Weinbaugebiete Afrika

Afrika bietet durch sein extrem trockenes und heißes Klima nicht in allen Ländern die besten Voraussetzungen für den Weinbau, deshalb konzentriert sich dieser nahezu ausschließlich auf den Norden und den Süden des Landes. Weinanbau in Afrika hat eine lange Geschichte und Tradition, sie reicht bis zu den Phöniziern zurück, die für die Verbreitung und Kultivierung der Reben in Nordafrika verantwortlich waren. Während der Kolonialzeit wurde der durch den Islam fast vollständig zum Erliegen gekommene Weinanbau in Algerien, Tunesien und Marokko durch die in erster Linie französischen Kolonialherren wieder neu belebt. Ein Großteil des algerischen und tunesischen Weines wurde bis zu ihrer Unabhängigkeit nach Frankreich und andere europäische Staaten exportiert, der Einfluss der ehemaligen Kolonialherren auf den Weinbau ist jedoch auch heute noch spürbar.

Weinbaugebiete

Die meisten Weinbaugebiete Algeriens sind wegen des günstigen Klimas in Küstennähe zu finden. Hier werden vor allem klassische, sehr alte, aus Frankreich und Spanien stammende rote Rebsorten angebaut. Die Qualität der algerischen Weine hat in den letzten Jahren eine deutliche Steigerung erfahren, was sich auch in den zunehmenden Exportzahlen niederschlägt.

In Tunesien werden ebenfalls hauptsächlich rote Rebsorten angebaut und zwar vor allem aus Frankreich bekannte Sorten, z.B. Cabernet. Die Ernte ist jedoch jedes Jahr aufs Neue durch starke Wüstenstürme bedroht, die sie mitunter komplett vernichten können. Der Trend der letzten Jahre zeigt einen Rückgang der Rebflächen, dafür nimmt die Produktion von Tafeltrauben zu.

Marokko erlebte nach dem Ende der Kolonialzeit und den fehlenden Kenntnissen der französischen Weinbauern eine herbe Krise im Weinanbau. Erst in den 90er Jahren bemühte sich der marokkanische König höchstpersönlich um einen Neuanfang, um die guten klimatischen Bedingungen und hochwertigen Böden des Landes für den Weinbau zu nutzen. Aus den vorrangig roten Rebsorten werden dunkle, schwere Rotweine und frische Roséweine erzeugt.

Ägypten hat eine Jahrtausende währende Weinbautradition, archäologische Funde aus der Zeit der Pharaonen legen Zeugnis ab von frühem Weinanbau und -konsum. Dennoch ist Weinbau in Ägypten heute ein relativ kleiner Wirtschaftszweig, die hierfür nötige Bewässerung der Weinbaugebiete und das islamische Alkoholverbot machen Weinbau nur mäßig interessant für die ägyptische Regierung.

Südafrika erlebt seit den 80er Jahren einen stetigen Aufschwung hinsichtlich der Beliebtheit und damit natürlich auch der Exportzahlen des angebauten Weines. Mit über 100.000 Hektar stellt Südafrika die größte Rebfläche des Kontinents. Eingeteilt in fünf Weinbaugebiete werden hier Rot- und Weißweine von hoher Qualität erzeugt, die nicht nur von bestimmten zugelassenen Rebsorten stammen, sondern darüber hinaus auch bezüglich Ursprung, Herkunft und Jahrgang streng kontrolliert werden.

Auch in Libyen, Madagaskar und Tansania gibt es Weinanbau, jedoch machen diese Weinbaugebiete mit insgesamt weniger als 12.000 Hektar Rebfläche nur einen geringen Anteil am afrikanischen Weinbau aus. Immer mehr Reiseveranstalter bieten für Afrika eine Kombination aus Safari und Wein- oder Sherrytour an, die unter Kennern als echter Geheimtipp gilt.


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