Spontane Selbstentzündung – gibt es so etwas?

Immer wieder hört man von der sogenannten „spontaneous human combustion“, was am besten mit „spontane menschliche Verbrennung“ ins Deutsche zu übersetzen ist. Wie der Name schon sagt handelt es sich bei diesem Phänomen darum, dass sich Menschen, ohne dass es einen äußeren erkennbaren Grund dafür gibt, plötzlich entzünden. Geschichten dieser Art sind natürlich äußerst gruselig und man ist geneigt, Behauptungen, die in diese Richtung gehen, sofort zu bezweifeln. Aber warum tauchen immer wieder neue Meldungen auf, die von solchen Vorfällen berichten? Ist eventuell doch etwas an diesen Geschichten dran?



Am rätselhaftesten ist der Umstand, dass Brandopfer, bei denen die Vermutung, dass eine spontane Selbstentzündung vorliegt, ganz besondere Merkmale aufweisen: Zumeist zeigen sich schwere Verbrennungen ausschließlich am Rumpf, während Arme, Beine und Kopf in der Regel weitestgehend unverletzt bleiben. Ein Phänomen, das äußerst unheimlich, da unnatürlich wirkt - genauso wie der Umstand, dass das Feuer, welchem die Opfer ausgesetzt sind, nicht auf das Zimmer und das Haus übergehen, in dem sich der Brennende befindet.

Spontane Selbstentzündung

Phänomene dieser Art bieten natürlich einen perfekt geeigneten Tummelplatz für Mystiker und Pseudowissenschaftler sowie für Esoteriker. Die absurdesten Erklärungen werden herangezogen, damit die spontane Selbstentzündung erklärt werden kann. So werden zum Beispiel geomagnetische Interferenzen dafür verantwortlich gemacht, dass sich der Körper der Opfer von innen entzündet habe.

Es gibt allerdings auch ernstzunehmendere Erklärungsversuche, so zum Beispiel von dem Kriminalbiologen Mark Benecke. Er hält den Ansatz des multiplen Docht-Effektes für eine mögliche Erklärung des rätselhaften Phänomens. Hierbei wird davon ausgegangen, dass es doch einen äußeren Anlass für die Entstehung des Brandes gibt, zum Beispiel Glut von einer Zigarette, die auf das Bett der Opfer gefallen ist. Da viele der Menschen, die sich „spontan selbst entzündeten“ unter Drogen- oder Alkoholeinfluss standen, ist es wahrscheinlich, dass der Anlass nicht bemerkt wurde. Die Kleider fingen dann zunächst Feuer, daraufhin kam es zu einem Schmelzen des Fettgewebes. Die Reste der Kleidung wirken dabei wie viele kleine Dochte, sodass sich das Feuer nur an den bekleideten Körperregionen ausbreitet.

Obwohl die Theorie sehr plausibel ist und sich nicht auf pseudowissenschaftliche Erklärungen verlässt, können mit dieser Theorie nicht alle bisher bekannt gewordenen Fälle wirklich stichhaltig begründet werden. So etwa ein Fall der weltweit für Aufsehen gesorgt hat: Der Fall von Jaqueline Fitzsimon, die sich 1985 auf dem Weg aus ihrem College in Begleitung ihrer Freunde aus bisher unerfindlichen Gründen entzündete. Alle Erklärungsversuche verliefen im Sand, nichts konnte den Vorfall wirklich wissenschaftlich und stichhaltig begründen. Selbst Experimente mit der ähnlicher Kleidung, wie sie Jaqueline getragen hatten, zeigten keine Begründung für die spontane Entzündung der Studentin.

Die unterschiedlichen Lager – Mystiker und Wissenschaftler – können sich bei dem heutigen Erkenntnisstand zur spontanen Selbstentzündung weiter streiten: Ein Beweis, der die Geschichten rund um dieses Phänomen als Legenden entlarvt, ist bisher nicht gefunden. Genauso wenig allerdings auch einer, der beweisen würde, dass bei dem Phänomen höhere Kräfte am wirken wären.

Anzeige
Themen

BMI Rechner

Berechnen Sie hier schnell und einfach Ihren BMI
Wein

Wein Special

Was Sie schon immer über Wein wissen wollten. Erfahren Sie mehr in unserem Special...