Das Thema Zecken taucht jedes Jahr wieder in den Medien auf und sorgt für eine Art Hysterie in der Bevölkerung aus. Da Zecken bzw. die durch sie übertragenen Krankheiten gefährlich sein können, ist es ratsam sich zu informieren und nicht gleich in Panik zu verfallen.
Was sind Zecken und wo leben und lauern sie?
Zecken gehören zu der Klasse der Spinnentiere und dort zu der Gruppe der Milben. Die über 850 Arten der Überfamilie Zecken verteilen sich vorwiegend auf die Familien der Leder- und Schildzecken. Die Lederzecken kommen meistens nur in den Tropen und Subtropen vor. Die Schildzecke (Ixodidae) dagegen ist weltweit bis auf die kalten Gefilde der Arktis und Antarktis zu finden. Bei uns in Mitteleuropa ist der bekannteste Vertreter dieser Familie der Gemeine Holzbock (Ixodes ricinus).
Zecken sind Parasiten, die sich von dem Blut ihrer Wirte ernähren. Sie suchen sich dafür eine geeignete Stelle am Körper Ihres Opfers und bleiben dort dann bis zu 15 Tage, um dessen Blut zu trinken.

Zecke @iStockphoto/Eric Delmar
Generell kann man sagen, dass Zecken es feucht und warm mögen. Sie werden deshalb normalerweise erst ab 10° Celsius aktiv, was zu der immer wieder zu lesenden Angabe der Zeckensaison von März bis Oktober oder November führt.
Besonders beliebte Lebensräume sind die mit Gräsern bewachsenen Waldränder und Waldlichtungen in Laub- und Mischwäldern. Genauso gerne leben Zecken aber auch an Bachrändern oder in Gebüschen und hohen Gräsern an Wegrändern.
Wie befallen sie Menschen?
Ein weit verbreiteter Irrtum ist, dass Zecken in den Baumkronen lauern und sich auf ihre Opfer runter fallen lassen. Zecken können zwar klettern, tun dies aber nur bis zu einer maximalen Höhe von 1,50 m. An ihrer geeigneten Jagdposition angekommen, legt sich die Zecke auf die Lauer und wartet bis sie ein Opfer mit Hilfe von Geruch, Körperwärme und dem ausgeatmeten Kohlendioxid ausmacht. Dann greift die Zecke pfeilschnell zu, sobald das Opfer an ihr vorbeistreift.
Ist die Zecke auf diesem Wege auf Kleidung, Haut oder Haar eines Menschen gelangt, fängt sie an sich einen geeigneten Ort für einen Einstich zu suchen. Beliebt sind besonders die Kniekehlen, Stellen unter den Armen, die Leistengegend, der Nacken oder der Haaransatz.
An geeigneter Stelle angekommen setzt die Zecke zum Stich an. Da ihr Speichel ein Betäubungsmittel bereithält, spürt man den Zeckenstich nicht. Die im Speichel enthaltenen Stoffe sorgen zusätzlich dafür, dass das Blut nicht gerinnt und sich die Einstichstelle nicht entzündet.
Welche Gefahren gehen von Zecken aus?
Die Gefahr, die von Zecken ausgeht, ist die Ansteckung mit verschiedenen Krankheiten. Der Wirt kann also schon beim Stechen durch die im Speichel enthaltenen Krankheitserreger infiziert werden. Krankheiten die übertragen werden sind vor allem die Frühsommer-Meningoenzephalitis, kurz FSME, und die Borreliose. Die Virus-Erkrankung FSME führt zu einer Hirnhaut- oder Gehirn-Entzündung und kann sogar tödlich enden. Das Bakterium Borrelia burgdorferi befällt Organe, Nervensystem und Gelenke des Patienten. Weltweit sind noch über 50 weitere, übertragene Krankheiten bekannt, die aber größtenteils sehr selten sind.
Und wie kann man gegen durch Zecken übertragene Krankheiten vorgehen?
Das beste Vorgehen gegen die von Zecken übertragbaren Krankheiten ist das Vermeiden der Ansteckung. Da FSME nicht behandelt werden kann, empfiehlt es sich einen Zeckenstich zu vermeiden und sich den vorbeugenden Schutz durch eine Impfung zu überlegen. Die Schutzimpfung wird vor allem jedem empfohlen, der in Risikogebieten lebt oder Urlaub macht. Wer prinzipiell sehr unsicher im Umgang mit Zecken ist, sollte diese Impfung lieber vornehmen lassen, um sich wohler zu fühlen. Gegen Borreliose gibt es keine Impfung. Daher ist hier generell das Beste, nicht gestochen zu werden.
Was ist zu tun, wenn man einen Zeckenstich hat?
Hat man einen Zeckenstich entdeckt, ist es wichtig, die Zecke schnellstmöglich zu entfernen, um eine Infektionsübertragung zu vermeiden oder zumindest zu vermindern. Beim Entfernen der Zecke sollte auf die heute verbreiteten Hilfemittel Pinzette, Zeckenzange oder –schlinge zurückgegriffen werden. Alte Hausmittel wie Öl und Klebstoff bewirken meist, dass die Zecke im Todeskampf erst recht Infektionserreger abgibt.
Ist der Parasit entfernt, ist es ratsam, die Einstichstelle zu desinfizieren. Verbleibt der Zeckenkopf in der Wunde sollte dieser von einem Arzt entfernt werden. Empfehlenswert ist es die Einstichstelle gut zu beobachten. Tritt eine Entzündung oder ein Unwohlsein auf, sollte ein Arzt aufgesucht werden.
Wie kann man sich vor Zecken schützen?
Der beste Schutz ist natürlich das Meiden von Zeckenlebensräumen wie hohes Gras oder dichtes Unterholz. Ansonsten bietet die richtige Kleidung mit langer Hose, langen Ärmeln und festen Schuhen etwas Schutz. Ein Tipp ist auch, die Socken über die Hosenbeine zu ziehen und den Zecken somit den Zugriff ein bisschen zu erschweren. Die Anwendung von Insektenabweisenden Produkten wie Sprays und Cremes ist auch ein gutes Hilfsmittel. Hier sollte jedoch beachtet werden, dass diese nur für einen begrenzten Zeitraum und auch nicht hundertprozentig wirken.
Hat man sich in einem Zeckengefährdeten Gebiet aufgehalten, sollte man auf alle Fälle seine Kleidung und seinen Körper nach den kleinen Quälgeistern absuchen. Dasselbe gilt auch für Haustiere wie Hunde und Katzen, die sich draußen aufhalten.