Bekannte weiße Rebsorten
Auch weiße Rebsorten sind in ihrer Vielfalt unüberschaubar, eine kleine Auswahl bekannter Vertreter gibt einen ersten Einblick.

Der
Chardonnay ist eine der berühmtesten und qualitativ hochwertigsten Rebsorten der Welt. Beheimatet in der Provence und der Champagne darf sie für die Champagner-Herstellung verwendet werden. Ihr Vorteil liegt in der relativen Robustheit und Unempfindlichkeit gegenüber den verschiedensten klimatischen Bedingungen, wobei ein warmes und trockenes Klima vorteilhaft ist. Der typische Geschmack nach Walnüssen und sein vollmundiger Charakter sorgten für eine weltweite Verbreitung, vor allem in Kalifornien, Australien, Italien, Moldawien und Südafrika.
Der
Gewürztraminer ist eine weiße Rebsorte, auch wenn die rötlich gefärbten Reben dies nicht vermuten lassen. Die Rebfläche dieser Sorte ist im Vergleich zu anderen Sorten relativ gering, was nicht zuletzt an den hohen Ansprüchen liegt, die sie an Boden und Lage stellt. Dennoch hat sie einen gewissen Bekanntheitsgrad durch den intensiven, manchmal schon als zu schwergewichtig wahrgenommenen Geschmack erlangt.
Gutedel ist eine der ältesten Rebsorten überhaupt. Einige Quellen sprechen für eine Herkunft aus Ägypten, andere aus Konstantinopel. Der besonders ertragreiche Gutedel wird insbesondere in der Schweiz, aber auch in Deutschland, Frankreich und Ungarn angebaut, aus dem leichter, süffiger und fruchtiger Weißwein hergestellt wird.
Die erfolgreichste Neuzüchtung aller Zeiten stellt die Rebsorte Müller-Thurgau dar, die neuerdings auch unter dem Namen Rivaner geführt wird. Mit über 42.000 Hektar Rebfläche weltweit kann ihr keine andere neue Rebsorte das Wasser reichen. Ihre enorme Verbreitung verdankt sie ihrer Anspruchslosigkeit gegenüber der Bodenbeschaffenheit und ihrem Ertragreichtum.
Der
Riesling gilt nicht nur in Deutschland, sondern auch in vielen anderen Ländern der Erde als noble weiße Rebsorte. Bemerkenswert ist die große Anpassungsfähigkeit der Rebe an unterschiedliche klimatische Bedingungen. So ist es kein Wunder, dass sie auf der ganzen Welt verbreitet ist und überall ihren typischen Charakter beibehält. Die meist trockenen oder halbtrockenen Weine sind extrem langlebig und haben einen leichten Anflug von Muskat im Bouquet. Der Riesling eignet sich jedoch ebenso für süße Weine mit honigartigem Aroma, die entweder als Eiswein geerntet werden oder über die Edelfäule erreicht werden.
Die ertragreiche, alte Edelsorte
Sémillon hat sich in den letzten Jahren besonders im Verschnitt mit anderen Rebsorten wie dem Chardonnay hervorgetan. Ihre extrem dünne Haut macht sie anfällig für Edelfäule und somit besonders geeignet zur Herstellung von edelsüßen Weinen. Neben Frankreich wird Sémillon insbesondere in Australien, Chile, Argentinien, Kalifornien, Israel und Südafrika angebaut und gehört zu den zehn Rebsorten mit der größten Rebfläche weltweit.
Der
Silvaner wird häufig als Riesling des kleinen Mannes bezeichnet. Bis in die 70er Jahre war diese Sorte mit über einem Drittel Anbaufläche die meist angebaute Rebsorte in Deutschland, danach gingen die Anbauflächen zunehmend zurück. Zwar können vor allem durch alte Rebstöcke qualitativ gute Weine erzeugt werden, doch der manchmal als wuchtig empfundene Geschmack kann nicht jeden Gaumen überzeugen.