Weinbaugebiete Amerika

Sowohl im nördlichen Kanada über die USA hinweg bis zu der Südspitze Südamerikas, Chile, wird auf dem ganzen Kontinent reger Weinbau betrieben. Die nationale und internationale Beliebtheit der Weine von dem großen Kontinent hat zwar eine lange Tradition, war jedoch nicht immer so groß wie heute, vor allem in den USA hat die Prohibition in den 20er Jahren dem Weinbau einen herben Rückschlag erteilt.

Weinbaugebiete

Kanada hat eine etwa zweihundertjährige Weinbau-Geschichte, die heute vor allem durch die Provinzen Neuschottland, Ontario, Québec und Britisch-Kolumbien fortgeführt wird. Neben Rot-, Rosé-, Weiß- und Schaumweinen, produziert Kanada vor allem die im eigenen Land sehr beliebten Eisweine, für deren Anbau das Klima des Landes nahezu prädestiniert ist.

Zwar gibt es in jedem Bundesstaat der USA Weinbaugebiete, die mit Abstand größte Rebfläche der USA besitzt jedoch der Bundesstaat Kalifornien. Das Geheimnis der qualitativ hochwertigen Spitzenweine liegt nicht zuletzt an der Experimentierfreude der kalifornischen Weinbauern und der klimatischen Voraussetzungen. Weitere für den Weinbau bedeutende Bundesstaaten sind Oregon oder Washington, deren Weine vor allem bei bestimmten Rebsorten die kalifornischen Weine noch übertreffen. Die Qualitätsbezeichnungen der Weine sowie die Regelungen zu Rebsorten und Zusätzen sind jedoch im Vergleich zu europäischen Standards sehr liberal.

Argentinien ist mit einer Rebfläche von 210.000 Hektar weltweit der viertgrößte Weinproduzent. Während noch bis zu den 70er Jahren Wein vor allem für den Eigenbedarf hergestellt wurde, gab es eine Umorientierung, die sich nicht nur in einer verbesserten Qualität des Weines, sondern auch in einer Verringerung des Jahreskopfverbrauchs äußerte. Das Hauptanbaugebiet Argentiniens ist Mendoza, auf das zwei Drittel der gesamten Rebfläche des Landes entfällt. Nicht nur das ideale Klima, sondern auch die mangelnde Notwendigkeit für den Einsatz von Schädlingsbekämpfungsmitteln sorgen für ein hohes Alter der Reben.

Brasilien als Weinbaugebiet hatte zwar immer schon ein günstiges Klima und damit gute Voraussetzungen für den Weinbau zu bieten, aber auch große Rückschläge durch Schädlingsbefall und Pilzkrankheiten zu erleiden. Auch heute noch kämpfen brasilianische Weine um einen größeren Stellenwert auf dem internationalen Markt. Die größte Weinbauregion des Landes, der Staat Rio Grande do Sul, wird jedoch zunehmend bekannter, nicht zuletzt, weil hier durch die Nähe zum Äquator zweimal pro Jahr geerntet werden kann.

Chile erlebt mit seinen Weinen in den letzten Jahren einen immer noch anhaltenden Exportboom. Dieser ist nicht nur auf die große Vielfalt der chilenischen Weine, sondern auch auf deren besondere Qualität zurückzuführen. Die vier Weinbauregionen des Landes Coquimbo, Aconcagua, Valle Central und Valle Sur liegen in unterschiedlichen Klimazonen und enthalten zu 75% rote Rebsorten.

Mexiko ist das Weinbaugebiet auf dem amerikanischen Kontinent mit der längsten Tradition. Auf die bekannte Region Baja California entfällt über 80% der Weinproduktion des Landes.

Uruguay ist mit einer Rebfläche von 10.000 Hektar ein eher kleiner Vertreter der südamerikanischen Weinbaugebiete. Die verschiedenen, zu 90% roten Rebsorten werden in neun Anbaugebieten gezogen, die mehrheitlich in der Nähe des Atlantiks liegen.


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