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Silikon in Shampoos

Für Friseure sind sie schon länger ein Graus: Silikone in Supermarkt-Shampoos. Der Normalverbraucher ahnte bisher allerdings nicht mal, dass so etwas in den meisten Shampoos enthalten ist. Silikone dichten die Badewanne ab oder vergrößern Brüste, das weiß man. Aber warum wird so ein Stoff Haarpflegeprodukten beigemischt?

Silikon hat eine sehr hohe Dehnfähigkeit und wird zum Abdichten von Fugen auf dem Bau verwendet. In der Kosmetik beweist der Wirkstoff ähnliche Eigenschaften. Immer wenn das Haar „repariert“ werden soll, kommt der Stoff oder eine seiner Varianten zum Einsatz. Silikon, so die Hersteller, lege sich wie ein Pflegefilm um das Haar, das Haar erscheint wieder glänzend und geschmeidig, ist leichter kämmbar. Der Wirkstoff steckt deshalb vor allem in den so genannten „Two-in-one“-Shampoos, in Haarspülungen und Pflegekuren.

Kehrseite der Medaille: Silikone lassen sich nicht mehr auf normalem Wege auswaschen. Mit jeder Haarwäsche reichern sich mehr und mehr Silikone im Haar an. Das Haar wird beschwert und hängt zunehmend schlapp herunter. Fehlendes Volumen und zusammenfallende Frisuren sind die Folge.

Will man seine Haare Färben lassen, oder benötigt man eine Dauerwelle, hat der Friseur seine liebe Not mit den Silikonen. Das Haar ist regelrecht versiegelt, nimmt die Farbe nicht richtig an und Dauerwellen halten nicht.

Fast zeitgleich mit den Shampoos sind deshalb auch so genannte „Clearing-Shampoos“ (z. B. von Panthene Pro V oder Redken Clear Moisture) auf den Markt gekommen, die die Stoffe wieder auswaschen und helfen, dass das Haar wieder behandelbar wird, Form und Farbe wieder halten. Diese teuren Spezialshampoos enthalten jedoch wie Waschmittel für die Kleidung Tenside. Auch ohne Chemiediplom kann man sich ausrechnen, dass diese natürlich das Haar weiter strapazieren und man deshalb wieder ein Repairshampoo benutzen sollte …

Silikon in Shampoos

Silikon in Shampoos @iStockphoto/Valua Vitaly

Aber damit nicht genug: Manch angeblicher Neurodermitis-Patient hat mal das Shampoo gewechselt und… flugs waren die unangenehmen Schuppen und der Juckreiz auf der Kopfhaut verschwunden. Silikone versiegeln nämlich nicht nur das Haar, sondern auch die Kopfhaut. Die Haut kann nicht mehr atmen, Ekzeme und Rötungen sind die Folge. Silikone stehen außerdem stark im Verdacht, Allergien auszulösen. Noch dazu soll das Zeug „süchtig“ machen, einmal benutzt, braucht man es immer wieder, der „Labello-Effekt“ tritt ein.

Aus dem Teufelskreis kommt man heraus, wenn man auf Shampoos ohne Silikon umsteigt. Dazu zählen alle Shampoos aus dem Bioladen (z.B. von Logona, Dr. Hauschka, Sante oder Lavera), aber auch einige im Supermarkt erhältliche Artikel, so zum Beispiel die von Guhl, einige Nivea-, Dove- oder Schauma-Shampoos oder die Balea-Shampoos von der Firma dm. In jedem Fall sollte man „Two-in-one“-Produkte meiden und bei Haarkuren genau auf die Inhaltsstoffe achten. Bei folgenden Substanzen (nur eine Auswahl) handelt es sich um Silikone: Diverse Dimethicone, Cyclomethicone, Amodimethicone, Polymethylsiloxan, Quaternium 80.

Nicht jede(r) steht jedoch auf die Produkte aus dem Bioladen. Wer nicht auf den Schmeichel-Effekt von Silikon verzichten möchte: Haarexperten raten, die Silikon-Shampoos nicht jeden Tag zu verwenden, zwischendurch doch mal ein Shampoo ohne das Zaubermittel aufzutragen. Bei feinen Haaren und vor der Coloration oder der Dauerwelle sollte man zwei Wochen vorher ganz darauf verzichten und kurz vor der Behandlung beim Friseur ein Peeling- oder Clearing-Shampoo benutzen. Statt der chemischen Saubermacher könnte man auch mal folgendes Rezept von Oma ausprobieren: Ein Eiweiß steif schlagen. einige Spritzer Zitronensaft unterrühren, 15 Minuten einwirken lassen. Auch das soll helfen.


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