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Aussteigen – Alltagstrott ade!

Von einem Termin zum anderen hetzen, keine Zeit mehr für die Familie und seine Steckenpferde haben und nachts vor lauter Unruhe schlecht schlafen… Nach Jahren des Stresses und der gesellschaftlichen Zwänge ist so mancher gewillt, dem Alltagstrott adieu zu sagen, auszusteigen und damit sein bisheriges Leben mit all seinen Sorgen und Pflichten aufzugeben. Doch ist es woanders wirklich besser?

Gründe für den Ausstieg

Das neue Auto frisst Unmengen an Steuern und Benzin, die Miete steigt im Laufschritt und die Strom- und Heizkosten werden immer teurer. Man arbeitet für den Luxus. Und bezahlt oft mit seiner Gesundheit. Denn das Geld muss ja erst einmal herangeschafft werden… Das geht nur mit Fleiß. Irgendwann sagt der Körper: Ich kann nicht mehr! Für viele ist auch ein Nervenzusammenbruch oder ein Burnout der Grund für den Gedanken an einen neuen Anfang. Weg von allem! Wie wäre das?

Aussteiger

Aussteiger @iStockphoto/Matthew Williams-Ellis

Alles wird zuviel: Die Idee wächst…

Viele haben die Gesellschaft in ihrem Land allgemein satt, hassen ihren Job oder sind einfach nur ausgebrannt. Der stetige Zeitmangel gibt ihnen das Gefühl, nur mehr für die Arbeit zu leben. Sehnsucht nach Ruhe und Einsamkeit kommt auf. Manche möchten auch dem permanenten Konsumzwang entfliehen und wieder ganz, ganz einfach und ohne Luxus leben. Die Idee dazu kommt oft auch während eines Urlaubs in einem fremden Land. Die Leichtigkeit des Seins veranlasst zum Träumen. Wie wäre es denn, hier zu bleiben? Hier zu leben? Doch das will gut überlegt und perfekt geplant sein!

Weg vom Alltag – Und das für mehr als nur zwei Wochen!

In ihrer Phantasie träumen stressgeplagte Büromenschen oft von einem Leben auf einer einsamen Berghütte oder auf einer entlegenen Insel. Kein Telefon, kein Papierkram, kein Chef – wie schön! Manche träumen von einer Reise durch die verschiedensten Länder, ohne sich wirklich festzulegen, einfach mit dem mit Rad, Boot oder einem Wohnwagen. Manche stellen sich vor, einen ganz anderen Job auszuüben, z.B. als Eisverkäufer am Strand von Rhodos, als Arzt in Südafrika oder Animateur auf Menorca. Man sehnt sich meist einfach nach einer Vereinfachung des in unseren Breiten derart komplizierten und verstrickten Lebens voller unangenehmer Zwänge, verbissenem Streben und erdrückenden Verpflichtungen.

Was zu beachten ist

Vom Träumen bis zum wirklichen Ausstieg ist es oft ein weiter Weg, den manche nie bestreiten. Schließlich ist auch sehr viel Mut und vor allem auch gute Planung gefragt. Vor allem die finanzielle Seite darf man beim Plan auszusteigen nicht außer Acht lassen. Ohne finanzielles Polster lebt es sich nämlich ziemlich unflexibel. Wer kein Geld hat, ist schon sehr bald gezwungen, einen Job anzunehmen – und hat erstmal keine Zeit, die Seele baumen zu lassen.
Weiters ist es wichtig, falls man sich ins Ausland absetzt, sich die Sprache bereits zuvor anzueignen. Außerdem sollte man sich ausführlich über Jobmöglichkeiten und Arbeitserlaubnis erkundigen, denn unvorbereitete Aussteiger trifft die Realität besonders hart.

Alternativen zum völligen Ausstieg

Eine Kündigung im Heimatland sollte man sich sehr gut überlegen. Besser ist es, sich erst einmal lediglich für eine Zeit lang freistellen zu lassen – mit Rückkehrgarantie. So hat man immer noch die Möglichkeit, zurückzukehren, wenn es dann mit dem Aussteigen doch nicht so läuft wie man es sich vorgestellt hat. Auch ein Herabsetzen des Beschäftigungsausmaßes auf Teilzeitarbeit, eine Fortbildungspause oder Telearbeit könnte ein Stück Lebensqualität zurückbringen, ohne sich in die Gefahr eines ungewissen Ausstiegs zu begeben. Denn der Traum vom Aussteigen kann in der Realität bald zum Albtraum mutieren, wenn man nicht überlegt handelt.

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