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Bewegtes Wohnen – Wohnen in der mobilen Gesellschaft

Der demographische und gesellschaftliche Wandel der heutigen modernen Bevölkerung in Mitteleuropa stellt Wohnbau und Architektur vor neue Herausforderungen. Die Prozesse der sozialen Transformation sind weit dynamischer als die Veränderungen des Wohnungsbestandes. Dabei wurden zwei Rahmenbedingungen bislang wenig bis gar nicht erforscht, welche aber die Zukunft der Planung maßgeblich mitbestimmen könnten: Das Wohnen an ein oder mehreren Orten sowie das Wohnen in der zweiten Lebenshälfte. Was bedeuten diese neuen Trends für den Wohnungsmarkt, und soll dieser den demographischen und gesellschaftlichen Wandel mit vollziehen?

Multilokales Wohnen

Ein zentrales Merkmal unserer modernen Gesellschaft sind erhöhte Mobilitätsbedürfnisse und -anforderungen. Immer häufiger leben bzw. arbeiten Menschen aus unterschiedlichen Alters- sowie Sozialschichten an mehreren Wohnorten. Ein möglicher Grund dafür könnte neben der Globalisierung auch der Wunsch nach einer Erhöhung der Lebensqualität sein. Stadtbewohner zieht es häufig in ländliche Gebiete, während Personen, die am Land aufwachsen, in der Stadt mehr berufliche und private Chancen wittern.

Bewegtes Wohnen

Bewegtes Wohnen @iStockphoto/victor zastol`skiy

Wohnen in der zweiten Lebenshälfte

Immer öfter zählt auch die Generation 50plus zu den Mobilen und multilokal Wohnenden: Auf dem Wohnungsmarkt gewinnt sie als Nachfragegruppe an Bedeutung und stellt spezifische Anforderungen an ihr Wohnumfeld. Personen im fortgeschrittenen Alter zeichnen sich heute durch bessere Gesundheit, höheres Bildungsniveau, mehr finanzielle Ressourcen und größere Flexibilität aus. Man möchte seinen Lebensabend entspannt genießen, oder durch gezielte Investitionen am Immobiliensektor finanzielle Unabhängigkeit erreichen. Nicht selten handelt es sich sogar um Urlaubsdomizile im Ausland.

Familien- und Erwerbssituation

Nicht nur soziodemographische Merkmale beeinflussen die Ausgestaltung beruflicher Mobilität, auch die Familien- Wohn- und Erwerbssituation spielen hier eine maßgebliche Rolle. Für die unterschiedlichen mobilen Lebensformen können typische Konstellationen beobachtet werden: Bezogen auf Elternschafts- und Partnersituation lebt der Großteil statistisch gesehen in der ersten Ehe oder einer längeren Partnerschaft – entsprechend selten trifft dies auf Geschiedene oder Wiederverheiratete zu. Die starke Familienzentrierung ist damit erklärbar, dass bei Umzugsmobilen signifikant häufiger Kinder im Haushalt leben als bei anderen Mobilitätsformen.

Unterschiede zwischen Mobilitätsformen

Mobilität wirkt sich nicht nur im Privat-, sondern auch im Erwerbsleben auf die Einkommenssituation aus. Ein durch Fahrten bestimmter Tagesablauf beeinträchtigt zum Beispiel die Flexibilität und die Möglichkeiten zur Gestaltung der Arbeitszeit. Auch hier bestehen charakteristische Unterschiede zwischen den verschiedenen Mobilitätsformen: Umzugsmobile haben statistisch mit 91% den höchsten Anteil an Vollerwerbstätigen. Von eben genannten arbeitet aber nur ein Viertel 36 bis 40 Stunden pro Woche – drei Viertel arbeiten länger. Damit sich ein Umzug auch tatsächlich lohnt, muss die neue Arbeitsstelle gewisse Bedingungen erfüllen, wobei sich die positiven Folgen des Umzugs vor allem beim Einkommen zeigen.

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