzarote war für ihn immer auch ein Quell der Inspiration. Um zu gewährleisten, dass Lanzarote immer in dieser Form bestehen bleiben würde, engagiert sich Manrique intensiv für den Schutz der Insel beziehungsweise wollte Manrique die Insel nach seinen Vorstellungen noch verschönern. Durch seine Beziehungen zu den führenden Schichten der Insel sorgte er dafür, dass nur die traditionelle Bauweise auf Lanzarote erlaubt wurde. Die Bettenbunker anderer Urlaubsinseln konnten Lanzarote dadurch erspart bleiben. Der Massentourismus verlief auf Lanzarote auch deswegen in ganz anderer Form, als auf anderen Inseln. Nicht einmal zweistöckige Bauwerke passten in das Bild, das Manrique von "seinem Lanzarote" hatte und genau aus diesem Grund schätzen heute so viele Urlauber Lanzarote. Diese Insel konnte sich dank Manrique ihre eigene Identität bewahren und hat daher so viel Charme.
Manrique engagierte sich für seine Vorstellungen stark, so dass er zum Beispiel nicht nur Forderungen stellte, sondern immer versuchte die Leute von seinen architektonischen und künstlerischen Ideen zu überzeugen.
1992 starb Manrique bei einem Autounfall auf Lanzarote. Die Bewohner der Insel sind ihm aber bis heute dankbar für seinen Einsatz für die Insel. So wurde Manrique bereits 3 Jahre nach seinem Tod zum "Bevorzugten Sohn" von Lanzarote erklärt und die Regierung von Lanzarote verpflichtet sich, Manriques Visionen und Ideen fort zuführen, da sie zum Gedeihen der Insel beitragen würden.
Das Gesicht, das Lanzarote also heute trägt, ist maßgeblich durch Manrique beeinflusst, so dass sich jeder Urlauber auf Lanzarote eigentlich klar machen sollten, dass es ohne diesen aktiven Künstler wohl nie das heutige Lanzarote geben würde.
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