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Animal Hoarding – Krankhaftes Sammeln von Tieren

Bei uns ist es noch weitgehend unbekannt, in Amerika ist es schon als psychische Krankheit anerkannt – das Animal Hoarding. Auch hier kommt das Animal Hoarding immer häufiger vor, Tierschützern bietet sich immer wieder ein Bild des Grauens, wenn sie auf solche Tiersammler stoßen.

Hintergründe

Zu den am meisten gesammelten Tierarten gehören Hunde und Katzen. Ein Animal-Hoarder ist in der Regel nicht in der Lage, einzusehen, dass die Tiere bei ihm leiden. Selbst wenn man einem Sammler alle Tiere abnimmt, beginnt dieser binnen kürzester Zeit, neue Opfer zu horten. Eine amerikanische Studie unterscheidet vier Hoarder-Typen: den Pfleger-, den Retter-, den Ausbeuter und den Züchtertyp. Pflegertypen kümmern sich anfangs liebevoll um ihre Tiere. Durch unterlassene Sterilisation geraten die Geburten von Nachkommen jedoch schnell außer Kontrolle und der Tierbestand wächst dem Betroffenen regelrecht über den Kopf. Dennoch ist er nicht in der Lage, das Problem zu erkennen, geschweige denn zu lösen. Häufig geht mit diesem Zustand eine soziale Isolation einher. Die Rettertypen fühlen sich berufen, Tiere bei sich aufzunehmen. Sie lehnen die Sterbehilfe bei verletzten und unheilbar kranken Tieren strikt ab und zwingen so die Tiere zu einem elenden Dasein. Jeglicher Ratschlag und Hilfe wird abgelehnt. Die Tierhaltung zu ausschließlich eigennützigen Zwecken zeichnet den Ausbeutertyp aus. Er ist von krankhafter Selbstliebe gezeichnet und verhält sich in hohem Maße egoistisch. Mitgefühl und Sorge um andere Lebewesen fehlt ihm völlig. Er ist ausgesprochen empfindlich gegenüber jeder Kritik und besitzt ein sehr selbstbewusstes Auftreten. Der Züchtertyp sammelt sich einen Tierbestand, den er für Ausstellungs- und Verkaufszwecke weiterentwickeln will. Da er die Geburten nicht fachgemäß kontrolliert, wächst ihm sein Tierbestand rasch über den Kopf.

Animal Hoarding

Animal Hoarding @iStockphoto/Greg Nicholas

Kaum eine Chance für die Tiere

Für die Tiere kommt meist jede Hilfe zu spät. Sie sind entweder so krank, dass sie sofort eingeschläfert werden müssen oder sie sind nach einer Rettung dermaßen verstört, dass sie nie wieder an „normale“ Umgebungsverhältnisse gewöhnt werden können. Die Nachbarschaft der Animal Hoarder trägt in der Regel eine gewisse Mitschuld. Eine große Sammlung an Tieren hinterlässt einfach Spuren. Sei es der Gestank von Kot und Urin oder einfach eine gewisse Geräuschkulisse. In der Regel will von den Nachbarn dann nie jemand etwas gesehen oder gehört haben. Es ist einfacher, Augen, Ohren und Nase zu verschließen, als das Leben vieler Tiere zu retten oder deren Qualen zu beenden.

Fazit

Animal Hoarding ist ein Thema, vor dem niemand die Augen verschließen darf. Schließlich geht es um das Leben und die Gesundheit vieler Tiere. Da die Sammler wirklich psychisch krank sind, kann man nicht davon ausgehen, dass sich das Problem ohne weiteres löst. Stattdessen muss man sich darüber im Klaren sein, dass die Hilfe jedes Einzelnen notwendig ist. Hilfe brauchen dann nicht nur die Tiere, sondern auch die Hoarder.

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