Toskana Sehenswürdigkeiten II
San Gimignano ist ebenso wegen seiner mittelalterlichen Architektur bekannt und wird von der UNESCO als Weltkulturerbe geschützt. Hier sollte man bei einer Italienrundreise auf jeden Fall Station machen. Umgangssprachlich ist San Gimignano als "Manhatten des Mittelalters" bekannt, denn es gibt kaum eine mittelalterliche Stadt, die so viele schöne Türme beherbergt, die vor allem heute noch so gut erhalten sind. Ursprünglich gab es über 70 Türme in San Gimignano, die im Laufe der Jahrhunderte durch den Zahn der Zeit und Kriege zu heute 15 zusammengeschrumpft sind. Allerdings stolpert man überall über die Überreste der einstigen Türme, so dass sich ein Besuch vor allem für archäologisch interessierte Touristen lohnt. Aber natürlich sind sämtliche Plätze, Kirchen, Paläste und Museen einen Besuch wert.
Mit der Toskana und ihren Sehenswürdigkeiten wird immer auch Leonardo da Vinci verbunden und damit auch die kleine mittelalterliche Stadt Vinci als dessen Geburtsstätte. Viele Besucher sind auf den ersten Blick von Vinci eher enttäuscht, da es einen recht ländlichen Charakter hat und nicht so ganz in das Bild des Weltbürgers Leonardo passt. Allerdings macht das gerade auch den Charme von Vinci aus, denn es ist umgeben von Olivenhainen und Weinbergen und lädt zu Wanderungen und Ähnlichem ein.
Allerdings kommen natürlich auch die Leonardo Fans auf ihre Kosten, denn in einem mittelalterlichen Kastell ist mittlerweile ein Leonardo-Museum untergebracht, in dem man die unzähligen Maschinen und Modelle des Erfinders und Genies begutachten und bewundern kann.
Daneben sind in Vinci noch viele andere Museen beheimatet, die sich mit Teilaspekten von Leonardos Leben beschäftigen, sowie das Geburtshaus und die Taufkirche Santa Croce. Vinci eignet sich übrigens sehr gut als Ausgangspunkt für Reisen nach Florenz, Pisa oder Siena. Wer also gerne ruhig logiert aber auf die Kulturstätten nicht verzichten will, der ist in Vinci gut aufgehoben.
Eine weitere interessante Stadt ist Pistoia, eine ebenfalls noch mittelalterlich geprägte Stadt. Allerdings ist hier der Charme eher etwas derber, denn das Städtchen wurde nicht herausgeputzt und verschönert wie an vielen anderen Orten, sondern eher in seinem rustikalen Charme belassen. Daher entdeckt man die Schönheit Pistoias nicht immer auf den ersten Blick, sondern muss in den dunklen Gassen erst danach suchen. Es gibt jedoch viel zu entdecken, daher sollte man sich nicht abschrecken lassen und die Plätze, Paläste und Kirchen auf sich wirken lassen. Außerdem bietet Pistoia einen sehr schönen Wochenmarkt in der Altstadt, auf dem man manche kulinarische Köstlichkeit der Region erwerben kann.
Einen ebenfalls etwas schwierigen Charme hat Lucca. Lucca wird durch eine Stadtmauer umgeben, die im 16. Jahrhundert erbaut wurde. Erstaunlicherweise ist diese Mauer bis heute vollständig erhalten, ein Phänomen, das einzigartig in Europa ist. Auf jeden Fall hat diese Stadtmauer dazu beigetragen, dass moderne Faktoren nur bedingt auf Lucca einwirken konnten. Die Stadt hat sich also ihren historischen Charakter bewahrt und Besucher können sich hier besonders gut auf die Suche nach den Spuren der Zeiten machen. Die Stadtmauer ist im Übrigen so breit, dass man auf ihr sehr gut die Stadt per Fahrrad oder zu Fuß entdecken kann.
Lucca wird in Italien auch als die "Stadt der 100 Kirchen" bezeichnet und der Name ist Programm: Wer alle Kirchen besuchen will, muss seinen Aufenthalt in Lucca meist verlängern. Außerdem ist Lucca natürlich der Geburtsort Puccinis und die Stadt ist stolz auf ihren berühmten Sohn.
Modern ist Lucca nur, wenn es um die touristisch geprägten Geschäfte und Boutiquen geht. Daher lässt sich in Lucca besonders gut ein historischer Stadtrundgang über die Piazza Anfiteatro, der ehemaligen römischen Arena, mit einem Stadtbummel verbinden.
Die drittgrößte Stadt der Toskana ist Prato, das von der Textilindustrie geprägt ist. Aus diesem Grund und weil Florenz in unmittelbarer Nähe liegt wird Prato oft vernachlässigt, allerdings zu Unrecht, denn auch die Altstadt von Prato ist absolut einen Besuch wert. Außerdem findet man zahlreiche Kunstschätze in Prato und gleichzeitig kann man hier sehr gut einkaufen, im Zweifel billiger als in Florenz.
Volterra bietet ähnliche Vorzüge, allerdings ist Volterra nicht wegen seiner Textilindustrie bekannt, sondern wegen Alabaster, der hier verarbeitet wird.
Auch verbunden mit einem ganz bestimmten Erzeugnis ist Carrara: Fast jeder kennt den teuren und wunderschönen Carrara-Marmor, der ein Exportschlager ist. Die wenigsten wissen aber, dass es ohne diesen Marmor keinen schiefen Turm von Pisa, keine herrlichen Kirchen und keine Paläste in der Toskana gäbe. Die weißen Steinbrüche strahlen Besuchern schon von weitem entgegen und sind auf jeden Fall einen Besuch wert. Außerdem lohnt sich natürlich auch hier ein Besuch im Stadtkern.
Grundsätzlich bietet die Toskana noch viele weiteren Sehenswürdigkeiten. Das ganze Land hat eine lange und herrliche Tradition, die man fast überall entdecken kann. Man muss sich nur auf den Weg machen und die Augen öffnen.
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