Weinbaugebiete Asien
Asien hat in Relation zu seiner riesigen Fläche nur sehr wenige Weinanbaugebiete, aus dem größten Kontinent stammen lediglich drei Prozent der weltweit produzierten Weinmenge. Vor allem zwei Gründe sind hierfür verantwortlich. In islamischen Ländern ist der Konsum von Alkohol verboten, daher wäre die Herstellung von alkoholischen Getränken nahezu ausschließlich für den Export bestimmt. Die auf den relativ kleinen Rebflächen angebauten Trauben werden außerdem hauptsächlich zur Produktion von Tafeltrauben und Rosinen verwendet. Ein weiterer Grund liegt in der in Asien weit verbreiteten Verstaatlichung der Weinbaugebiete. Neuere Technologien und Wissen von ausländischen Experten konnten sich in der Vergangenheit kaum durchsetzen. In den letzten Jahren beginnt sich dies zu ändern, vor allem China zeigt sich aufgeschlossen für moderne Anbaumethoden.
China hat gute klimatische Voraussetzungen und auch die Bodenbeschaffenheit eignet sich sehr gut für den Weinbau. Trotz der langen Geschichte des Weines in China, war Wein nie ein fester Bestandteil des chinesischen Kulturgutes. Nationalgetränk war und ist Reiswein. In den letzten Jahren hat sich die Rebfläche auf über 200.000 Hektar vergrößert, hier werden vor allem ausländische, rote Rebsorten angebaut. Die zunehmende Privatisierung der Weinbaubetriebe und die damit verbundene Öffnung für den internationalen Markt lassen Experten gute Prognosen für chinesischen Wein abgeben.
Der Legende nach soll der griechische Gott Dionysos den Wein aus Indien mitgebracht haben, allerdings ist Indien lange kein typisches Weinanbaugebiet gewesen. Durch die englischen und portugiesischen Kolonialherren wurde zwar Expertise in das Land gebracht, doch die Nachfrage war zunächst nur gering. Zwar ist sie in den letzten Jahren innerhalb des Landes um fast 30% pro Jahr gestiegen, doch nur ein kleiner Teil der Bevölkerung kann sich die für indische Verhältnisse teuren Weine leisten, die zudem noch von vielen Einheimischen als hochprozentiges und damit gefährliches Getränk angesehen werden.
Der
Iran nimmt zwar weltweit eine der führenden Positionen bei der Größe der Rebflächen im Verhältnis zur Landesgröße ein, doch fast die gesamten Erträge werden als Tafeltrauben verzehrt oder zur Weiterverarbeitung zu Rosinen verwendet.
Der
Libanon hat eine der längsten Weinbautraditionen der Geschichte, der Anbau der Reben ist bereits aus dem 3. Jahrtausend vor Christus belegt. Neben einigen lokalen Rebsorten werden vor allem bekannte rote und weiße französische Sorten angebaut. Das bekannteste libanesische Weinanbaugebiet liegt im Bekaa-Tal auf ca. 1000 Metern Höhe, das sich durch ideale klimatische Bedingungen auszeichnet.
Der Weinbau in der
Türkei hatte in der Antike eine große Bedeutung. Türkische Weine waren in ganz Europa beliebt und wurden in großen Mengen exportiert. Im 15. Jahrhundert kam es durch die Besatzung der türkischen Muslime zu einem mehrere Jahrhunderte andauernden Einschnitt in der Weinproduktion, nur nicht-muslimischen Gruppen war der Verkauf und Konsum von Wein noch erlaubt. Zur Jahrhundertwende zum 20. Jahrhundert wurde der Weinbau wieder salonfähig gemacht und staatlich unterstützt. Allerdings werden bis heute nur ca. 5% der angebauten Trauben wirklich für die Wein-Herstellung verwendet, der Großteil wird als Tafeltrauben oder Rosinen im eigenen Land verkauft und exportiert. Bei der vornehmlich an der ägäischen Küste angebauten Rebsorten handelt es sich meist um rote Rebsorten, aus denen alkohol- und säurearme Tafelweine hergestellt werden.
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