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Auswirkungen der globalen Erwärmung

Über die globale Erwärmung (Klimawandel) wird derzeit sehr oft diskutiert. Da die Auswirkungen des Klimawandels teilweise katastrophal sein können, wird auch einiges unternommen, um die globale Erwärmung halbwegs unter Kontrolle zu bekommen. Hier sei als Stichwort nur die Förderung von regenerativen Energieformen genannt, deren forcierte Verwendung die Emissionen an Klimagasen, wie zum Beispiel Kohlendioxid (CO2), drosseln soll, um somit den Klimawandel zumindest etwas aufhalten zu können.

Über die möglichen Auswirkungen der globalen Erwärmung wird ebenfalls oft diskutiert. Bei derartigen Diskussionen gehen die Meinungen oft relativ weit auseinander, so daß Einige die Auswirkungen als eher harmlos darstellen, während Andere wahre Schreckensszenarien zeichnen.

Globale Erwärmung

Globale Erwärmung @iStockphoto/Baris Simsek

Deshalb sollen in den folgenden Abschnitten einmal einige Auswirkungen der globalen Erwärmung so realitätsnah wie möglich, basierend auf wissenschaftlichen Erkenntnissen, dargestellt werden. Konkret werden auf den nachfolgenden Seiten folgende mögliche Auswirkungen der globalen Erwärmung behandelt.

Lange und extreme Hitzewellen

Den Begriff: „Hitzewelle“ verbinden viele Menschen keineswegs mit einem Ereignis, daß sie als unangenehm empfinden oder vor dem sie gar Angst haben. Im Gegenteil, eine Hitzewelle wird oft mit gutem Wetter verwechselt und mit Badefreuden, braungebrannter Haut, sowie Urlaubsfreuden verbunden.

Eine echte Hitzewelle hat jedoch mit gutem und schönen Wetter nichts zu tun, sondern stellt eine extreme Wetterlage dar, dessen Folgen für Mensch und Natur alles andere als positiv sind. So bewirkt eine länger andauernde Hitzewelle in der Regel u.a. immer, daß ganze Landstriche zumindest temporär völlig austrocknen und es somit zu Ausfällen hinsichtlich der Ernte kommt, und fordert zudem zumeist auch menschliche Todesopfer. Für letztere Auswirkung einer Hitzewelle gibt es zwei Beispiele aus der jüngeren Vergangenheit, die einigen Menschen sicherlich noch in Erinnerung sind.

So forderte die Hitzewelle, die es im Juli 1995 in Teilen der USA gab, allein in der Stadt Chicago rund 740 Menschenleben. Die Spitzentemperaturen lagen damals knapp über 40 Grad Celsius und machten vor allem dem ärmeren Teil der Bevölkerung zu schaffen, die nicht über klimatisierte Wohnungen oder über Ventilatoren verfügten.

Ein anderes Beispiel für derartige Auswirkungen einer Hitzewelle findet sich direkt in unserer Nachbarschaft und bezieht sich auf die Hitzewelle des Sommers 2003, die große Teile Europas umfaßte.
Diese Hitzewelle kostete in Frankreich (laut Angaben des nationalen französischem Institutes für Gesundheit und medizinischer Forschung (INSERM)) rund 14.000 Menschen das Leben.

Bei einer fortschreitenden globalen Erwärmung ist damit zu rechnen, daß Hitzewellen, wie die im Jahre 2003, in Teilen Europas und Nordamerikas immer häufiger und extremer auftreten werden. Diesbezüglich gibt es entsprechende Prognosen des „Amerikanischen Zentrums für Atmosphärenforschung (NCAR)“. Wann, wo und wie extrem solche Hitzewellen auftreten werden, kann man natürlich nicht genau vorhersagen, die Tendenz ist jedoch unverkennbar.

Häufige und schwere Stürme

Bedingt durch die Erwärmung unserer Atmosphäre wird auch die Anzahl extremer Wetterlagen, wie zum Beispiel sehr schwere Stürme zunehmen. Der Grund hierfür ist, daß sich bei höheren Durchschnittstemperaturen auch zwangsläufig mehr „Energie“ in unserer Atmosphäre befindet. So entstehen zum Beispiel tropische Wirbelstürme zumeist über dem Meer, wenn das Meereswasser ein gewisses Temperaturniveau erreicht.

Dieses Temperaturniveau des Meereswassers wird auf der Nordhalbkugel im späten Sommer oder frühen Herbst erreicht, da sich das Wasser dann über den Sommer hinweg genügend aufgeheizt hat. Aus diesem Grunde beginnt in dieser Zeit des Jahres auch die sogenannte „Hurrican Saison“. Da sich, bedingt durch die globale Erwärmung, das Meereswasser schneller und stärker erwärmt als in früheren Zeit, steigt auch die Anzahl schwerer Hurricans. Bereits in den letzten Jahrzehnten kann man einen deutlichen Anstieg schwerer Hurricans (Kategorie 4 oder 5) beobachten. So wurden im Zeitraum von 1975 bis 1990 noch „lediglich“ 171 schwere Hurricans verzeichnet, während die Anzahl schwerer Hurricans im Zeitraum von 1990 bis 2004 schon bei 270 lag.

Bei einer fortschreitenden globalen Erwärmung wird sich die Menschheit also aller Wahrscheinlichkeit nach immer öfter mit den Auswirkungen solcher schweren Hurricans auseinandersetzen müssen, die in der Regel wie folgt aussehen:
– Zerstörungen von Häusern, bedingt durch die sehr hohen Windgeschwindigkeiten,
– regionale Überflutungen, da tropische Wirbelstürme (wie Hurricans) immer auch mit sehr starken Niederschlägen verbunden sind
– und menschliche Todesopfer, resultierend aus herum fliegenden Trümmern oder den Überflutungen.

Daß es o. g. Auswirkungen gibt, lehrt uns die Erfahrung. So dürfte der schwere Hurrican: „Katrina“, der vor einigen Jahren die amerikanische Stadt: „New Orleans“ heimsuchte, den meisten Menschen noch in Erinnerung sein, bei dem es neben enormen Sachschäden (resultierend aus den hohen Windgeschwindigkeiten und der Überflutung) auch eine hohe Anzahl von Todesopfern gab.

Wenn, wie prognostiziert, die Anzahl solcher extremen Stürme weiter steigt, dürfte es in der Zukunft zudem immer schwieriger werden effektive Hilfsaktionen durchzuführen, da hierfür irgendwann schlicht die Kapazitäten fehlen dürften.

Der Anstieg des Meeresspiegels

Wenn die durchschnittlichen Temperaturen auf unserer Erde steigen, so steigen zwangsläufig auch die Meeresspiegel. Hierfür gibt es zwei Gründe:
– Das Volumen von warmen Wasser ist größer, als das von kälterem Wasser, somit steigt auch der Meerespegel in Abhängigkeit der Wassertemperatur.
– Höhere Durchschnittstemperaturen führen zu einem verstärkten Abschmelzen von Gletscher- und polarem Eis, welches dann natürlich in flüssiger Form vorliegt und zur Erhöhung der Meeresspiegel beiträgt.

Da die durchschnittlichen Temperaturen auf unserer Erde schon seit einiger Zeit steigen, kann man auch schon einen Anstieg der Meeresspiegel beobachten. Betrachtet man die Zeit nach Mitte des 19. Jahrhunderts, so ist der Meeresspiegel seit dieser Zeit bereits um etwa 20 Zentimeter gestiegen. Hierbei ist der größte Teil dieses Anstieges innerhalb der letzten 50 Jahre erfolgt, da die Durchschnittstemperatur unserer Atmosphäre in diesem Zeitraum um rund 0,5 Grad Celsius gestiegen ist.

Bedingt dadurch, daß die durchschnittlichen Temperaturen noch weiter steigen werden, wird auch der Meeresspiegel zukünftig noch weiter steigen. Genaue Prognosen sind allerdings kaum zu treffen, da der Anstieg der Meerespegel natürlich von Ausmaß der weiteren Erwärmung abhängig ist. Laut der australischen Forschungsorganisation CSIRO (Australia’s Commonwealth Scientific and Industrial Research Organisation) kann im Verlauf des 21. Jahrhunderts von einer Erhöhung der Meeresspiegel um rund 34 Zentimeter ausgegangen werden. Tritt der schlimmste Fall ein, also ein komplettes Abschmelzen von Gletscher- und Polareis, muß mit einem Anstieg der Meerespegel um mehrere Meter gerechnet werden, was natürlich katastrophale Folgen hätte.

Die Folgen sind jedoch auch schon bei einem geringeren Anstieg gravierend, da, bedingt durch immer häufiger und stärker auftretenden Überflutungen ganzer Regionen, immer mehr Menschen vor dem Wasser zurückweichen und oftmals ihre Existenz aufgeben müssen. Besonders hart trifft es ärmere Regionen der Erde, da dort zumeist die finanziellen Mittel fehlen, um effektive Schutzmaßnahmen gegen Hochwasser treffen zu können. Dies kann man bereits heute in Regionen wie dem Inselstaat Tuvalu oder Bangladesch beobachten, wo die Bevölkerung unter den immer extremer verlaufenden Überflutungen zu leiden hat.

Das etwaige Versiegen des Golfstromes

Auch wenn es sich Paradox anhören mag, könnte die globale Erwärmung dazu führen, daß es in einigen Regionen der Erde deutlich kälter werden könnte. Der Grund hierfür ist, daß der Golfstrom heute dafür sorgt, daß in Nordeuropa eigentlich ein viel milderes Klima herrscht, als bei Betrachten der geografischen Breite zu erwarten wäre, da der Golfstrom kontinuierlich warmes Wasser aus der Karibik in unsere Breiten führt.

Da Meeresströmungen, wie der Golfstrom, u.a. von verschiedenen Salzkonzentrationen im Meer beeinflußt werden, können sich solche Strömungsverläufe auch ändern, wenn sich die Salzkonzentration ändert. Wenn nun, bedingt durch die globale Erwärmung, sehr viel Eis in den polaren Regionen abschmilzt, verringert sich auch die Konzentration an Salz im Polarmeer. So gibt es Theorien, daß das Abschmelzen des Eises in Grönland, die Salzkonzentration im Meer in einem solchen Ausmaß ändern könnte, daß der Golfstrom versiegen würde. Dies hätte dann für die Region Nordeuropa zur Folge, daß sich das Klima drastisch verändern würde, man mit kürzeren und kühleren Sommern rechnen müßte und sich auf sehr lange und harte Winter einzustellen hätte.

Filmliebhaber werden sich ggf. an den Hollywood Film: „The Day After Tomorrow“ erinnern, in dem dieses Szenario dargestellt wurde. Laut Wissenschaftlern sind die Folgen, die im Film dargelegt wurden, durchaus denkbar, der Zeitraum in dem die klimatischen Änderungen zum Tragen kommen, würde allerdings deutlich länger sein.

Abschließend sei allerdings bemerkt, daß es sich bei der Möglichkeit, daß der Golfstrom durch die globale Erwärmung versiegen könnte, lediglich um eine Theorie handelt, die kaum anhand von Erfahrungswerten zu belegen ist.

Die Ausbreitung von Wüstengebieten

Im Laufe vieler Jahrhunderte haben sich auf unserer Erde immer wieder Wüstengebiete gebildet und zum Teil auch wieder zurückgebildet. Dies geschah und geschieht völlig ohne Zutun des Menschen.
Wenn die globale Erwärmung jedoch weiter fortschreitet, ist damit zu rechnen, daß sich weitere Wüstengebiete bilden werden und sich vorhandene Wüsten weiter ausbreiten. Wenn der Mensch für die globale Erwärmung verantwortlich ist, wäre demzufolge auch die forcierte Wüstenbildung auf menschliches Verhalten zurückzuführen.

Daß sich im Zuge der Erwärmung unserer Atmosphäre weitere Wüsten bilden werden, ist kaum umstritten. Durch die Auswertung von Klimamodellen wird von Wissenschaftlern prognostiziert, daß sich in der zweiten Hälfte dieses Jahrhunderts zum Beispiel im ostafrikanischem Raum sowie in Teilen Europas durch lange Trockenphasen wahrscheinlich wüstenähnliche Regionen bilden werden.

Wenn die Erde austrocknet bedeutet dies für Menschen natürlich, daß die verbleibende Vegetation nicht ausreichend sein wird, um die Menschen, die in den jeweiligen Regionen leben, zu ernähren, sprich es wird kaum noch Landwirtschaft betrieben werden können. Daraus resultiert wiederum, daß es zu Hungersnöten kommen wird und sich ggf. Bevölkerungsströme entwickeln werden, da die betroffenen Menschen sich sicherlich nicht einfach in ihr Schicksal ergeben wollen, sondern versuchen sich an einem anderem Ort eine neue Existenz aufzubauen. Hier könnte man von einer Art: „Klimaflucht“ sprechen, aus der mit Sicherheit weitere Probleme resultieren dürften, denn das Flüchtlinge nicht immer mit offenem Herzen empfangen werden, sollte aus der Vergangenheit der Menschheit deutlich hervorgehen.

Wenn sich die Ausbreitung von Wüstengebieten, bedingt durch die globale Erwärmung, bewahrheitet, werden die ärmeren Länder der Erde die Auswirkungen am deutlichsten zu spüren bekommen, da hier zumeist die finanziellen Mittel fehlen, Lebensmittel zu importieren. Spürbar werden die Auswirkung jedoch auch in den reicheren Industrienationen sein, da sich die Preise für Lebensmittel stark erhöhen sollten.

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