Sizilien
„Herzlich willkommen im größten Skigebiet Südeuropas!“ Dieses Plakat befindet sich auf dem Wahrzeichen Siziliens, dem 3340 Meter hohen Vulkan Ätna. Und in der Tat, Sizilien wird als Skigebiet immer beliebter. Deshalb sollte man sich nicht wundern, wenn im Ferienflieger auch Skiausrüstungen geladen sind. Man kann von Catania aus bequem mit einer Schmalspurbahn die Skigebiete auf dem Ätna erreichen.
Der überwiegende Teil der Touristen kommt aber wegen Sonne, Meer, Badevergnügen, Kultur usw. auf die größte Insel des Mittelmeers: 25.426 Quadratkilometern ist sie groß und um die fünf Millionen Menschen leben auf ihr. Im Sommer jedoch erhöht sich diese Zahl enorm, denn dann kommen die Urlauber aus aller Herren Länder.
Die einen wegen der kilometerlangen Sandstrände und zahlreichen Buchten, die anderen wegen der Nationalparks oder den Tempelanlagen aus der Antike. Man sollte aber die Zahl der Reisenden nicht unterschätzen, die wegen der unzähligen kulinarischen Genüsse nach Sizilien kommen.
Sizilien hat ein durch und durch mediterranes Klima. Das heißt, die Sommer sind heiß und trocken, die Winter mild und feuchtem. An den Stränden im Süden kann es im Sommer jedoch enorm heiß werden. Herrschen normalerweise Durchschnittstemperaturen von 26 Grad - im Winter 10 Grad - kann der "Scirocco", der Saharawind, die Temperaturen auf über 40 Grad treiben.
Aus aller Herren Länder kamen einst auch die unzähligen Eroberer - angelockt durch die zentrale Lage im Mittelmeer war Sizilien im wahrsten Sinne des Wortes "ein gefundenes Fressen". Heute gehören die Überbleibsel der Besatzer (die wichtigsten waren Griechen, Araber und Normannen, aber auch die Staufer) zu den Attraktionen der Insel. Nirgendwo sonst findet man auf solch engem Raum so viele Zeugnisse verschiedenster Kulturen. Ein kunterbuntes Gemisch der unterschiedlichsten Stilelemente ist heute auf der ganzen Insel zu sehen. Wer ins Detail gehen will, der findet in den Museen oder Gemäldegalerien, in Ausgrabungsstätten, Kirchen und Klöster Beispiele im Überfluss.
Ein Beispiel dafür ist Agrigent und das „Tal der Tempel“. Hier befinden sich die archäologischen Stätten, die die traurigen Überreste der antiken Stadt Akragas zeigen und zu den wichtigsten archäologischen Fundplätzen auf Sizilien gehören.
Die UNESCO befand die Ausgraben für so bedeutend, dass man 1997 die ganze Gegend zum Weltkulturerbe erhob.
Wer von den Resten der Antike genug gesehen hat, kann seine kulturellen Bedürfnisse in von der Fachwelt anerkannten Opernhäusern und Theater stillen. An erster Stelle stehen das aufwendig restaurierte Teatro Massimo in Palermo und das Teatro Massimo Bellini in Catania. Grandiose Inszenierungen auf höchstem Niveau, dieser Ruf eilt den beiden Theatern voraus. Im Sommer aber ist das Teatro Greco in Taormina Treffpunkt internationaler Stars und Sternchen.
Wie abwechslungsreich
Sizilien ist, spiegelt sich auch in der Natur wider. Hügel- und Bergketten ziehen sich um die ganze Insel. Die Ebenen sind ein landwirtschaftliches Schlaraffenland. Hier wächst eigentlich alles, was man für ein gutes Essen braucht. Und die gute Nachricht ist, dass sich ökologischer Landbau auch auf Sizilien immer weiter ausbreitet. Und noch ein Tipp: Die beste Reisezeit für Naturfreunde ist der Frühling. Alleine die Blüte der Mandelbäume ist ein überwältigendes Naturschauspiel, das wohl einzigartig in seiner Größe sein dürfte. Neben den Mandel- prägen natürlich Olivenbäume das Landschaftsbild. Das sizilianische Olivenöl hat eine ganz besondere Note - es schmeckt natürlicher, also etwas kräftiger als das feinere Olivenöl aus der Toskana. Wer Olivenöl mit nach Hause nimmt, sollte beim Kochen darauf achten, dass der starke Geschmack alles andere überdecken kann. Aber dies kann nichts daran ändern, dass sizilianisches Olivenöl zu den Besten gehört.
Egal von welcher Seite aus, rings um den Ätna kann man auch heute noch das ursprüngliche Sizilien entdecken und erwandern. Die vielen Bergstädtchen machen Wanderungen so attraktiv, sie sind nicht nur bezaubernd, sondern auch ihre Bewohner zeichnen sich durch große Herzlichkeit aus. Wanderungen führen immer durch abwechslungsreiche Landschaften, die durch Wälder, Hügel und aber auch Seen mit subtropischer Vegetation aufwarten. Der einzig natürliche See Siziliens ist der "Lago di Pergusa". Auch er ist vulkanischen Ursprungs und hat eine fast kreisrunde Fläche wie man es von den Kraterseen in der Eifel kennt. Die Wasserversorgung Siziliens wird durch Stauseen möglich, die man in allen Größen überall antrifft. Der größte von ihnen ist der "Lago Pozzillo".
1200 Kilometer ist die Küste Siziliens lang. Das heißt aber nicht, dass man auf dieser Länge auch sein persönliches Badevergnügen findet, denn vielfach ist die Küste zu steil. Von April bis November geht die Badesaison. Da herrscht Trubel in allen Gassen, und ein unglaubliches Sprachengewirr erinnert an die Geschichte von Babylon. Der Tourismus bündelt sich in den beliebten Badeorten Taormina, in Mondello oder im romantischen Fischerort Cefalù. Taormina hat noch eine Besonderheit zu bieten: Da der Ort hoch über dem Meer liegt und das Treppen steigen sehr beschwerlich ist, kann man bequem mit dem Strandaufzug das Meer erreichen. Wer sich eine einsame Bucht suchen will, der sollte sich ein Auto mieten, aber immer daran denken, dass die Suche nach einem geeigneten Platz immer mit Klettern verbunden ist. Badevergnügen findet man aber auch auf den Sizilien vorgelagerten Inseln. Eine vulkanische Besonderheit ist die Insel Stromboli.
Was aber wäre Sizilien ohne seine großen Städte. Es soll nur Palermo kurz beschrieben werden, ohne die Bedeutung von Catania, Messina usw. zu vergessen. Palermo ist die Hauptstadt Siziliens mit ca. 670.000 Einwohnern. Sehenswürdigkeiten: die Kathedrale aus dem 12. Jahrhundert mit den Gräbern der Staufer Heinrich VI. und Friedrich II. befinden. Sehenswert sind auch die Krypta und der Domschatz. Andere Kirchen zeichnen sich durch ihren arabisch-normannischen Stil aus, aber auch zahlreiche gotische Kirchen prägen neben wunderschönen Palästen das Stadtbild. Mittelpunkt der Altstadt ist der Platz "Quattro Canti", umgeben von vier Barockpalästen.
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