Arten von Rückenschmerzen

Rückenschmerzen sind derart vielfältig und auf so viele Ursachen zurückzuführen, dass es fast unmöglich erscheint, alle Arten aufzuführen. Hilfreich ist da die Klassifikation nach ICD-10: Damit ist die Internationale Klassifikation der Krankheiten (Version 10) gemeint, die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) herausgegeben wird. Entsprechend dieser Klassifikation unterteilt man Rückenschmerzen in die folgenden neun Gruppen: Pannikulitis in der Nacken- und Rückenregion (M54.0), Radikulopathie (M54.1), Zervikalneuralgie (M54.2), Ischialgie (M54.3), Lumboischialgie (M54.4), Kreuzschmerz (M54.5), Schmerzen im Bereich der Brustwirbelsäule (M54.6), Sonstige Rückenschmerzen (M54.8) und nicht näher bezeichnete Rückenschmerzen (M54.9).

Da die Vorstellung all dieser Gruppen diesen Rahmen deutlich sprengen würde, unterscheiden wir Rückenschmerzen hier noch etwas allgemeiner: Nach Dorsalgie und Lumbalgie/Lumbago. Was darunter zu verstehen ist, wie sich diese Arten von Krankheiten äußern und welche Therapieformen bei der Genesung unterstützen, erfahren Sie in den folgenden Abschnitten.

Dorsalgie

Die Bezeichnung Dorsalgie ist ein Sammelbegriff gleich in mehrfacher Hinsicht: Zum einen bezeichnet die Dorsalgie Rückenschmerzen im Allgemeinen, zum anderen wird der Begriff aber auch verwendet, um Schmerzen der Brustwirbelsäule zu benennen. In Abgrenzung zur Lumbalgie soll Dorsalgie hier aber die allgemeinen Rückenschmerzen, die sich nicht nur auf den unteren Rückenbereich beschränken, bezeichnen.

Orientiert man sich an der Klassifikation nach ICD-10 umfasst Dorsalgie die Rückenschmerz-Arten Pannikulitis, Radikulopathie, Zervikalneuralgie, Kreuzschmerz, Schmerzen im Bereich der Brustwirbelsäule, sonstige Rückenschmerzen und nicht näher bezeichnete Rückenschmerzen.

Rückenschmerz, der unter das Stichwort Dorsalgie fällt, kann auf unterschiedlichste Weise zutage treten: In Form von stechenden und drückenden, akuten und chronischen Schmerzen, zum Beispiel. Generell unterscheidet man sie in zwei Gruppen: Rückenschmerzen mit Beteiligung der Nervenwurzeln (auch: radikulärer Rückenschmerz) und Schmerzen ohne Beteiligung der Nervenwurzeln, pseudoradikulärer Rückenschmerz genannt. Letztere Schmerzen zeichnet aus, dass sie mit Bewegung erträglicher werden und sich in Ruhe verstärken - sitzen, liegen oder stehen ist damit also kaum möglich. Radikuläre Rückenschmerzen charakterisiert, dass sich der Schmerz in der Bewegung verstärkt. Auch Husten, Lachen oder Erschütterungen führen zur Verschlimmerung des Schmerzes. Zudem werden radikuläre Rückenschmerzen manchmal auch von Lähmungserscheinungen, einem Taubheitsgefühl und Störungen der Blasenfunktion begleitet.

Lumbalgie/Lumbago

Das was der Mediziner Lumbago nennt, ist im Volksmund eher unter dem Namen Hexenschuss bekannt: Akute Schmerzen im unteren Rücken, die über die Lenden-Kreuzbeinregion strahlt. Das ist es auch, was Lumbago oder auch die Lumbalgie ausmacht: Im Gegensatz zu anderen Arten von Rückenschmerz strahlt der Schmerz hier vor allem im unteren Rückenbereich aus. Wenn der Schmerz in das Bein fortgleitet, spricht man von einer Lumboischialgie: Dann tritt der Rückenschmerz zusammen mit Schmerzen entlang des Ischiasnervs auf und zieht dann hinunter ins Bein. Eine der häufigsten Ursachen dafür: Ein Bandscheibenvorfall. Hierbei treten Teile der Bandscheibe, die eigentlich als Dämpfer zwischen den Wirbeln fungiert, in den Wirbelkanal vor. In der Folge werden Nerven eingeklemmt, im schlimmsten Fall kommt es zu Lähmungserscheinungen.

Liegt eine Lumbalgie vor, berichten Betroffene von stechenden, akuten Schmerzen im unteren Rücken, die zusammen mit einigen Verspannungen dazu führen, dass sie eine verkrümmte Zwangshaltung einnehmen. Ursprüngliche Ursache für diese Schmerzen ist hauptsächlich eine Fehlhaltung, die bei Nichtbehandlung zu einer Facettengelenkarthrose führen kann. Aber auch andere abnutzungsbedingte Veränderungen an den Wirbeln und Bändern, Missbildungen oder Entzündungen können als Ursache in Frage kommen. Ebenfalls als Ursache für eine Lumbalgie zählen jedoch auch Skeletterkrankungen wie Osteoporose, Frakturen oder Tumore. Tritt eine Lumbalgie also mehr als einmal auf, sollte man unbedingt abklären, welcher Auslöser für den Schmerzreiz verantwortlich ist.

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