Natürlich haben auch Eltern Angst, wenn ihr Kind operiert werden muss. Wenn sie aber ihrem Nachwuchs jetzt vermitteln, dass etwas Schreckliches passieren wird, kommen die Kinder völlig verängstigt ins Krankenhaus. Die Devise lautet deshalb: Positiv denken und eigene Befürchtungen nicht zeigen. "Die Notwendigkeit des Eingriffs sollte dem Kind möglichst ruhig mitgeteilt werden", sagt Dr. Peter Liedgens, Chefarzt der Kinderchirurgie im Elisabeth-Krankenhaus Essen. "Auch ist es ratsam, nicht in Gegenwart des Kindes mit den Ärzten über mögliche Komplikationen, die bei Operationen auftreten können, zu sprechen. Wie viel ein Kind über den bevorstehenden Eingriff wissen sollte oder wissen will, können seine Eltern am Besten beurteilen. Grundsätzlich gilt: Das Kind nicht überfordern, aber auch nicht unterschätzen. Manchen Kindern muss vorher alles im Detail erklärt werden, anderen macht so eine Vorgehensweise Angst. Der Eingriff darf aber niemals eine komplette Überraschungspartie für das Kind werden. Kinder müssen zumindest wissen, dass sie gepiekst werden, dass sie eventuell etwas einnehmen müssen, was nicht so toll schmeckt, und dass sie nach der OP vorübergehend Schmerzen haben können. Auf Versprechen à la ‚Es tut gar nicht weh’ sollte man verzichten. Sie können nicht eingehalten werden und führen beim Kind zu einem Vertrauensverlust."