Weinbaugebiete Australien

Weine aus Down Under haben in den letzten Jahrzehnten nicht nur in Deutschland, sondern weltweit einen einzigartigen Boom erlebt, der bis heute ungebrochen ist.

Weinbaugebiete

In Australien wird seit dem 18. Jahrhundert Wein angebaut, in den Anfängen dominierten jedoch Weine aus einfachen Rebsorten, die auch nur für den heimischen Markt produziert wurden. Mittlerweile ist Australien der siebtgrößte Weinproduzent weltweit und exportiert ca. 40% seiner Produktion vor allem nach England, Kanada, Neuseeland, Deutschland und in die USA. Damit ist Australien das viertgrößte Weinexportland der Welt hinter Frankreich, Italien und Spanien. Experten erwarten in den nächsten Jahren eine weitere Verdoppelung der Exportmenge.

Im Gegensatz zu klassischen europäischen Weinbaugebieten sind die Weingesetze in Australien relativ liberal. Dies führt zu einer Experimentierfreude auf höchstem Niveau und beschert dem Weltmarkt nicht nur originelle Technologien und Anbaumethoden, sondern durch die Kombination verschiedener Rebsorten auch ungewöhnliche Weine und neue Geschmackserlebnisse, die immer mehr Anhänger finden. Sogar die Mischung von Rebsorten aus verschiedenen Anbaugebieten ist erlaubt, jedoch müssen mindestens 80% der verwendeten Trauben aus dem auf dem Etikett angegebenen Anbaugebiet stammen. Auch in anderen Aspekten unterscheidet sich das australische Weingesetz von europäischen Bestimmungen. So ist der Zusatz von Zucker streng verboten, es gibt jedoch keine weiteren Vorschriften bezüglich Rebsorten, dem Verschnitt von Rebsorten oder dem Alkoholgehalt. Die bedeutendsten roten Rebsorten Australiens sind unter anderem Shirat, Cabernet Sauvignon, Pinot Noir, Merlot und Malbec. Als weiße Rebsorten werden vor allem Chardonnay, Semillon, Riesling, Chenin Blanc und andere kultiviert.

In jedem Territorium Australiens wird Wein angebaut, doch die wichtigsten Anbaugebiete finden sich in den vier Staaten Victoria, New South Wales, South Australia und Western Australia. Hier ist das Klima gemäßigt und so besonders für den Weinbau geeignet, die relativ geringe Niederschlagsmenge wird durch künstliche Bewässerung ausgeglichen. Die großen Weingüter stehen auch Touristen zur Besichtigung offen und geben einen Einblick in die Verwendung der neuen Technologien und die Arbeit der sogenannten Winemaker.

Neuseelands Weinbaugeschichte ist relativ jung, aber schon jetzt von Erfolg gekrönt. Die Rebflächen verteilen sich über die beiden Inseln, die mit ihren unterschiedlichen, aber günstigen klimatischen Bedingungen gute Voraussetzungen bieten. Auf der fast subtropischen Nordinsel und der gemäßigteren Südinsel wird vor allem Chardonnay kultiviert, aber auch Sauvignon Blanc und Müller-Thurgau haben ihren festen Platz in den Anbaugebieten. Mit 80% dominieren weiße Rebsorten in Neuseeland, bei den wenigen roten Rebsorten handelt es sich vor allem um Cabernet Sauvignon, Pinot Noir und Merlot.

In den letzten Jahrzehnten hat sich Neuseeland als Weinproduzent auch international hervorgetan. Dies liegt nicht zuletzt an der rasanten Vergrößerung der Rebflächen, sondern auch an der Aufhebung kurioser Gesetze, die dem Weinkonsum im eigenen Land und dem Export Steine in den Weg legten. Bis zum Jahre 1960 war der Verkauf von Wein ausschließlich Hotels vorbehalten und als Privatperson durften maximal zwölf Flaschen auf einmal erworben werden. Das Verbot, Wein mit Wasser zu verdünnen, das erst 1980 in Kraft trat, machte neuseeländische Weine überhaupt konkurrenzfähig für den internationalen Markt. Mittlerweile ähnelt das neuseeländische Weingesetz dem australischen, so sind zwar Kombinationen von Rebsorten erlaubt, aber die auf dem Etikett angegebene Rebsorte muss auch zu mindestens 75% im Wein enthalten sein. Wie in Australien gibt es auch in Neuseeland keine Ertrags-Beschränkungen. Die wichtigsten Weinanbaugebiete in Neuseeland sind Marlborough, Northland, Auckland, Hawke's Bay und Canterbury.


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