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Alkoholfreier Wein

Wer den Kürzeren gezogen hat und auf der nächsten Geburtstagsfeier wieder einmal das Taxi spielen darf, muss nicht gänzlich auf dem Trockenen sitzen bleiben. Von den zwei Maß Bier, nach deren Genuss manch ein bayrischer Politiker uns autofahrenden Bürgern noch sicheres Auftreten im Straßenverkehr zutraut, sollte man allerdings wirklich die Finger lassen. Zumal es ganz andere Alternativen gibt: Alkoholfreie Ausgaben beliebter Getränke, die im Normalfall nur mit Alkohol auskommen. Während jeder alkoholfreies Bier kennt und bestimmt auch schon einmal getrunken hat, steht es um den Bekanntheitsgrad von alkoholfreien Wein schlechter – und dies ganz zu Unrecht.

Wer nun glaubt: Ja klar, alkoholfreien Wein kenn ich, das ist doch Traubensaft; der ist schief gewickelt: Schon im alten Rom, bekanntlich einer Weinhochburg, gab es bereits die alkoholfreie Variante des beliebten Getränks – und zwar hergestellt aus Wein, der zuvor gegoren war. Dadurch sollte der Geschmack erhalten bleiben, was zugegebener Maßen aufgrund der gewählten Methode nicht wirklich von Erfolg gekrönt war. Die Römer erhitzten den Wein ganz einfach, sodass der Alkohol verdampfte – das Ergebnis war ein Getränk, auf dessen Genuss wir wohl heutzutage gut verzichten können.

Da der Mensch – gerade wenn es um den Genuss geht – findig ist, haben sich mit der Zeit zahlreiche Methoden entwickelt, mit denen man aus gegorenem Wein eine schmackhafte alkoholfreie Variante herstellen kann.

Alkoholfreier Wein

Alkoholfreier Wein @iStockphoto/Digital Paws Inc.

Die Methode der Dünnschichtverdampfung erinnert dabei noch am ehesten an die Herstellung alkoholfreien Weins zu Römerzeiten. Auch hier wird dem Wein ordentlich eingeheizt. Ausgeglichen muss der Verlust an Aromastoffen hierbei durch den Zusatz von Traubensaft – keine wirklich gute Option, wenn man keinen verfälschten Geschmack wünscht. Auch das Verfahren der Umkehrosmose, bei dem sich die Alkoholmoleküle von selbst von den restlichen Bestandteilen des Weins trennen, ist nicht das Optimum: Es dauert schlichtweg zu lange und kommt ebenfalls nicht ohne die Zufuhr von Aromen aus.
Besser ist da schon die Vakuum-Methode: Sie macht sich zum Vorteil, dass in einem Vakuum Alkohol schon bei niedrigeren Temperaturen verdampft als bei normalen Druckverhältnissen. Die natürlichen Aromen bleiben bei diesem Verfahren größtenteils erhalten, was dem Geschmack zugute kommt. Dennoch, um ein optimales Geschmackserlebnis zu garantieren, verbleibt in der Regel ein minimaler Teil des Alkohols im Wein, ca. 0,2% vol. Ganz alkoholfrei ist „alkoholfreier“ Wein somit selten, der Anteil reicht aber bei weiten nicht aus, um sich mit ein paar Gläschen einen ordentlichen Schwips anzutrinken.
Beim Genuss von alkoholfreien Wein tut man nicht nur seiner Gesundheit im Allgemeinen etwas Gutes, sondern tut auch noch was für seine Figur: Was Wein nämlich primär zur Kalorienbombe macht, ist der Alkohol. Verzichtet man auf diesen, ist ein Glas Wein auch durchaus mit einer kalorienbewussten Ernährung vereinbar. Mit diesem Wissen gerüstet, kann die nächste Party, auf der man den Taxifahrer spielen darf, gerne kommen.

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