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Ayurveda: Schön mit Ölmassagen und Kräuterkunde

Ayurveda ist eine Heilkunde, die aus Indien stammt. Genau zurückdatieren lassen sich die Anfänge dieser Heilkunst aus unserer heutigen Perspektive leider nicht, man geht im Allgemeinen aber davon aus, dass Ayurveda bereits über 5000 Jahre lang Bestand in der indischen Kultur hat. Mittlerweile hat sich diese ganz besondere Lehre, die auch viele Schönheitsgeheimnisse beinhaltet, auch in unserer westlichen Welt verbreitet und erfreut sich vieler Anhänger. Ayurveda kann man am besten mit dem deutschen Begriff Lebensweisheit übersetzen. Wer mehr über Ayurveda – insbesondere über die Schönheitsgeheimnisse, die es für uns bereit hält – wissen möchte, kann sich im Folgenden umfassend informieren.

Vata, Pitta und Kapha

Noch nie etwas von Vata, Pitta und Kapha gehört? Dann wird es aber Zeit: Auf diesen drei Lebensenergien – auch doshas genannt – basiert die ayurvedische Lehre. Vata ist dabei gleichzusetzen mit der Luft, der Bewegung, während Pitta, dem Feuer, dem Stoffwechsel zugeordnet werden kann und Kapha dem Wasserhaushalt des Körpers.

Laut der ayurvedischen Lehre fühlt sich der Mensch dann am wohlsten, wenn alle drei Lebensenergien im Gleichklang sind und eine gewisse Harmonie zwischen ihnen herrscht. In so einem ausgeglichenen Zustand sind wir dann voller Lebensenergie, Ausdauer und Freude. Leider ist es aber gar nicht so einfach, die Harmonie der drei Energien zu erlangen: Unser alltägliches Leben mit seinen vielen stressigen Momenten und einer leider oftmals unausgewogenen Ernährung sorgt dafür, dass das Gleichgewicht verloren gehen kann. Dann leiden wir unter unterschiedlichen Beschwerden, die uns das Leben schwer machen. Dieses Ungleichgewicht kann sich auch auf unser äußeres Erscheinungsbild auswirken: Insbesondere unsere Haut kündigt an, dass etwas mit uns nicht stimmt und wirkt grau, schlaff und ermüdet.

Ayurveda

Ayurveda @iStockphoto/hlphoto

Jedem dosha werden in seinem optimalen Zustand unterschiedliche Charakteristika zugeordnet: Pitta sorgt für Sprachgewandtheit, geistige Fitness und Zufriedenheit, Kapha sorgt für starke Abwehrkräfte, Kraft und Ausdauer, Vata hingegen gewährleistet, dass wir auch innerlich gesund sind.

Ayurvedische Kosmetik

Sind diese drei Energien – Pitta, Vata, Kapha – nicht in einem optimalen Zustand, kann man allerdings einiges dafür tun, dass das Gleichgewicht wieder hergestellt wird. Geht es um unser äußeres Erscheinungsbild, empfiehlt es sich eine Kosmetikerin aufzusuchen, die in der ayurvedischen Heillehre ausgebildet ist. Sie wird in einem ersten Schritt eine Analyse durchführen, die Erkenntnis darüber verschaffen soll, welche Lebensenergie aus dem Gleichgewicht geraten sind.

Geht es um unsere Haut, ist es oft so, dass zwei doshas vorherrschen, während das dritte nicht zur Geltung kommt. Die einzelnen Lebensenergien kann man mit spezifischen Hautproblemen in Verbindung bringen: Personen werden also – grob ausgedrückt – klassifiziert nach einer vorherrschenden Lebensenergie. Der Pitta-Hauttyp weist häufig Hautirritationen in Form von Pickeln und Mitessern auf. Vata-Hauttypen leiden zumeist unter einer sehr trockenen und spannenden Haut, während die Kapha-Typen zumeist fettige Haut aufweisen.

Ganz so einfach wie hier ausgedrückt, ist eine Analyse aber in den seltensten Fällen, da es zahlreiche Mischtypen gibt, die dann über eigene Merkmale und Probleme verfügen, die es zu lösen gilt.

Kosmetikprodukte und Inhaltsstoffe

Natürlich hat auch die Kosmetikindustrie den Trend zur ayurvedischen Heilmethode nicht verschlafen. Es gibt zahlreiche Produkte auf dem Markt, die bei den spezifischen Problemen der unterschiedlichen Hauttypen helfen sollen. Eingang in die Produkte finden dann jeweils die pflanzlichen Bestandteile, die bei den spezifischen Hauttypen Linderung und Besserung versprechen. Bei sehr trockener Haut kann das zum Beispiel Iriswurzel, Calendula und Orangenextrakt sein, während eine irritierten Haut am besten mit Produkten versorgt wird, die Aloe Vera und Kamille enthalten.
Auch die Produkttypen unterscheiden sich je nach Hauttyp: Für trockene Haut gibt es zum Beispiel spezielle Reinigungslotions und für fettende Haut spezielle Tonics. Eine Creme für fettende Haut wird man dabei vergeblich suchen, da man der Haut nicht noch das zuführen muss, was sie selbst schon in hoher Menge produziert. Auch geht es bei Ayurveda nicht darum, der Haut die Mittel zu verabreichen, die ihr fehlen. Auf diese Weise würde nach ayurvedischer Auffassung die Haut nur zu sehr verwöhnt werden und ihre Defizite nicht selbst beheben können. Vielmehr soll die Haut durch die Kosmetikprodukte angeregt werden, sich selbst zu helfen.

Wo die unterschiedlichen Produkte hergestellt werden und woher die Inhaltsstoffe stammen, die Eingang in diese finden, ist von Hersteller zu Hersteller unterschiedlich. Während einige Hersteller darauf setzen, nur Kräuter und andere Inhaltsstoffe zu verwenden, die aus dem Ursprungsland der ayurvedischen Heilkunst – nämlich aus Indien – stammen, setzen andere europäische Hersteller auf Bestandteile, die aus unseren Gefilden stammen. Letztere handeln in dieser Weise, da es für sie in das ayurvedische Prinzip passt, sich von den Dingen zu bedienen, die uns die Natur in unserer unmittelbaren Umgebung zur Verfügung stellt.

Apropos Natur: In Kosmetikprodukte, die nach ayurvedischem Prinzip hergestellt werden, dürfen keine Chemikalien und synthetische Duftstoffe Eingang finden. Aufgrund der Schätzung, die Tieren im ayurvedischen Prinzip entgegengebracht wird, wird man auch keine Stoffe in diesen Kosmetikprodukten finden, für die ein Tier sein Leben lassen musste. Fast von selbst versteht sich dann auch, dass ayurvedische Kosmetikprodukte nicht innerhalb von Tierversuchen erprobt werden.

Ayurvedische Produkte sind somit immer auch natürliche Produkte, sie müssen aus diesem Grund allerdings nicht zwingend spezifischen Richtlinien entsprechen, die für Naturkosmetik gelten. Bisher gibt es nur wenige Hersteller ayurvedischer Kosmetikprodukte, die sich als Naturkosmetikhersteller haben zertifizieren lassen.

Eine ganz wichtige Rolle bei den ayurvedischen Kosmetikbehandlungen nehmen Massagen ein. Das Gesicht, einzelne Körperpartien aber auch der ganze Körper können mit einer Massage mit hochwertigen Ölen rundum verwöhnt werden. Positiver Nebeneffekt: Eine solche Massage sorgt zudem für eine Entspannung, die uns aus der Hektik des alltäglichen Lebens herausreißt. Öle sind dabei selbstverständlich nicht die einzigen Schönheitsspender, die bei einer Massage eingesetzt werden können. Zusätzlich kommen auch Peelings, Cremes und Kräuterpackungen zum Einsatz.

Was man noch wissen sollte

Generell ist der Begriff Ayurveda, der oftmals verwendet wird, um Kosmetikprodukte zu bewerben, nicht geschützt. Man muss dementsprechend genau darauf achten, dass man auch das bekommt, was man haben will. Ein Blick auf die Inhaltstoffe reicht hierfür allerdings zumeist aus. Auch die Nase kann ein guter Berater sein: Duftet ein Produkt sehr stark, ist es mit hoher Wahrscheinlichkeit kein Produkt, dass nach ayurvedischen Prinzipien hergestellt wurde, sondern eines, was auf synthetische Duftstoffe zurückgreift und unter dem Deckmäntelchen Ayurveda lediglich von dem aktuellen Boom dieser Schönheitslehre profitieren möchte.

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