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Allergien

Rund zwanzig Millionen Deutsche leiden unter einer Allergie, mit steigender Tendenz. Mehr als zwölf Millionen von ihnen haben eine Pollenallergie, die im Volksmund als Heuschnupfen bezeichnet wird. Hinzu kommen Allergiker, die unter Asthma oder Neurodermitis leiden. Und die Menschen, die mit Allergien gegen Hausstaub, Tierhaare,
Schimmelpilze oder Nahrungsmittel zu kämpfen haben, müssen an dieser Stelle natürlich auch erwähnt werden.

Gehören auch Sie zu den Personen, die auf einen scheinbar harmlosen Stoff allergisch reagieren? Leiden Sie unter allergischem Schnupfen, tränenden Augen oder einer schier unerträglich juckenden Haut? Oder ist einer Ihrer Familienangehörigen betroffen? Dann sollten Sie diesen Ratgeber in Ruhe lesen, denn er enthält umfassende Informationen über Allergien, Symptome einer Allergie sowie die Behandlung. Ebenso möchten wir Ihnen Nahe bringen, ob und wie Sie sich vor Allergien schützen können.

Frau mit Heuschnupfen

Frau mit Heuschnupfen @iStockphoto/Dimitri Zimmer

Allergien sind mittlerweile so weit verbreitet, dass sogar von einer modernen Epidemie gesprochen wird. Im Prinzip kann es Jeden treffen. Wissenschaftler rätseln immer noch an der Ursachenforschung, bislang konnte nicht eindeutig geklärt werden, warum der eine allergisch ist und der Nächste nicht. Wir wollen Ihnen einen Überblick über die verschiedenen Allergie-Arten verschaffen, versuchen Ihnen die Zusammenhänge im Körper beim Auftreten von Allergien aufzuzeigen und wie Sie sich schützen können.

Natürlich ersetzt dieser Ratgeber keine ärztliche Beratung. Er enthält lediglich Ratschläge, die Ihnen beim Auftreten von Allergien eine stützende Hilfe sein sollen. Wenn Sie eine Allergie feststellen, sollten Sie deshalb unbedingt Ihren Hausarzt oder Allergologen aufsuchen, um eine nötige Behandlung in Angriff zu nehmen.

Was ist eine Allergie?

Beginnen wir zunächst mit der einfachsten Frage. Bei einer Allergie handelt es sich um eine Überreaktion des Immunsystems. Man muss sich das wie bei einer Erkältung vorstellen. Bei einer Erkältung trifft der Krankheitserreger auf das Immunsystem und der Körper reagiert mit einer Abwehrreaktion.

Bei einer Allergie verläuft dieser Vorgang ganz ähnlich, nur dass es sich hierbei nicht um einen Krankheitserreger handelt, sondern um einen Stoff, der eigentlich völlig harmlos ist. Diese Auslöser von Allergien werden als Allergene bezeichnet, wobei es sich um Antigene handelt, die für die fehlgeleitete und übersteigerte Reaktion des Immunsystems verantwortlich sind.

Zu den bekanntesten Allergenen gehören harmlose Bestandteile unserer Umwelt, wie beispielsweise Nahrungsmittel, Pollen, Tierhaar-Epithelien, Arzneimittel oder auch Schmuck. Grundsätzlich kann jeder Stoff zum Allergieauslöser werden, selbst dann, wenn es jahrelang zu keinerlei Beschwerden gekommen ist. Gerade deshalb kommt es in der Praxis nicht selten vor, dass plötzlich ältere Menschen unter Heuschnupfen leiden, obwohl sie nie zuvor in ihrem Leben mit einer Allergie gegen Pollen zu tun hatten.
Eine Allergie kann durch die Inhalation des Allergens ausgelöst werden, wie zum Beispiel bei der Pollenallergie, aber auch durch den Kontakt mit der Haut, wie bei der Nickel-Allergie. Ebenso kann die orale Aufnahme eine allergische Reaktion hervorrufen, wie es bei Nahrungsmittel-Allergien der Fall ist. An letzter Stelle sind Allergien zu erwähnen, die auftreten, wenn das Allergen über die Blutbahn in den Körper gelangt, wie beispielsweise nach einer Injektion.

Die Ursachen einer Allergie

Wie wir im vorherigen Kapitel gelesen haben, entstehen Allergien aufgrund einer Überaktivität des Immunsystems. Anstatt lediglich auf Krankheitserreger zu reagieren, reagiert das Immunsystem des Allergikers ebenfalls auf harmlose Stoffe, die ganz natürlich sind. Warum es bei zahlreichen Menschen zu diesen Überreaktionen kommt, konnte bislang nicht eindeutig geklärt werden.

Tatsache ist, dass Menschen nicht mit Allergien geboren werden, sondern diese erst im Laufe ihres Lebens erwerben. Grundsätzlich kann jeder Mensch eine Allergie entwickeln. Allerdings lässt sich feststellen, dass die Neigung zu Allergien häufig vererbt wird, wenn ein oder beide Elternteile unter einer Allergie leiden. Ebenso tragen Umwelteinflüsse ihren Anteil dazu bei, dass Menschen allergisch reagieren. Schadstoffe in der Luft und in Lebensmitteln können dazu führen, dass der Körper anfälliger ist und es deshalb zu Überreaktionen des Immunsystems kommt.

Wissenschaftler vermuten ebenfalls, dass die Pollen aufgrund von Veränderungen der Umwelt aggressiver sind als vor einigen Jahrzehnten. Aufgrund der Temperaturerhöhung der letzten Jahre sind die Pollenkonzentrationen deutlich angestiegen. Dies ist beispielsweise bei Birkenpollen zu beobachten, die eine Vielzahl an Allergenen freisetzen.
Da auch die Hygiene bei der Entwicklung eine wichtige Rolle spielt, widmen wir diesem Thema ein gesondertes Kapitel.

Übertriebene Hygiene als Risikofaktor für Allergien

Seien Sie mal ehrlich- Haben Sie sich nicht auch schon darüber geärgert, wenn Ihnen das Werbefernsehen weismachen will, dass Sie sich nur in einem hygienisch reinen Haus wohl fühlen können? Da wird der Baby-Hochstuhl mit Desinfektionsspray gesäubert und der Fußboden ist klinisch rein, so dass man davon essen könnte. Verschwiegen wird an dieser Stelle, dass eine übertriebene Hygiene keineswegs gut für die Gesundheit ist. Ganz im Gegenteil!

Die übertriebene Sauberkeit führt dazu, dass unser Abwehrsystem verweichlicht und keine Chance hat, Abwehrstoffe zu produzieren, da Keime, Pilze und Krankheitserreger aus unserem häuslichen Umfeld verbannt werden. Während das Abwehrsystem von Kindern in früheren Zeiten mit diversen Bakterien fertig werden musste, kommen Kinder der heutigen Zeit nicht mehr regelmäßig mit ihnen in Berührung, so dass sich das Immunsystem nicht ausbilden kann. Tatsache ist, dass Menschen, die unter weitaus schlechteren hygienischen Bedingungen leben, seltener unter Allergien leiden als Menschen der westlichen Industrienationen.

Wenn Sie Kinder haben, sollten Sie deshalb darauf achten, dass in Ihren Wohnräumen keine allzu sterile Atmosphäre herrscht. Das soll natürlich nicht heißen, dass Sie wie in einer Höhle leben sollten. Gegen eine „normale“ Sauberkeit spricht überhaupt nichts. Tägliches Wischen der Fußböden hingegen ist bereits etwas zu viel des Guten. Und Desinfektionssprays haben allenfalls im Badezimmer eine Berechtigung, auf keinen Fall auf dem Hochstuhl Ihres Kindes. Lassen Sie Ihren Kindern möglichst viel Freiraum und sorgen Sie dafür, dass Ihr Kind auch draußen im „Dreck“ spielen darf. Hier gilt das Gleiche wie im Haus, je eher Ihr Kind an alltägliche Keime gewöhnt wird, desto besser.

Verschiedene Allergieformen

An dieser Stelle möchten wir etwas genauer auf die unterschiedlichen Allergien eingehen, denn je nach Aufnahmeweg des Allergens werden die Allergien in verschiedene Formen unterteilt. Die auftretenden Beschwerden können sich in unterschiedlich starker Form äußern.

Die Inhalationsallergie gehört zu den häufigsten Allergieformen. Hierbei wird die Allergie durch das Einatmen des Allergens ausgelöst. Als Allergen kommen beispielsweise Pollen von Pflanzen, Hausstaub, Tierhaar-Epithelien oder Schimmelpilzen in Betracht. Die Nahrungsmittelallergie wird, wie der Name bereits vermuten lässt, über Nahrungsmittel ausgelöst, die ganz bestimmte Allergene beinhalten, die von Allergikern nicht vertragen werden. Ganz typische Auslöser der Nahrungsmittelallergie sind Lebensmittel wie Meeresfrüchte, Fisch, Äpfel, Nüsse oder Eier.

Bei der Arzneimittelallergie reagiert der Allergiker auf spezifische Inhaltsstoffe von Medikamenten. Die Darreichungsform des Medikamentes, wie zum Beispiel in Form von Tabletten, Kapseln, Injektionen, Infusionen oder Tropfen, spielt hierbei keine Rolle. Liegt eine Allergie auf einen Inhaltsstoff vor, reagiert der Allergiker in beinahe 100% der Fälle. Die Insektengiftallergie wird durch Insektenstiche hervorgerufen. Das im Insektengift vorhandene Allergen kann durch Bienen, Wespen oder Hornissen ausgelöst werden. Die Kontaktallergie entsteht wiederum durch einen direkten Hautkontakt mit dem Allergen. Als Auslöser kommen zahlreiche Inhaltsstoffe in Betracht, die zum Beispiel in Schmuck, Reinigungsmitteln oder Kosmetika enthalten sind.

Allergien werden auch in vier Allergie-Typen untergliedert, die die Form der allergischen Reaktion beschreiben. Die Allergie-Typen I-III werden ausgelöst, wenn das Immunsystem des Körpers Antikörper gegen ein Allergen entwickelt und es zu einer allergischen Reaktion kommt. Typ IV hingegen wird durch weiße Blutkörperchen ausgelöst, den so genannten T-Zellen, die eine wichtige Rolle für das Abwehrsystem spielen.

Allergie-Typ I

Um Ihnen die unterschiedlichen Allergie-Typen zu erklären, müssen wir kurz auf die medizinischen Zusammenhänge eingehen. Bei der Typ I-Allergie handelt es sich um eine Sofortreaktion, also eine direkt auftretende Allergie.

Kommt eine Person in Kontakt mit einem allergieauslösenden Stoff, bildet der Körper Antikörper, so genannte IgE-Antikörper. Diese Antikörper binden sich an die Mastzellen des Immunsystems. Anschließend werden Entzündungsbotenstoffe, wie beispielsweise Histamin freigesetzt, die für die allergische Reaktion verantwortlich sind. Bei der Typ I-Reaktion entstehen akute Allergie-Symptome, wie man es von der Pollenallergie, Tierhaarallergie oder einem allergischem Asthma bronchiale kennt. Die allergische Reaktion tritt in der Regel nur wenige Sekunden bis Minuten nach dem Kontakt mit dem Allergen auf.

Allergie-Typ II

Der Allergie Typ II wird als Zytotoxischer Typ bezeichnet. Hierbei bildet der Körper ebenso wie beim Allergie-Typ I Antikörper gegen das allergieauslösende Allergen. Allerdings spielen bei dieser Art der allergischen Reaktion spezifische Antikörper im Blut eine große Rolle. Das Immunglobulin G (IgG) und das Immunglobulin M (IgM) werden vom Immunsystem auf der Oberfläche der eigenen Zellen und des Gewebes gebildet, um sich gegen das Allergen zu wehren.

Im Fall eines Allergie-Typs II tritt die allergische Reaktion binnen einiger Stunden auf und betrifft lediglich die Zellen oder das Gewebe, an denen das entsprechende Allergen haftet.

Derartige Reaktionen sind bei Blutgruppenunverträglichkeiten zu erwarten, wenn zum Beispiel ein Empfänger mit Blutgruppe A versehentlich eine Blutkonserve der Blutgruppe B erhält. Die Blutkörperchen der Blutgruppe B werden vom Immunsystem des Empfängers sofort als fremden Stoff erkannt. Durch die Bildung der Antikörper würden die fremden Blutkörperchen sofort zerstört und aufgelöst werden. Gleiches Vorgehen tritt auf, wenn es nach einer Organtransplantation zu einem Abstoßen des neuen Organs kommt. Bei beiden Situation handelt es sich um den Allergie-Typ II.

Allergie-Typ III

Der Allergie-Typ III gehört wie der Typ II ebenfalls zu den allergischen Reaktionen, bei denen eine Beteiligung der IgM und IgG-Antikörper nachgewiesen werden können. Allerdings haften sich die Allergene bei dieser Form nicht an körpereigenes Gewebe oder Zellen. Die Verbindungen bestehen aus frei löslichen Antigenen und Antikörpern, die einen ganzen Immunkomplex bilden. Deshalb wird der Allergie-Typ III auch als Immunkomplextyp bezeichnet. Da die Antikörper und Antigene frei im Blut zirkulieren, können sie sich an jeder beliebigen Stelle ablagern und Entzündungen des Gewebes auslösen.

Bemerkt werden erste Allergie-Zeichen meist erst nach mehreren Stunden oder Tagen. Typische Erkrankungen der Typ III-Allergie sind beispielsweise allergische Gefäßentzündungen der Haut oder eine Entzündung des Lungengewebes nach dem Einatmen von Allergenen. Sehr häufig lagert sich der Immunkomplex in den Nieren ab, wo es zu einer Entzündung der Nierenkörperchen kommen kann.

Allergie-Typ IV

Der Allergie-Typ IV, auch als Spättyp bezeichnet, unterscheidet sich grundlegend von den allergischen Reaktionen der Allergie-Typen I-III. Im Gegensatz zu den anderen Formen wird die Reaktion des Typ IV nicht durch Antikörper ausgelöst, sondern durch so genannte T-Lymphozyten, die als Zellen im Abwehrsystem existieren. Kommt man nun mit einem Allergen in Kontakt, aktivieren die T-Lymphozyten weitere Abwehrzellen, so dass es zu einer allergischen Reaktion kommt.

Diese Reaktion tritt erst verspätet auf, wie es häufig bei Kontaktallergien der Fall ist, so dass meist die Haut betroffen ist. Chrom- oder Nickelallergien sind eine typische allergische Erkrankung von Typ IV. Eine sichtbare Reaktion auf das Allergen ist nach frühestens zwölf Stunden zu beobachten. Es kann aber auch bis zu 72 Stunden oder mehr andauern, bis sich Veränderungen der Haut zeigen.

Wie äußert sich eine Allergie?

Allergien können sich auf unterschiedliche Arten äußern. Hierbei kommt es darauf, um welche Allergie es sich handelt und welches Allergen die allergische Reaktion ausgelöst hat. Bei einigen Allergenen kommt es nur zu sehr geringen Beschwerden, so dass die Allergie beinahe unbemerkt verläuft. Die Symptome einer Allergie können aber auch sehr schwerwiegend sein und sogar eine Lebensbedrohung darstellen.

In den häufigsten Fällen treten die Beschwerden an den Schleimhäuten auf. Jeder, der mit Heuschnupfen zu tun hat, kennt die Symptome.
Bei Pollenallergikern kommt es gehäuft zu einem allergischen Schnupfen, der in der Medizin als allergische Rhinitis bezeichnet wird. Hierbei kann es zu einem Jucken und Kribbeln in der Nase kommen, die Schleimhäute schwillen an, die Nase läuft oder ist verstopft. Auch im Bereich der Mundschleimhaut kann es zu Schwellungen kommen. Man empfindet ein Engegefühl im Hals, so als wenn die Mandeln anschwellen. Noch häufiger kommt es jedoch zur Bindehautentzündung, die als allergische Konjunktivitis bezeichnet wird. Die Augen beginnen zu jucken und zu tränen, werden rot und man schafft es kaum, die Finger von den Augenlidern zu lassen. Der Juckreiz ist kaum zu beherrschen, wobei sich die Beschwerden durch das Reiben jedoch verstärken, das es zu einer starken Reizung der Bindehaut und Hornhaut der Augen kommen kann.

Viele Allergiker reagieren auf die Allergene mit einer Reaktion der Atemwege, wobei sich die Atemwege verengen und der Allergiker unter Luftnot leidet. Hierbei spricht man von einem allergischen Asthma bronchiale.

Allergische Reaktionen der Haut

Aber auch die Haut kann allergisch reagieren. Die atopische Dermatitis, besser bekannt als Neurodermitis ist eine Hauterkrankung, die fast immer allergischen Ursprungs ist. Leider ist es sehr schwer, heraus zu finden, welches Allergen die Neurodermitis auslöst. Denn als Ursache kommen sowohl eine Kontaktallergie in Frage, aber auch Lebensmittel- und Konservierungsmittelallergien. Bei der Neurodermitis kommt es zu einer stark juckenden und trockenen Haut. Der Juckreiz ist kaum auszuhalten, so dass das Kratzen an den Hautstellen die Folge ist. Hierdurch verschlimmern sich allerdings die Beschwerden.

Das Kontaktekzem ist ebenfalls das Symptom einer Allergie. Wenn ein Stoff mit der Haut in Berührung kommt, kann es passieren, dass die Haut allergisch reagiert. Ein häufiger Auslöser der Kontaktallergie ist beispielsweise Nickel. Das Metall wird oft bei der Herstellung von Modeschmuck verwendet. Bei direktem Hautkontakt reagieren viele Menschen allergisch, so dass die Haut in diesem Bereich juckt und gerötet ist.

Nickel-Allergien werden häufig durch Hosenknöpfe, Halsketten, Armbänder oder Fingerringe ausgelöst, die Nickel enthalten. Eine weitere Hautreaktion, die meist in Form einer Allergie auf Medikamente, Lebensmittel oder Konservierungsstoffe auftritt, ist die Nesselsucht, die medizinisch als Urtikaria bezeichnet wird. Die Urtikaria geht mit einem Nesselausschlag einher, wobei sich die Haut leicht rötet und kleine Erhebungen auf der Haut zu sehen sind. Diese fangen so stark an zu jucken, dass sich die Erhebungen vergrößern und sich große und rote Quaddeln bilden. Die Urtikaria kann sich über den ganzen Körper ausbreiten, wobei der Allergiker aussieht, als wäre er mit Brennnesseln in Kontakt gekommen.

Die Pseudoallergie

Allergien häufen sich, daran gibt es keinen Zweifel. Doch neben den tatsächlich existierenden Allergien gibt es auch die Pseudoallergie. Bei der Pseudoallergie treten Überempfindlichkeitssymptome auf, die sich nicht von den Symptomen einer tatsächlichen Allergie unterscheiden. Bei der Pseudoallergie kommt es zu keiner Hyperaktivität des Immunsystems, dem zu Folge findet auch keine erhöhte Produktion von Antikörpern statt. Und dennoch weisen Patienten diverse Reaktionen auf wie es beim Allergie-Typ I (Soforttyp) der Fall ist. Vielmehr reagiert der Körper mit einer unspezifischen Überempfindlichkeit, die auf eine direkte Überproduktion von Histamin zurückzuführen ist. Während eine Allergie in der Regel erst auftritt, wenn der Körper bereits mindestens einmal mit dem Allergieauslöser in Kontakt gekommen ist, entsteht die Pseudoallergie meist schon beim Erstkontakt.

Wie schwer die Reaktion auf einen Stoff ausfällt, hängt meist von der aufgenommenen Dosis ab. Während kleine Mengen keine Probleme bereiten, kann es durchaus passieren, dass die allergische Reaktion bei einer größeren Menge sehr plötzlich und heftig auftritt. Bislang konnten die Ursachen der Pseudoallergie wissenschaftlich noch nicht eindeutig geklärt werden. Fakt ist, dass die Differenzierung zwischen einer echten Allergie und der Pseudoallergie sehr schwierig ist, was auf die Vielzahl der in Frage kommenden Allergene zurückzuführen ist. Untersuchungen zeigten, dass Lebensmittel und Medikamente als Auslöser der Pseudoallergie am ehesten in Frage kommen, wobei gefäßerweiternde Substanzen eine wichtige Rolle spielen, wie es bei einigen Medikamenten der Fall ist.

In diesem Zusammenhang kommt es ebenfalls gehäuft zu Reaktionen mit Lebensmitteln wie Käse, Wein, Walnüssen und scharfen Gewürzen, die eine verstärkte Freisetzung von Histamin bewirken können. Zusatzstoffe in Lebensmitteln, wie Konservierungsmittel, Aromastoffe und Geschmacksverstärker lösen im Rahmen der Pseudoallergie ebenso häufig Reaktionen aus.

Wenn Sie den Verdacht haben, auf ein bestimmtes Nahrungsmittel zu reagieren, sollten Sie testweise auf das Produkt verzichten. Wenn die Beschwerden nicht wieder auftreten, können Sie einen Test durchführen und eine kleine Menge des Produkts zu sich nehmen. Treten keine Reaktionen auf, können Sie in einem nächsten Versuch, die Dosis etwas erhöhen. Da die Reaktion im Falle einer Pseudoallergie nicht lange auf sich warten lässt, werden Sie schnell bemerken, ob Sie den Inhaltsstoff vertragen oder nicht.

Problematisch wird es allerdings bei Fertigprodukten, die eine Vielzahl von Zusatzstoffen beinhalten. Da sich diverse Zusatzstoffe auch in vielen anderen Produkten wiederfinden, ist es sehr schwierig, den auslösenden Wirkstoff sicher zu identifizieren. Wissen sollte man allerdings, dass viele Unverträglichkeiten ganz plötzlich aus dem Nichts auftreten und ebenso schnell wieder verschwinden. Lassen Sie sich jedoch nicht verrückt machen und kommen Sie nicht auf die Idee, in einer Vielzahl von Lebensmitteln ein mögliches Risiko zu sehen. Auf diese Weise sind bereits Menschen beinahe verhungert, da sie ihren Speiseplan derartig extrem zusammen gestrichen haben und kaum noch Nahrung zu sich genommen haben.

Die Lebensmittelallergie

Wie Sie sehen, ist das Thema Allergie äußerst umfangreich, was auf die große Anzahl der Allergieauslöser zurückzuführen ist. Die Lebensmittelallergie tritt aufgrund der vielfältigen Nahrungsmittel besonders häufig auf. Etwa 5-7% der Erwachsenen leiden unter einer Lebensmittelallergie, bei Kindern unter drei Jahren liegt die Zahl bei etwa 5%. Leider muss man hierzu auch sagen, dass die Diagnosestellung extrem schwierig ist. Natürlich können wir nicht auf alle Lebensmittel eingehen, da das den Rahmen dieses Ratgebers deutlich sprengen würde. Wir versuchen, Ihnen einen Überblick zu verschaffen, welche Nahrungs- und Lebensmittel am häufigsten eine Lebensmittelallergie auslösen und was Sie dagegen tun können.

Während es sich bei der Pseudoallergie lediglich um eine Überempfindlichkeit handelt, die aufgrund einer erhöhten Histamin-Produktion entsteht, kommt es bei der Lebensmittelallergie zu einer Überreaktion des Immunsystems, wie es bei jeder Allergie des Typs I-III der Fall ist. Der Körper produziert einen Antikörper, so dass es zu allergischen Reaktion kommt.
Nach dem Verzehr kann es bei dem einen zu Beschwerden, wie Hautausschlag, Jucken, Schnupfen und Asthma kommen. Bei anderen wiederum ist das Verdauungssystem betroffen, so dass es zu Magenschmerzen, Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall kommt.

Die Beschwerden treten in der Regel unmittelbar nach dem Essen auf. Wenn lediglich das Verdauungssystem betroffen ist, kann man davon ausgehen, dass die Beschwerden recht schnell wieder abklingen. Bei Hautausschlägen ist dies meist nicht der Fall. Hier kann es etwas länger dauern, bis sich die gerötete, juckende Haut zurückbildet. Die direkte Behandlung durch eine Hyposensibilisierung, wie bei Pollenallergien, ist bei der Lebensmittelallergie nur dann möglich, wenn es sich um pollenassoziierte Lebensmittel handelt (Obst, Gemüse und Nüsse). Als Therapie kommt lediglich die Vermeidung der allergieauslösenden Lebensmittel in Betracht.

Ebenso muss unterschieden werden zwischen Nahrungsmittelunverträglichkeiten und Lebensmittelallergien. So gehört beispielsweise die Milchzuckerintoleranz (Laktoseintoleranz) nicht zu den Lebensmittelallergien, sondern zu Nahrungsmittelunverträglichkeiten, da die Beschwerden wegen einer fehlenden Immunreaktion nicht allergiebedingt sind. Tritt eine Lebensmittelallergie bei Kleinkindern auf, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass die Allergie nach dem sechsten Lebensjahr nicht weiter besteht. Bei Erwachsenen sieht es leider etwas anders aus. Reagiert das Immunsystem einmal auf das Allergen in Nahrungsmitteln allergisch, so erkennt der Körper beim nächsten Verzehr genau dieses Allergen wieder, so dass es zu einer erneuten Reaktion kommt. Prinzipiell kann jeder Mensch in jedem Alter eine Lebensmittelallergie bekommen, wobei einige Nahrungsmittel besonders oft für allergische Reaktionen verantwortlich sind. Säuglinge und Kinder neigen häufig zu Allergien gegen Milch, Eier, Weizen und Nüssen. Bei Erwachsenen wiederum treten verstärkt Allergien gegen Obst, Gemüse, Fisch, Nüsse, Schalen- und Krustentiere sowie Gewürze auf. Wie man sieht, gibt es eine große Anzahl von Lebensmitteln, die für das Auslösen einer Allergie verantwortlich sein können. Gerade deshalb ist es so schwierig das betreffende Allergen auf Anhieb auszumachen, was die Diagnosefindung erheblich beeinträchtigt.
An dieser Stelle müssen wir auch darauf aufmerksam machen, dass es hinsichtlich der Lebensmittelallergie auch zu Kreuzallergien mit anderen Inhaltsstoffen kommen kann.

Eine Kreuzallergie besteht dann, wenn zwei scheinbar unterschiedliche Lebensmittel Inhaltsstoffe beinhalten, deren Eiweißstruktur ähnlich ist. Das Immunsystem erkennt diese sich ähnelnden Allergene und reagiert daraufhin auf beide Lebensmittel allergisch. Ein klassisches Beispiel, das sehr häufig beobachtet werden kann sind Kreuzallergien zwischen Birkenpollen, Äpfeln und Nüssen. Reagiert ein Birkenpollen-Allergiker einmal auf Äpfel und Nüsse, sollte er den Verzehr in Zukunft unbedingt meiden.

Wenn Sie einmal auf Lebensmittel allergisch reagiert haben, sollten Sie an erster Stelle versuchen, herauszufinden, was Sie an diesem Tag zu sich genommen haben. Am Besten ist es, wenn Sie über mehrere Wochen notieren, was Sie gegessen haben. Dies erleichtert die Diagnosestellung, wenn Sie Ihren Hausarzt oder Allergologen aufsuchen. Wenn Sie Buch führen, schreiben Sie immer auf, an welchen Tagen Sie eine allergische Reaktion feststellen konnten und in welcher Form die Beschwerden auftraten (z.B. Hautjucken, Schnupfen, Asthma oder Verdauungsbeschwerden). So kann sich Ihr Arzt bereits einen kleinen Überblick verschaffen, welche Allergene in Frage kommen und ob eventuell eine zusätzliche Kreuzallergie vorliegt. Welche Tests Ihr Arzt durchführen wird, hängt selbstverständlich vom Mediziner ab. Vermutlich wird man Ihnen Blut abnehmen, um Antikörper im Blut nachzuweisen und ein Allergietest gehört heute zu den üblichen Standartuntersuchungen.

Behandlung der Lebensmittelallergie
Wenn der Auslöser Ihrer Lebensmittelallergie bekannt ist, sollten Sie grundsätzlich darauf achten, dass Sie diesen Inhaltsstoff meiden. Aufgrund der Vielzahl der bestehenden Kreuzallergien besteht die Gefahr, dass Sie gleichzeitig auch auf andere Nahrungsmittel allergisch reagieren. Wichtig ist, dass Sie versuchen, sich trotz Ihrer Lebensmittelallergie ausgewogen und gesund zu ernähren. Verzichten Sie nicht wahllos auf Grundnahrungsmittel, da Sie Ihrem Körper auf diese Weise lebenswichtige Vitamine und Mineralstoffe entziehen.

Suchen Sie im Zweifelsfall einen Ernährungsberater auf, der Ihnen wertvolle Tipps gibt, wie Sie sich vor einer Mangelernährung schützen können. Doch machen wir uns nichts vor, in vielen Lebensmitteln sind Inhaltsstoffe in versteckter Form vorhanden. Niemals würde man annehmen, dass diese Lebensmittel Allergene beinhalten, die einem Probleme bereiten. Bereits sehr kleine Mengen des Allergens reichen aus, um eine allergische Reaktion hervorzurufen. Beispielsweise ist die Gefahr einer unbemerkten Aufnahme bei Nüssen besonders groß, da geringe Spuren in zahlreichen Lebensmitteln, wie Brot, Vollkornprodukten und Süßspeisen, vorhanden sind.

Für den Notfall stehen Ihnen selbstverständlich Medikamente zur Verfügung, die Sie einnehmen können, falls Sie unwissentlich ein Allergen aufgenommen haben. Besprechen Sie jedoch mit Ihrem Arzt, ob in Ihrem Fall ein Notfall-Set zur Behandlung Ihrer Lebensmittelallergie notwendig ist oder nicht. Dies ist abhängig von der Stärke Ihrer allergischen Beschwerden. In Frage kommt ein Antihistaminikum, das in Form einer Tablette aufgenommen wird. Diese sehr schnell wirkenden Tabletten kommen auch bei Pollenallergien zum Einsatz. Behr sehr starken Symptomen werden vom Arzt häufig Glukokortikoide verschrieben, die für eine schnelle Linderung sorgen. Sind die Atemwege betroffen und es kommt zu einem Zuschwellen des Halses oder Atemnot, werden häufig Sprays eingesetzt, die Adrenalin enthalten. Welcher dieser genannten Therapien für Sie in Frage kommen und ob Sie überhaupt nötig sind, sollten Sie mit Ihrem Arzt besprechen. Eine direkte Therapie gegen Lebensmittelallergien gibt es nicht. In Einzelfällen erfolgt die Behandlung in Form einer Immuntherapie durch Hyposensibilisierung, um den Allergiker langsam an das Allergen zu gewöhnen. Dies wird jedoch nur sehr selten angewandt, wenn beispielsweise eine zusätzliche Kreuzallergie mit Pollen besteht.

Können Allergien bei Kindern von allein verschwinden?

In den letzten Jahren hat sich die Zahl der allergischen Kinder drastisch erhöht. Wenn Sie bei Ihrem Kind erste Anzeichen einer Allergie bemerken, sollten Sie so schnell wie möglich Ihren Kinderarzt aufsuchen. Besonders dann, wenn die Atemwege betroffen sind, da Kinder schnell ein allergisches Asthma entwickeln, das sie im schlimmsten Fall nie wieder los werden.

Die Veranlagung der Allergien wird von den Eltern vererbt. Deshalb sollten Sie besonders aufmerksam sein, wenn Sie oder Ihr Partner allergisch sind. Leidet ein Elternteil unter einer Allergie liegt das Risiko des Kindes, ebenfalls eine Allergie zu entwickeln, bei rund 30%. Sind beide Elternteile Allergiker, steigt das Risiko auf etwa 50% an. Doch kommen wir zurück zur Frage, ob sich Allergien bei Kindern von allein zurückbilden können.

Es kommt ganz darauf an, auf welchen Stoff das Kind allergisch reagiert. Handelt es sich beispielsweise um eine Pollenallergie, ist das Risiko groß, dass die Beschwerden lebenslang bestehen bleiben. Bei Allergien auf Nahrungsmittel verhält es sich etwas anders. Bei Kleinkindern zwischen dem ersten und dritten Lebensjahr kommt es recht häufig zu Allergien auf Kuhmilch, Eier, Nüsse, Weizen, Fisch und Soja. Je früher das Kind auf das Nahrungsmittel allergisch reagiert, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Beschwerden bis zum sechsten Lebensjahr wieder verschwinden. Wissenschaftler vermuten, dass der Stoff bei Kleinkindern Allergien auslöst, da das Abwehrsystem noch nicht so häufig mit ihm in Kontakt gekommen ist. Im Laufe der Entwicklung wird das Immunsystem des Kindes trainiert und lernt mit dem Allergen umzugehen. Unterschiede sind jedoch bei einigen Nahrungsmitteln festzustellen. Eine Allergie auf Kuhmilch beispielsweise verschwindet in der Regel bis zum sechsten Lebensjahr. Reagiert Ihr Kind jedoch auf Erdnüsse, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass es hier lebenslang zu einer Unverträglichkeit kommt.

Wenn Sie bemerken, dass Ihr Kind auf Lebensmittel reagiert, sollten Sie Ihren Kinderarzt um Rat fragen. In der Regel wird ein Verzicht von etwa zwei Jahren empfohlen. Danach kann man einen vorsichtigen Versuch wagen und das Kind eine kleine Menge des allergieauslösenden Lebensmittel essen lassen. Keinesfalls sollten dem Kind lebenswichtige Nahrungsmittel vorenthalten werden, da Sie eine Mangelernährung riskieren und Ihr Kind zudem wichtige Geschmackserfahrungen nicht erleben kann. Gerade deshalb ist es wichtig, dass bereits bei der Ernährung sehr kleiner Kinder darauf geachtet wird, dass die Auswahl der Lebensmittel sehr vielseitig ist, da eine Sensibilisierung nur dann erfolgreich sein kann, wenn das Kind schon einmal mit dem Allergen in Kontakt gekommen ist. Verzichtet man auf viele wichtige Nahrungsmittel, kann das Kind in jungen Jahren keine Antikörper gegen den Stoff bilden.

Entwickelt das Kind beispielsweise im achten Lebensjahr erstmalig eine Allergie auf Erdbeeren, ist es anzunehmen, dass die Allergie das ganze Leben bestehen bleibt. Leider kann man jedoch nicht pauschal sagen, ob eine Allergie „raus wächst“ oder bestehen bleibt. Jedes Kind reagiert anders und leider ist oft festzustellen, dass viele Allergien dauerhaft bestehen bleiben oder zusätzlich weitere Allergien auf andere Stoffe hinzukommen. Grundsätzlich kann jedoch festgehalten werden, dass Lebensmittelallergien häufig bis zum sechsten Lebensjahr verschwinden. Wer in späteren Jahren eine Allergie entwickelt, behält sie in der Regel auf Dauer.

Was ist Histamin?

Histamin ist einerseits ein Nervenbotenstoff, der zu den so genannten Transmittern zählt und im Gehirn auftritt. Andererseits ist Histamin auch ein Hormon, das im übrigen Körper vorhanden ist und an der Abwehr von Krankheitserregern beteiligt ist. Wie wir aber schon in den vorherigen Artikeln gelesen haben, spielt Histamin bei allergischen Reaktionen eine wichtige Rolle. Bei allen Allergien handelt es sich um eine Überproduktion von Histamin.

Somit wird Histamin einerseits vom eigenen Körper produziert, andererseits gibt es auch zahlreiche Nahrungsmittel, die Histamin enthalten. Wenn Menschen beispielsweise auf Pollen allergisch reagieren, kommt es zu einer Überproduktion von Histamin. Das Immunsystem reagiert auf den eigentlich harmlosen Stoff und schüttet vermehrt Histamin aus. Daraufhin kommt es zu den typischen allergischen Symptomen, wie juckende, tränende Augen, Schnupfen, Husten, Atemnot, Hautjucken oder bei Lebensmittelallergien zu Verdauungsbeschwerden. Pollenallergiker haben kaum eine Möglichkeit, den Allergenen aus dem Weg zu gehen. Schließlich will man sich nicht den ganzen Tag in einem geschlossen Raum von seiner Umwelt abschotten. Sie haben lediglich die Möglichkeit, ihre Allergie behandeln zu lassen. Zu diesem Thema kommen wir in einem gesonderten Artikel.

Bei einer Lebensmittelallergie reagiert man besonders häufig auf Lebensmittel, die viel Histamin enthalten. Ist der Auslöser bekannt, kommt eine Karenzkost in Frage, das heißt, dass auf den Genuss dieses Nahrungsmittels besser verzichtet wird. Zu den Nahrungsmitteln, die viel Histamin enthalten gehören: Erdbeeren, Tomaten, Nüsse, Rotwein, Sekt, Bier, Schokolade, Kakao, eingelegter Fisch, reifer Käse, Salami, Leber, Sauerkraut, in Essig eingelegtes Gemüse.

In der Regel ist der Histamin-Gehalt in frischen und unverarbeiteten Lebensmitteln niedriger als in Nahrungsmitteln, die haltbar gemacht wurden. Der Wert steigt beispielsweise durch Reifeprozesse wie Gärung, Fementation oder Zusatzstoffe wie Essig und Marinade stark an. Gleiches gilt für überlagerte Lebensmittel, die leicht verderben. Leider enthalten auch viele Geschmacksverstärker und Farbstoffe einen hohen Histamin-Anteil und ist in zahlreichen Fertigprodukten enthalten. Da es sich hier um versteckte Histamine handelt, ist es oftmals schwierig, den eigentlichen Auslöser ausfindig zu machen. Im besten Fall verzichtet man auf Fertigprodukte, die Geschmacksverstärker und/oder Farbstoffe enthalten und entscheidet sich für frische Lebensmittel, die direkt zubereitet werden.

Die Pollenallergie

Laut des Deutschen Allergie- und Asthmabundes leiden rund 16% der Deutschen unter einer Pollenallergie, die im Volksmund als Heuschnupfen bezeichnet wird. Der Blütenstaub verschiedener Pflanzen ist für die Pollenallergie verantwortlich.

Kommen die Pollen mit den Schleimhäuten im Bereich der Nase oder Augen in Kontakt, beginnt für den Allergiker eine Tortur. Je nach Stärke des Pollenfluges kommt es zu unterschiedlich starken Beschwerden wie Augenjucken, Augentränen, Fließschnupfen, verstopfter Nase, Hautausschlag, Husten, Atemnot, Asthma bronchiale und einem Niesreiz. All diese Symptome sind äußerst unangenehm und können die Freude am Frühling und Sommer durchaus vermiesen.

Im Grunde genommen sollten Pollenallergiker die gleichen Vorkehrungen treffen, wie es bei anderen anderen Allergikern der Fall ist: Das Meiden des Allergieauslösers (Allergens). Bei Pollen ist dies jedoch nur sehr schwer umsetzbar, schließlich möchte man die warmen Monate gerne in der freien Natur verbringen und nicht noch länger als nötig, den Tag im Haus verbringen. Das Problem ist jedoch, dass Pollen während der Pollenflugzeit kilometerweite Wege hinter sich lassen und durch den Wind getragen werden.

Die Pollenallergie kann jeden Menschen in jedem Alter treffen. Oft sind bereits Kleinkinder von der Allergie betroffen. Doch selbst ältere Menschen können ganz plötzlich auf Pollenstaub reagieren, selbst dann, wenn sie nie zu zuvor über Beschwerden geklagt haben. Leider ist es so, dass die Pollenallergie ganz plötzlich, wie aus dem Nichts auftaucht und in der Regel nicht wieder verschwindet. Im Gegenteil, meist kommen im Laufe der Jahre weitere Allergien auf andere Pollenarten hinzu und häufig kommt es zu Kreuzallergien mit anderen Stoffen, die zum Beispiel in Lebensmitteln enthalten sind und eine ähnliche Eiweißstruktur haben.

Woran erkennt man eine Pollenallergie?

Die Pollenallergie macht sich aufgrund heftiger allergischer Beschwerden bemerkbar. Wenn Sie im Frühjahr oder Sommer plötzlich unter Fließschnupfen, Niesreiz, Husten, Atemproblemen, Augenjucken, Augentränen oder Juckreiz leiden, sollten Sie sich an Ihren Arzt wenden, um feststellen zu lassen, auf welche Pollenart Sie allergisch reagieren. Als Auslöser kommen zahlreiche Pollen in Frage, die saisonal zu unterschiedlichen Zeiten auftreten.

Hierzu gehören beispielsweise Baumpollen (z.B. Birke und Erle), Pollen von Sträuchern (z.B. Hasel), Gräser, Getreide (z.B. Roggen und Weizen) und Kräuter (z.B. Beifuß). Während der Pollenflug von Hasel bereits im Januar beginnen kann und im April endet, beginnt der Pollenflug von Gräsern im April und endet meist im Oktober. Wer nun unter einer kombinierten Pollenallergie leidet, kann damit rechnen, während des ganzen Frühjahrs und Sommers unter allergischen Beschwerden zu leiden.

Wichtig ist, dass Sie möglichst schnell Ihren Arzt aufsuchen, wenn Sie unter allergischen Symptomen leiden. Um festzustellen, unter welcher Allergie Sie leiden, kann bei Ihnen ein Allergietest durchgeführt werden. Welche Art der Therapie in Frage kommt, sollten Sie ausführlich mit Ihrem Arzt besprechen, da mehrere Möglichkeiten in Betracht kommen. Der Gang zum Arzt ist deshalb so wichtig, da Heuschnupfen zusätzlich schwere Krankheitsbilder nach sich ziehen kann, wie zum Beispiel Atemnot sowie ein allergisches Asthma.

Feststellung einer Pollenallergie: Der Allergietest

Wenn Sie Ihrem Arzt Ihr Beschwerdebild schildern, wird er vermutlich anregen, einen Allergietest durchführen zu lassen. Hierbei wird festgestellt, auf welche Pollenart Sie allergisch reagieren. Dies erfolgt durch einen so genannten Pricktest, der in der Regel auf den Unterarmen durchgeführt wird. Pollenextrakte in flüssiger Form werden hierbei auf die Haut geträufelt und anschließend werden die Stellen mit einer feinen Nadel vorsichtig angeritzt. Auch wenn sich das gefährlich anhört, können wir Ihnen versichern, dass Sie keine großen Schmerzen erwarten brauchen. Selbst für Kinder stellt der Pricktest kein Problem dar.

Neben den Pollenextrakten wird auch ein Tropfen einer Kontrolllösung sowie ein Tropfen Histamin auf die Haut gebracht. Bei der Kontrolllösung handelt es sich um Kochsalzlösung, die keine Reaktion hervorrufen sollte. Das Histamin hingegen wird eine sichtbare Hautreizung auslösen, die zur Beurteilung des Testergebnisses nötig ist.

Das Ergebnis des Pricktestes kann bereits nach 20 Minuten abgelesen werden. Kommt es an einer oder mehreren Stellen zu Hautrötungen und Quaddeln, ist das Ergebnis positiv, das heißt, es könnte eine Allergie auf dieses Allergen vorliegen. Nicht jede positive Reaktion bedeutet, dass wirklich eine Allergie gegen diesen Stoff vorliegt. Um die Verdachtsdiagnose zu bestätigen, wird der Arzt Ihnen vermutlich zu weiteren Tests raten. Hier kommt eine Blutuntersuchung auf Antikörper gegen das in Frage kommende Allergen in Betracht. Auch ein nasaler Provokationstest kann im Anschluss für ein gesichertes Testergebnis sorgen. Hierbei wird ein Wattestäbchen in das entsprechende Allergen getaucht und anschließend in ein Nasenloch gesteckt, so dass die Schleimhaut mit dem Stoff in Berührung kommt. Sollte eine Allergie vorliegen, lassen die allergischen Symptome nicht lange auf sich warten. Binnen weniger Minuten wird ein heftiges Laufen der Nase, Kribbeln sowie Niesreiz ausgelöst. Dieser Test dauert ebenfalls höchstens 20 Minuten. Anschließend wird der Arzt mit einer kleinen Lampe die Nasenschleimhaut ansehen und kann so das Allergen als Auslöser für die Allergie ausschließen oder bestätigen.

Behandlung der Pollenallergie

Wenn bekannt ist, auf welche Pollen Sie allergisch reagieren, muss abgewogen werden, in welcher Form die Behandlung erfolgen soll. Hierüber wird Ihr Arzt Sie eingehend beraten. Linderung der allergischen Beschwerden schaffen antiallergische Medikamente (Antihistaminika), die in Form einer schnell wirkenden Tablette eingenommen werden können. Zusätzlich können antiallergische Augentropfen und Nasensprays eingesetzt werden, die meist in einer Kombipackung angeboten werden. Bei sehr starken, anhaltenden Beschwerden werden auch verschreibungspflichtige Glukokortikoide verschrieben.

Grundsätzlich gilt, wie bei allen anderen Allergien auch, dass der Allergieauslöser (Allergen) nach Möglichkeit gemieden wird, was natürlich nicht immer einfach ist. Man kann jedoch einiges unternehmen, um möglichst wenig mit den auslösenden Pollen in Kontakt zu kommen. Lesen Sie hierzu unbedingt unsere „Tipps bei Heuschnupfen“. Neben der medikamentösen Behandlung kommt außerdem eine Immuntherapie in Frage, die so genannte Hyposensibilisierung.

Die Hyposensibilisierung

Wenn bekannt ist, auf welche Pollen für Ihre allergischen Beschwerden verantwortlich sind, besteht die Möglichkeit, eine Immunisierung in Form einer Hyposensibilisierung durchführen zu lassen. Diese wird auch als spezifische Immuntherapie (SIT) bezeichnet.

Bei der Hyposensibilisierung handelt es sich allerdings um eine aufwändige Therapie, die über einen längeren Zeitraum durchgeführt werden muss. Rechnen Sie damit, dass die Therapie über etwa drei Jahre, außerhalb der Pollensaison, durchgeführt wird. Die Hyposensibilisierung wird nicht während der Pollensaison in den Herbst- und Wintermonaten durchgeführt, da das zusätzliche Spritzen der Allergene während des Pollenfluges eine zu große Belastung für den Körper darstellen würde.

Durch die Hyposensibilisierung wird der Patient langsam an das Allergen gewöhnt, wobei dieses in regelmäßigen Abständen und leicht steigenden Dosen verabreicht wird. Hierbei wird das Allergen vom Arzt unter die Haut gespritzt, wobei es meist zu einer leichten allergischen Reaktion (Jucken, Quaddel) in diesem Bereich kommt. Nach der Behandlung muss der Patient für etwa eine halbe Stunde zur Beobachtung in der Praxis bleiben, um starke allergische Reaktionen, wie etwa den lebensbedrohlichen anaphylaktischen Schock, auszuschließen. Treten während dieser Beobachtungszeit starke Beschwerden wie heftiges Kribbeln im Hals oder Atemnot auf, sollte der Arzt sofort informiert werden, damit dieser Gegenmaßnahmen ergreifen kann. Da die Hyposensibilisierung recht zeitaufwändig ist und der Patient 1-2 in der Woche zur Behandlung in der Praxis erscheinen muss und anschließend eine halbe Stunde Wartezeit in Kauf zu nehmen hat, kommt für viele Berufstätige diese Art der Behandlung nicht in Frage.

Alternativ kann die Hyposensibilisierung seit einigen Jahren auch in Form von Tropfen durchgeführt werden. Die so genannte sublinguale Immuntherapie (SLIT) kann vom Allergiker zu Hause angewandt werden, wobei die Dosierung langsam gesteigert wird. Grundsätzlich kann man sagen, dass eine Hyposensibilisierung bei Pollenallergien vielen Menschen Linderung verschafft. Mit einer Besserung ist zwar nicht sofort zu rechnen, sondern erst im Laufe mehrerer Monate, wenn die Allergen-Dosen bereits gesteigert wurden. Das Ergebnis fällt bei jedem Allergiker anders aus. Wer jedoch dauerhaft unter allergischen Beschwerden leidet, sollte eine Hyposensibilisierung auf jeden Fall in Betracht ziehen.

Die Kreuzallergie

Die Kreuzallergie wurde bereits in vorangegangenen Kapiteln am Rande erwähnt. An dieser Stelle wollen wir etwas genauer darauf eingehen. Bei Pollenallergien liegen häufig Kreuzallergien zu Lebensmitteln vor, die über eine ähnliche Eiweißstruktur verfügen wie die der allergieauslösenden Pollen. Tritt bei einem Pollenallergiker eine allergische Reaktion auf Lebensmittel auf, handelt es sich hierbei meist nicht um eine zusätzliche Lebensmittelallergie, sondern um eine Kreuzallergie.

Ein Großteil der Allergiker, die auf Pollen von Frühblühern (Hasel, Erle, Birke) reagieren, entwickeln im Laufe der Zeit eine Kreuzallergie gegen Haselnüsse und Äpfel.
Wenn es direkt nach dem Verzehr von Nüssen oder Äpfeln zu einem starken Kribbeln, Kratzen oder Brennen im Mund kommt, liegt der Verdacht Nahe, dass es sich um eine Kreuzallergie handelt. Auch kann es zu sehr unangenehmen Schwellungen im Mund- und Rachenraum kommen. Damit Sie sich einen kleinen Überblick verschaffen können, stellen wir Ihnen eine kleine Liste typischer Kreuzallergien zwischen Pollen und Lebensmitteln zusammen.

Birkenpollen, Haselpollen, Erlenpollen (Frühblüher):
Nüsse (vor allem Haselnüsse), Mandeln, Äpfel, Birnen, Pflaumen, Pfirsiche, Kirschen, Aprikosen, Kartoffeln, Karotten, Sellerie, Pfirsiche, Kiwi’s, Avocado’s, Erdbeeren, Himbeeren.

Beifußpollen (Kräuter):
Sellerie, Karotten, Anis, Dill, Petersilie, Kamille, Paprika, Pfeffer, Senf, Tomaten, Melonen, Knoblauch, verschiedene Gewürze wie Curry, Estragon, Muskatnuss, Zimt, Ingwer, Kümmel, Koriander.

Gräserpollen:
Tomaten, Kartoffeln, Erdnüsse, Soja, Roggen, Weizen, Ananas, Melonen, Kiwi’s, einige Gewürze.

Festzustellen ist, dass Kreuzallergien nicht bei jedem Allergiker auftreten. Somit hat nicht zwangsläufig Jeder, der auf Birkenpollen allergisch reagiert, gleichzeitig eine Allergie gegen Nüsse. Bei vielen Allergikern bestehen überhaupt keine Kreuzallergien, andere wiederum reagieren lediglich in der jeweiligen Pollensaison auf das Kreuzallergen. Manchmal können Allergene in den Lebensmitteln auch durch die Verarbeitung unschädlich gemacht werden. Deshalb vertragen einige Allergiker zwar keine rohen Tomaten, werden diese jedoch gekocht, bereiten sie keine Probleme.

Wenn Sie schon einmal nach dem Verzehr von Lebensmitteln ein Kribbeln, Jucken, Kratzen oder Brennen im Mund- und Rachenraum bemerkt haben, gilt es festzustellen, welches Lebensmittel für die Reaktion verantwortlich war. Wenn Sie es herausgefunden haben, verzichten Sie zunächst während der Pollensaison auf das Nahrungsmittel und starten einen vorsichtigen Versuch einer kleinen Menge im Winter. Treten die Beschwerden immer noch auf, verzichten Sie auf den rohen Verzehr und kochen es vorher. Mit ein wenig Fingerspitzengefühl können Sie vorsichtig herausfinden, ob Sie dauerhaft auf dieses Nahrungsmittel verzichten müssen oder nicht.

Wenn Sie jedoch eine schwere Kreuzallergie gegen ein Nahrungsmittel haben, die sich in Form von Zuschwellen im Bereich des Rachens und begleitender Atemnot zeigt, deutet dies auf einen anaphylaktischen Schock hin. Rufen Sie sofort einen Notarzt, da ein anaphylaktischer Schock zum Tod führen kann. Gegenmaßnahmen können nur von einem Arzt eingeleitet werden. In diesem Fall müssen Sie später dauerhaft auf das allergieauslösende Lebensmittel verzichten.

Tipps für das Verhalten bei einer Pollenallergie

Wie schon erwähnt, ist es unmöglich, den allergieauslösenden Pollen während der Pollensaison vollständig aus dem Weg zu gehen. In gewissem Maße kann man heftige Reaktionen jedoch vermeiden, wenn verschiedene Verhaltensregeln beachtet werden. Wir haben für Sie einige Tipps zusammen gestellt, die Ihnen während des Pollenflugs helfen können.

Achten Sie auf die Pollenflug-Vorhersage in der Zeitung, im Radio oder Internet. An Tagen mit starkem Pollenflug sollten Sie sich bester in geschlossenen Räumen aufhalten. Meiden Sie Spaziergänge in der Nähe von blühenden Wiesen oder Wäldern. Zusätzlichen Schutz im Haus bieten Pollenschutzgitter, die vor den Fenstern angebracht werden können. Planen Sie Ihren Urlaub nach Möglichkeit so, dass Sie während der Haupt-Pollenflugzeit an die See oder ins Hochgebirge verreisen können, da die Luft in diesen Regionen weniger belastet ist.

Lüften Sie Ihre Wohnung nicht bei starker Pollenbelastung. In ländlichen Gegenden fliegen die meisten Pollen am frühen Morgen, etwa zwischen vier und sechs Uhr. In der Stadt ist die Pollenbelastung am Abend am größten. Das Lüften sollte deshalb nach Möglichkeit nicht während dieser Zeiten geschehen. Wer es gewohnt ist, nachts bei geöffneten Fenstern zu schlafen, kommt nicht umhin, Pollenschutzgitter vor den Fenstern anzubringen, da auch in der Nacht mit einer hohen Pollenbelastung gerechnet werden muss. Ebenso müssen Sie sich darauf einstellen, dass die Belastung während längerer Trockenzeiten höher ist. Nutzen Sie die Zeit nach jedem Regenschauer zum Lüften, da die Luft nach dem Regen besonders rein ist. Pollen setzen sich auch in Ihrer Kleidung, in Ihren Haaren und in der Bettwäsche ab. Deshalb ist es ratsam, dass die Kleider am Abend nicht mit ins Schlafzimmer genommen werden und am Besten nach dem Tragen im Freien direkt in die Wäsche gegeben werden. Waschen Sie Ihre Bettwäsche so häufig wie möglich. Um zu vermeiden, dass Pollen an Ihrem Kopfkissen haften und Ihnen Beschwerden bereiten, wenden Sie das Kissen nach einer Nacht auf die andere Seite und waschen Sie den Bezug nach der zweiten Nacht.

Vor dem Schlafen gehen ist es empfehlenswert, die Haare zu waschen. Somit vermeiden Sie einen unnötigen Kontakt mit den Pollen. Ebenso sollten Sie Ihre Wäsche während des Pollenfluges nicht im Freien trocknen. Wenn Sie sich draußen aufhalten, ist es zu empfehlen, immer eine Sonnenbrille zu tragen. Sie bieten einen Schutz vor herum fliegenden Pollen und vermeiden den direkten mit den Augen. Setzen Sie sich nach Möglichkeit, keinen allzu großen Belastungen im Freien aus. Hierzu gehört beispielsweise das Rasenmähen oder sportliche Aktivitäten wie das Joggen. Wenn Sie sich körperlich im Freien anstrengen, nehmen Sie große Mengen der Pollen mit der Atemluft auf und riskieren ein allergisches Asthma, das Sie mit großer Wahrscheinlichkeit Ihr Leben lang begleiten wird. Entfernen Sie aus Ihrer Wohnung Gegenstände, an denen sich Pollen festsetzen können. Hierzu gehören beispielsweise Teppiche und Läufer. Glatte Böden, wie Fliesen, Parkett oder Laminat sind für Pollenallergiker weitaus besser geeignet, da die Pollen beim Wischen entfernt werden. Falls ein Teppichboden in Ihrer Wohnung liegt, sollte nach Möglichkeit eine andere Person das gründliche Staubsaugen übernehmen und auch die Polstermöbel und Vorhänge gründlich absaugen.

Damit die Pollen nicht über die Lüftung des Staubsaugers im Raum verteilt werden, ist es ratsam, einen Staubsauger mit speziellem Pollenfilter anzuschaffen. Auch im Auto kann es zu einer erhöhten Pollenbelastung kommen. Achten Sie beim Autokauf darauf, dass das Fahrzeug über einen eingebauten Pollenfilter verfügt. Bei älteren Fahrzeugen kann ein Pollenfilter nachträglich eingebaut werden. Fahren Sie niemals mit geöffneten Fenstern. Linderung verschafft Ihnen auch die Anwendung einer Nasendusche, die Sie in jeder Apotheke kaufen können. Füllen Sie warmes Wasser in den Behälter und fügen Sie eine kleine Menge Salz hinzu. Anschließend werden nacheinander beide Nasenlöcher mit der Lösung gespült. Wie das genau funktioniert, können Sie der Packungsbeilage entnehmen. Vergessen Sie aber niemals beim Spülen den Mund zu öffnen, sonst landet die Salzlösung in Ihrem Rachen. Keine schöne Erfahrung.

Die Sonnenallergie

Jedes Jahr wieder leiden Menschen mit empfindlicher Haut unter einer Sonnenallergie. Meist treten die unangenehmen allergischen Erscheinungen zu Beginn des Sommers auf, wenn die Haut das erste Mal mit den Sonnenstrahlen in Kontakt kommt.

In Deutschland leiden zwischen 10-20% der Bevölkerung unter der Sonnenallergie, die auch als polymorphe Lichtdermatose, bezeichnet wird. Häufig treten die Symptome während des Urlaubs unter südlicher Sonne auf, wenn die Haut hohen UV-A und UV-B-Strahlen ausgesetzt wurde. Die ersten Anzeichen werden einige Stunden nach der Sonneneinwirkung bemerkt, manchmal kann es aber auch mehrere Tage dauern.
In der Regel macht sich die Sonnenallergie durch anfängliches Hautjucken oder Brennen bemerkbar. Veränderungen durch Bläschen und Verdickungen der Haut, so genannten Papeln, treten meist im weiteren Verlauf auf. Als Ursache kommen intensive UV-A und UV-B-Strahlen in Frage, jedoch sprechen Wissenschaftler auch von einer möglichen Immunreaktion, wobei die Forschungsergebnisse noch in den Kinderschuhen stecken.

Im Gegensatz zur Pollenallergie bestehen bei der Sonnenallergie gute Möglichkeiten, diese vorzubeugen. Dies können Sie tun, indem Sie Ihre Haut langsam an die Sonnenstrahlen gewöhnen. Bevor Sie in den Urlaub fahren, sollten Sie sich, so oft es möglich ist, für einen kurzen Zeitraum der Sonne aussetzen. Für Menschen, die sehr hellhäutig sind und eine empfindliche Haut haben, sollten sich besonders in südlichen Ländern besser im Schatten aufhalten und keinesfalls stundenlang in der Sonne „braten“. Keine Sorge, auch im Schatten werden Sie braun werden. Bei längeren Spaziergängen oder Wanderungen in der Sonne ist es ratsam, hautbedeckende und luftige Bekleidung zu tragen. Verwenden Sie eine Sonnenschutzcreme mit möglichst hohem Lichtschutzfaktor, der zwischen 30 und 50 liegen sollte.

Bei starkem Juckreiz und Bläschenbildung können Sie sich von Ihrem Arzt ein Antihistaminikum verschreiben lassen, das den Juckreiz mildert. Zusätzlich können Cremes mit Hydrokortison auf die juckenden Papeln gestrichen werden. Besprechen Sie die Behandlung in jedem Fall mit Ihrem Arzt (verschreibungspflichtig!). Ebenso gibt es in der Apotheke frei verkäufliche Präparate, die vorbeugend gegen die Sonnenallergie eingenommen werden können. Hierzu gehören beispielsweise Kalzium und Betacarotin. Einige Allergiker haben gute Erfahrungen mit Fischölkapseln (Omega-3-Fettsäure) oder Vitamin B3 gemacht. Von wissenschaftlicher Seite konnte die Wirksamkeit dieser Präparate jedoch bislang nicht eindeutig nachgewiesen werden. Da die Inhaltsstoffe jedoch keinen Schaden anrichten, kommt es einfach auf einen Versuch an.

In sehr schweren Fällen kann eine Lichtabhärtung, die so genannte Phototherapie, für Linderung sorgen. Hierbei erfolgt beim Hautarzt eine mehrwöchige, tägliche Bestrahlung mit medizinischem UV-Licht, so dass die Haut abgehärtet wird. Mit dieser Behandlung sollte allerdings mehrere Wochen vor der Sonneneinstrahlung begonnen werden. Die Ergebnisse dieser Behandlung erscheinen erfolgversprechend. Verwechselt werden sollte diese ärztliche Therapie jedoch nicht mit dem Besuch eines Solariums. Zur Lichtabhärtung ist das Solarium keinesfalls geeignet.

Die Hausstaubmilbenallergie

In Deutschland leiden schätzungsweise zwischen vier und fünf Millionen Menschen unter einer Hausstaubmilbenallergie, die im Volksmund als Hausstauballergie bezeichnet wird und ist neben der Pollenallergie die zweithäufigste Allergieart. Die Bezeichnung Hausstauballergie ist jedoch nicht ganz korrekt, denn der Kot der Hausstaubmilbe ist für allergische Reaktionen verantwortlich. Hausstaubmilben selber sind völlig harmlos, man kann sie mit bloßem Auge nicht erkennen und sie beißen oder stechen nicht. Allerdings hinterlassen sie die 200-fache Menge an Kot, umgerechnet auf das Gewicht der winzigen Spinnentiere.

In nur einem Gramm Staub leben rund 10.000 Hausstaubmilben, ihre Allergene verteilen sich als feiner Staub in unserer Atemluft. Die Hausstaubmilbenallergie ist ausgesprochen lästig, da die Milben immer uns herum sind und die Beschwerden das ganze Jahr über auftreten. Während der Heizperiode im Winter verstärken sich die Beschwerden, da dann die meisten Milben sterben und zusätzlich zu ihrem Kot auch Allergene aus dem Körper der Milben freigesetzt werden. In der Nähe von Menschen fühlen sie sich besonders wohl und halten sich besonders gern dort auf, wo wir viel Zeit verbringen, wie beispielsweise im Bett, wo sie sich von unseren abgestorbenen Hautschuppen ernähren.

Die Hausstaubmilbenallergie äußert sich wie die meisten Allergien durch juckende Augen, Augentränen, Schnupfen, Husten, Niesanfälle sowie allergische Reaktionen der Haut. In schwerwiegenden Fällen kann die Hausstaubmilbenallergie auch zu einem allergischen Asthma und Atemnot führen. Wenn Sie den Verdacht haben, dass Sie auf Hausstaubmilben allergisch reagieren, sollten Sie darauf achten, welche Symptome bei Ihnen auftreten und vor allem wann.

Treten die Beschwerden ganzjährig auf und Sie leiden besonders in der Nacht und am frühen Morgen unter den typischen oben genannten allergischen Beschwerden, liegt der Verdacht Nahe, dass Sie auf Hausstaubmilben reagieren. Gehen Sie zu Ihrem Arzt und besprechen das weitere Vorgehen. Zur endgültigen Klärung wird der Arzt empfehlen, einen Allergietest durchzuführen. Dies geschieht in Form eines Pricktestes (siehe unter Allergietest Pollenallergie). Zusätzlich kann Ihr Blut auf Antikörper (RAST-Test) untersucht werden, der Hinweis darauf gibt, ob in Ihrem Körper eine allergische Reaktion stattfindet. Ebenso ist es sinnvoll, einen nasalen Provokationstest durchführen zu lassen (ebenfalls unter Allergietest Pollenallergie beschrieben).

Was kann man gegen die Hausstaubmilbenallergie tun?

Bei Ihnen wurde beim Arzt eine Hausstaubmilbenallergie nachgewiesen? Dann gilt es jetzt, wie auch bei allen anderen Allergien, den Kontakt zum Allergieauslöser zu meiden. Dies ist natürlich nicht so einfach, denn absolute Staubfreiheit werden Sie trotz intensiver Reinigung Ihrer Wohnung nicht erreichen. Dennoch sollten Sie versuchen, die Staub- und Milbenkonzentration so gering wie möglich zu halten.
Vermeiden Sie unnötige Staubfänger, wie beispielsweise Teppiche, offene Bücherregale, Wandbehänge, schwere Vorhänge oder Stofftiere. Mit einem speziellen Milbentest, den Sie in jeder Apotheke kaufen können, lässt sich die Milbenbelastung in Ihrer Wohnung messen. Ergibt der Test eine hohe Konzentration, sollten Sie reagieren. Halten Sie Ihren Wohnraum möglichst staubfrei. Glatte Fußbodenbeläge sind weitaus besser zu reinigen als Teppichböden. Wischen Sie Ihren Fußboden so oft wie möglich feucht aus. Kaufen Sie sich einen Staubsauger, der über einen speziellen Filter (HEPA-Filter) verfügt. Lassen Sie sich am Besten von einem Fachverkäufer beraten oder lesen Sie im Internet Testberichte der Stiftung Warentest. Benutzen Sie zum Staub wischen immer ein feuchtes Tuch und wirbeln Sie Staub nicht unnötig auf. Hausstaubmilben fühlen sich in einem feuchten Klima besonders wohl. Achten Sie deshalb darauf, dass Sie Ihre Wohnung möglichst häufig gut durchlüften.

Da Hausstaubmilben in Ihrem Bett die besten Lebensbedingungen vorfinden, sind hier die wichtigsten Vorkehrungen zur Vorbeugung allergischer Reaktionen zu treffen. Überziehen Sie Ihre Matratze mit einem allergendichten Überzug, den Sie im Fachgeschäft kaufen können. Die so genannten Encasing-Bezüge bestehen aus wasserdampfdurchlässigem Material, so dass weiterhin eine gute Feuchtigkeitszirkulation besteht. Ebenso sollten Sie ausschließlich antiallergische Bettwäsche verwenden und Ihr Bettzeug so häufig wie möglich bei einer Waschtemperatur von mindestens 60°C waschen. Das Aufschütteln der Betten sowie das Beziehen mit frischer Bettwäsche sollte am Besten von Jemandem erledigt werden, der nicht auf Hausstaubmilben allergisch reagiert. Die Anwendung chemischer Mittel sollten Sie vermeiden und nur bei sehr extremer Belastung in Erwägung ziehen. Zusätzlich zu diesen Schutzmaßnahmen fragen Sie Ihren Arzt, ob eine Immuntherapie in Form einer Hyposensibilisierung für Sie in Frage kommt. Auf lange Sicht ist die Hyposensibilisierung in jedem Fall erfolgversprechend.

Bei akuten allergischen Beschwerden helfen, ebenso wie bei Pollenallergikern, antiallergische Medikamente (Antihistaminika), antiallergische Nasensprays und Augentropfen. Ist Ihre Haut gereizt, juckt und ist gerötet, können Sie auf pflegende Cremes oder Salben zurückgreifen, die beispielsweise Dexpanthenol, Harnstoff oder Aloe Vera, enthalten. Wenn Ihr Kind unter einer Hausstaubmilbenallergie leidet, können Sie natürlich nicht sämtliche Kuscheltiere aus Ihrer Wohnung verbannen. Da jedoch Kuscheltiere den Milben ideale Lebensbedingungen bieten, sollten Sie die Milbenkonzentration möglichst gering halten. Stecken Sie Kuscheltiere regelmäßig in einen Plastikbeutel und legen Sie ihn für eine kurze Zeit in die Gefriertruhe. Auf diese Weise sterben die Milben ab, jedoch nicht ihre Allergene (Milbenkot). Deshalb ist es empfehlenswert, lediglich Stofftiere zu kaufen, die gewaschen werden können.

Die Tierhaarallergie

Der Albtraum eines jeden Tierbesitzers ist sicher, wenn plötzlich eine Tierhaarallergie auftritt. Da stellt sich natürlich die Frage, ob man das Haustier abgeben muss oder behalten kann. Hunde, Katzen und Kleintiere, wie Kaninchen, Meerschweinchen, Vögel und Hamster, lösen bei rund 9% der Deutschen eine Tierhaarallergie aus. Somit liegen Tierhaarallergien neben der Pollenallergie und der Hausstaubmilbenallergie auf Platz 3 der häufigsten Allergien.

Genau genommen ist der Begriff Tierhaarallergie jedoch nicht ganz richtig, denn nicht das Fell, bzw. die Federn der Tiere, sind für die allergischen Reaktionen verantwortlich, sondern die Proteine, die in Hautschuppen, Talg, Speichel, Urin und Kot der Tiere vorkommen. Die Tierhaare an sich lösen keine Allergien aus, allerdings die Bestandteile, die an ihnen haften. Wer einmal auf Tierhaare allergisch reagiert, behält sie in der Regel für den Rest seines Lebens.

Die typischen Anzeichen einer allergischen Reaktion unterscheiden sich kaum von denen einer Pollen- oder Hausstaubmilbenallergie. Es kann urplötzlich zu Niesreiz, Fließschnupfen, Husten, Augenjucken und tränenden Augen, kommen. Ebenso können schwerwiegende Beschwerden wie Atemnot und ein allergisches Asthma auftreten. Im Grunde genommen empfiehlt es sich, bei einer Tierhaarallergie, das allergieauslösende Tier zu meiden. Handelt es sich um das eigene Haustier, ist dies natürlich nicht so einfach, denn schließlich möchte man sich nur ungern von seinem Tier trennen.

Wenn Sie einen Mediziner um Rat bitten, bekommen Sie vermutlich als Antwort, dass eine Trennung unvermeidbar ist. Dies ist jedoch nicht immer richtig. Aus Liebe zu Ihrem Tier sollten Sie, bis auf wenige Ausnahmen, zumindest versuchen, Ihr Tier zu behalten. Auf die Ausnahmen kommen wir gleich noch einmal zurück. Hunde und Katzen sind am häufigsten für die Tierhaarallergie verantwortlich. Ihre Allergene sind sehr klein, verteilen sich über die Luft und bleiben an den Kleidern hängen. Sehr schwere allergische Reaktionen werden meist durch Katzen ausgelöst, da ihre Allergene besonders klein sind, überall haften bleiben und sich kaum entfernen lassen. Wissenschaftliche Studien haben bewiesen, dass Katzenallergene beinahe überall auftreten. Proben aus Schulen, Gebäuden und öffentlichen Verkehrsmitteln wiesen bei den Untersuchungen zum Teil massive Belastungen durch Katzenallergene auf. Selbst in Wohnungen, in denen sich seit langer Zeit keine Katze mehr aufgehalten hat, wurden noch Spuren von Allergenen gefunden.

Unterschiede zwischen einer Hundehaar- und Katzenhaarallergie

Die Symptome der Katzenhaarallergie unterscheiden sich kaum von denen einer Hundehaarallergie. Meist fallen die Reaktionen bei Katzenhaarallergikern jedoch heftiger aus, was auf die „Aggressivität“ der Katzenhaare zurückzuführen ist. Außerdem reagieren Katzenallergiker in den meisten Fällen auf alle Katzen, Hundehaarallergiker hingegen reagieren oftmals nur auf bestimmte Hunderassen. Während durch eine Rasse allergische Reaktionen hervorgerufen werden, ist es möglich, dass bei einem anderen Hund oder einer anderen Rasse, keine Symptome auftreten.

Auffällig ist, dass kurzhaarige Hunde häufiger Allergien auslösen als beispielsweise Hunde mit lockigem Fell. Dies ist darauf zurückzuführen, dass kurzhaarige Hunde mehr Haare verlieren. Mittlerweile ist bekannt, dass es auch zu Kreuzallergien zwischen Hunde- und Katzenhaarallergien kommen kann, wenn eine ähnliche Eiweißstruktur zwischen den beiden Tierarten besteht.

Seit einigen Jahren wird für verschiedene Hunderassen geworben, die für Hundehaarallergiker geeignet sein sollen. Zu diesen Rassen gehören beispielsweise der Portugiesische Wasserhund, Pudel und der Chinesische Schopfhund. Ebenso werden seit den neunziger Jahren Hunderassen untereinander gekreuzt, bei denen die Wahrscheinlichkeit einer Hundehaarallergie sehr gering sein soll . Zu diesen Kreuzzüchtungen gehören Labradoodles (Kreuzung aus Labrador und Pudel), Goldendoodles (Golden Retriever/Pudel), Cockapoo (Cocker Spaniel/Pudel) und der Schnoodle (Schnauzer/Pudel). Bevor Sie sich jedoch voreilig für so einen Hund entscheiden, sollten Sie wissen, dass manche Allergiker trotz der geringen Allergenbelastung auf den Hund allergisch reagieren. Im besten Fall bitten Sie einen Hundezüchter dieser Rassen, dass Sie die Hunde im Vorfeld besuchen können, um auszuschließen, dass Sie allergisch auf Ihren zukünftigen Hund reagieren.

Tierhaarallergie feststellen

Wenn Sie den Verdacht haben, dass Sie unter einer Tierhaarallergie leiden, sollten Sie zunächst darauf achten, wann die allergischen Beschwerden auftreten. Wenn Sie selber ein Haustier halten, werden Sie schnell selbst auf die Idee kommen, dass ein Zusammenhang zwischen den Symptomen und Ihrem Tier besteht.

Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, wenn Sie unter Niesreiz, Schnupfen, Augenjucken, Husten oder Ähnlichem leiden. Die Feststellung der Tierhaarallergie erfolgt durch einen Pricktest (siehe Kapitel „Pollenallergie: Der Alltergietest). Ebenso wird Ihr Arzt eine Blutuntersuchung anregen. Allerdings ist nachgewiesen, dass der Pricktest nicht immer eindeutig Aufschluss darüber gibt, ob auch wirklich eine Allergie vorliegt. Oft kommt es vor, dass die Reaktion auf einen Wirkstoff positiv ist, aber trotzdem keine Allergie vorliegt. Dies liegt daran, dass manche Menschen eine besonders empfindliche Haut haben und dementsprechend schnell auf eine Substanz reagieren. Deshalb wird häufig ein zusätzlicher nasaler Provokationstest durchgeführt, wobei die Allergene in flüssiger Form auf einem Wattestäbchen mit der Nasenschleimhaut in Kontakt gebracht werden. Ist der Bluttest, der Pricktest und auch der nasale Provokationstest positiv, können Sie sicher davon ausgehen, dass Sie auf die entsprechenden Tierhaare allergisch sind. Besprechen Sie das weitere Vorgehen mit Ihrem Hausarzt oder Allergologen.

Die Behandlung von Tierhaarallergien

Ob Katzenhaar- oder Hundehaarallergie, beide sind extrem lästig, vor allem dann, wenn man selber Tierbesitzer ist. Hund, Katze oder Kleintiere einfach so an einen anderen Menschen abzugeben, fällt den meisten Tierhaltern nicht leicht. Befassen Sie sich aber mit dem Gedanken, falls Sie die Beschwerden nicht in den Griff bekommen. Im Folgenden erhalten Sie einige Tipps und Behandlungsmöglichkeiten, die bei Tierhaarallergien in Frage kommen. Unternehmen Sie jedoch nichts, ohne vorher Ihren Arzt zu fragen.

Akute allergische Beschwerden können mit einem Antihistaminikum behandelt werden. Allergietabletten können Sie sich von Ihrem Arzt verschreiben lassen, ebenso finden Sie antiallergische Augentropfen und Nasenspray in der Apotheke, die Ihnen Linderung verschaffen. Ist auch Ihre Haut durch Juckreiz oder ein Ekzem betroffen, können Sie eine pflegende Salbe oder Creme mit Dexpanthenol, Aloe Vera oder Harnstoff verwenden. Allerdings ist es wenig sinnvoll, dauerhaft auf Medikamente zurückzugreifen, wenn der Allergieauslöser, also Ihr Haustier, weiterhin mit Ihnen zusammen lebt.

Sie können selbst aktiv daran arbeiten, die Allergenkonzentration möglichst gering zu halten. Näheres hierzu im folgenden Artikel. Wenn Ihnen diese Tipps nicht helfen, können Sie zusätzlich mit Ihrem Arzt über die Möglichkeit einer Hyposensibilisierung sprechen. Rechnen Sie aber nicht damit, dass Ihnen diese Immunisierung sofort hilft. Genau wie bei der Hyposensibilisierung im Falle einer Hausstaub- oder Pollenallergie, ist mit einem Behandlungserfolg erst frühestens nach einigen Monaten zu rechnen. Die Hyposensibilisierung wird in der Regel über mehrere Jahre durchgeführt, wobei keine Pausen eingelegt werden müssen, wie bei der Pollenallergie während der Pollensaison.

Vorbeugende Maßnahmen bei Tierhaarallergien

Wenn Sie trotz Ihrer Tierhaarallergie nicht auf Ihr Haustier verzichten wollen, gilt es, vorbeugende Maßnahmen zu ergreifen, um die Belastung von herum fliegenden Allergenen möglichst gering zu halten. An erster Stelle ist natürlich die Hygiene im Haushalt zu nennen. Verzichten Sie möglichst auf Teppichböden, da sich Allergene in ihnen festsetzen und ständig in die Raumluft abgegeben werden. Glatte Fußböden eignen sich wesentlich besser. Diese sollten möglichst täglich feucht gewischt werden.

Sorgen Sie dafür, dass Ihr Hund oder Ihre Katze nicht in Ihr Schlafzimmer kommt und schon gar nicht in Ihrem Bett schläft. Polstermöbel sollten so oft es geht, gründlich abgesaugt werden. Wie auch bei Hausstauballergikern ist es sinnvoll, einen Staubsauger mit entsprechendem Filter zu verwenden, der für Allergiker geeignet ist. Auch Staubsauger, die anstelle eines Staubbeutels einen Wassertank besitzen, in die der Schmutz geleitet wird, sind für Allergiker zu empfehlen. Bestenfalls sorgen Sie zusätzlich dafür, dass Ihr Haustier nicht auf dem Sofa oder anderen Sitzmöbeln schläft. Wischen Sie häufig Staub und verwenden Sie hierzu immer ein feuchtes Tuch, um das Umherwirbeln von Allergenen zu vermeiden. Entfernen Sie unnötige Staubfänger aus Ihrer Wohnung, das erspart Ihnen eine Menge Arbeit.

Wenn Sie einen Garten haben, ist es sinnvoll, wenn Ihre Tiere möglichst häufig Freigang haben. Sorgen Sie dafür, dass eine andere Person, die nicht allergisch ist, das Bürsten Ihres Tieres übernimmt. Auf diese Weise halten Sie die Belastung durch Allergene geringer. Oft wird vergessen, dass sich Allergene auch auf unseren Händen absetzen und beim nächsten Kontakt ins Gesicht gerieben werden. Wenn Sie Ihren Hund oder Katze gestreichelt haben, sollten Sie sich deshalb anschließend immer die Hände waschen.

Kommen wir nun noch einmal auf das Fell der Haustiere zu sprechen. Da die Allergene über den Speichel beim Putzen in das Fell geraten, ist es zu empfehlen, das Tier einmal in der Woche zu baden, um Talg und Speichelreste aus den Haaren zu entfernen. Zusätzlich können Sie ein Fellpflegemittel für Hunde, Katzen und Kleintiere verwenden, das im Handel erhältlich ist. Die Lösung enthält verschiedene natürliche Öle und Pflegestoffe und ist völlig unschädlich für Ihr Tier. Mit dem Pflegemittel wird das trockene Fell einfach abgerieben, so dass sich kleine Partikel aus den Haaren lösen. Diese „Kur“ können Sie alle paar Tage wiederholen. Die Behandlung garantiert Ihnen jedoch keinen Erfolg, es ist lediglich ein Versuch. Die Ergebnisse fallen bei jedem Allergiker anders aus, was auf den Schweregrad der Tierhaarallergie zurückzuführen ist. Grundsätzlich muss aber festgehalten werden, dass Hundehaarallergiker etwas besser dran sind als Katzenhaarallergiker. Katzen haaren stärker, putzen sich weitaus häufiger und ihre Allergene sind wesentlich kleiner und aggressiver. Die Chancen, eine Hundehaarallergie in den Griff zu bekommen, liegen deshalb wesentlich höher.

Tierhaarallergie und Kinder

Besonders problematisch sind Tierhaarallergien, wenn Sie Kinder haben, die allergisch auf Ihr Haustier reagieren. Auf der einen Seite möchte man sich natürlich ungern von seinem vierbeinigen Liebling trennen. Auf der anderen Seite will man das Beste für sein Kind und möchte keinesfalls, dass ihm ein Schaden zugefügt wird. Zudem stellt die Trennung vom Haustier auch für Kinder eine große Belastung dar. Deshalb gilt es, genau abzuwiegen, was das Beste für Sie und Ihre Familie ist.

Handeln Sie nicht vorschnell, lassen Sie sich von Ihrem Kinderarzt oder Allergologen beraten und fragen Sie, ob Möglichkeiten bestehen, das Tier zu behalten. Wenn Ihr Kind unter einer sehr starken Allergie leidet, ist es jedoch empfehlenswert, ein neues Zuhause für Ihren Vierbeiner zu finden. Gerade bei Kindern ist die Gefahr groß, dass sich aus der Tierhaarallergie ein allergisches Asthma bronchiale entwickelt. Mit den Folgen hätte Ihr Kind unter Umständen ein Leben lang zu kämpfen. Eine Tierhaarallergie bleibt nicht nur ein Leben lang bestehen, meist verstärkt sie sich im Laufe der Jahre. Es liegt in Ihrer Verantwortung, das Richtige zu tun.

Wenn Sie bislang noch kein Tier beherbergt haben und über die Anschaffung eines Haustieres nachdenken, sollten Sie besser im Vorfeld einen Allergietest auf die Haare des entsprechenden Tieres durchführen lassen. So können Sie sicher gehen, dass Ihr Kind nicht allergisch auf den neuen Mitbewohner reagiert. Wenn eine allergische Veranlagung in Ihrer Familie besteht, sollten Sie diesen Test unbedingt durchführen lassen.

Die Kontaktallergie

Die Kontaktallergie unterscheidet sich von der Pollen-, Hausstaubmilben- oder Tierhaarallergie dahingehend, dass eine allergische Reaktion nicht durch das Einatmen des Allergens verursacht wird, sondern durch den direkten Kontakt mit der Haut. Die Haut reagiert hierbei auf bestimmte Stoffe allergisch, wobei es zu starkem Juckreiz, Rötung der Haut und auch zur Bläschenbildung kommen kann.

Rund 15% der Menschen reagieren im Laufe ihres Lebens auf bestimmte Stoffe allergisch. Eine sehr typische Kontaktallergie ist beispielsweise die Nickelallergie. Auch treten häufig Kontaktallergien gegen Chrom, Konservierungsstoffe, Duftstoffe und Desinfektionsmittel auf. Sehr weit verbreitet sind Kontaktallergien und daraus entstehende Kontaktekzeme auf Gerbstoffe und Farbstoffe, die in der Bekleidungsindustrie verwendet werden.

Bei der Kontaktallergie entsteht die Überempfindlichkeit der Haut erst nach einem wiederholten Kontakt und die allergische Reaktion tritt mit Verzögerung auf. Wer beispielsweise eine Nickelallergie entwickelt, wird feststellen, dass das Metall für einen kurzen Zeitraum keine allergischen Beschwerden verursacht, es nach einigen Tagen jedoch zu einer Hautreizung kommt. Dies ist besonders beim Tragen von Modeschmuck zu beobachten, wenn plötzlich Ohrringe, Armbänder oder Ketten, Spuren an der Haut hinterlassen. Auch Hosenknöpfe oder Gürtel enthalten häufig Nickel, wo es dann, an den entsprechenden Stellen, zu Ekzemen kommen kann.

Wenn Sie die Vermutung haben, dass Sie auf einen Stoff allergisch reagieren, ist es wichtig, dass Sie ihren Arzt darüber informieren. Zur Feststellung der Ursache sind Informationen zu Ihrer Lebensweise und Ihrem Beruf wichtig, da Allergieauslöser häufig im beruflichen Umfeld zu finden sind. Dies ist beispielsweise bei Bäckern der Fall, die allergische Kontaktekzeme durch Mehl bekommen können oder auch Friseure, die ständigen Hautkontakt mit chemischen Substanzen haben. Falls Sie in der letzten Zeit eines Ihrer Körperpflege-Produkte gewechselt haben (z.B. neues Duschgel, Bodylotion oder Gesichtscreme), sollten Sie auch hierüber Ihren Arzt informieren.

Um festzustellen, auf welchen Stoff Sie allergisch reagieren, wird Ihr Arzt einen Hauttest, den so genannten Epikutantest, bei Ihnen durchführen. Hierzu werden Pflaster, an denen verschiedene Substanzen haften, auf Ihren Rücken oder Oberarm geklebt. Nach 2-3 Tagen wird der Test von Ihrem Arzt abgelesen. Ergibt der Test, dass Sie ein allergisches Kontaktekzem haben, wird Ihnen der Arzt raten, dass Sie weiteren Kontakt mit dem Allergen meiden müssen. Dies ist die einzige Möglichkeit, um eine neue Kontaktallergie zu verhindern. Bestehende Symptome können lediglich äußerlich behandelt werden. Hierzu werden cortisonhaltige Präparate und Antihistaminika eingesetzt oder Cremes und Salben, die den Juckreiz und die Hautveränderungen lindern. Normaler Weise klingt eine Kontaktallergie mit begleitendem Kontaktekzem schnell wieder ab, wenn der Kontakt mit dem auslösenden Wirkstoff vermieden wird. Nur in seltenen Fällen bildet sich ein chronisches Hautekzem, das dann dauerhaft mit pflegenden Hautprodukten behandelt werden sollte.

Kontaktallergie vorbeugen

In erster Linie gilt es, den Kontakt mit dem Stoff zu vermeiden, der die Kontaktallergie oder das Kontaktekzem ausgelöst hat. Dies ist meist schwieriger als angenommen, denn es kann bedeuten, dass Sie in Ihrem bisherigen Beruf nicht mehr arbeiten können oder auf ein geliebtes Hobby verzichten müssen.

Wenn Sie auf Substanzen in Reinigungsmitteln, Waschmitteln oder Desinfektionsmitteln allergisch reagieren, sollten Sie darauf achten, dass Sie immer Schutzhandschuhe tragen und Ihre Hände durch eine Hautschutzcreme schützen, so dass ein direkter Kontakt ausgeschlossen werden kann. Achten Sie darauf, dass Sie keine handelsüblichen Cremes, Seifen und Hautpflegeprodukte verwenden, sondern auf pH-neutrale und seifenfreie Produkte aus der Apotheke zurückgreifen. Der pH-Wert sollte zwischen 5 und 6,5 liegen. Übertreiben Sie es nicht mit der Verwendung von Reinigungsmitteln, da diese hohe Konzentrationen chemischer Stoffe beinhalten, die den Säureschutzmantel der Haut zerstören. Wenn Sie sehr empfindliche Haut haben, ist es angebracht, auf Weichspüler und unnötige Duftstoffe in Parfums und Deodorants zu verzichten.

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