Skip to main content

Ursachen und Arten von Depression

Im folgenden Artikel geht es um Ursachen und Arten von Depression, denn ein Tief im Leben ist eine unangenehme, doch durchaus natürliche Erfahrung. Anders verhält es sich, wenn kein Licht am Ende des Tunnels zu erkennen ist, kein Ausweg zu sehen und das Leben keinen Sinn mehr zu machen scheint. Innere Leere, ständige Freudlosigkeit und ein Rückzug aus vielen Lebensbereichen sind Anzeichen von Depressionen. Der Begriff stammt vom lateinischen "depressio" ab und bedeutet "niederdrücken".

Depressionen sind nicht erst ein Phänomen der modernen Welt, schon der niederländische Maler Vincent van Gogh hat darunter gelitten und nahm sich daraufhin 1890 das Leben. Auch Ernest Hemingway beendete 1961 sein Leben frühzeitig mit einem Schuss in einer depressiven Phase seines manisch-depressiven Lebens. Heute kennen Ärzte und Heilpraktiker viele Zusammenhänge und Möglichkeiten, Depressionen zu lindern, um solche schicksalhaften Ereignisse zu vermeiden.

Ursachen und Arten von Depression

Leichte depressive Niedergeschlagenheit erlebt – Forschungen zufolge – jeder Dritte einmal in seinem Leben, wobei das Alter nur eine geringe Rolle spielt. Statistiken erfassen mehr weibliche Patienten, was daran liegen mag, dass Männer viel seltener professionelle Hilfe bei diesen Problemen suchen. Auslöser für Depressionen können äußere Umstände sein oder vererbte Anlagen. Zum Beispiel können negative Lebensereignisse wie traumatische Kriegserlebnisse oder andere Traumata, Behinderungen, Erkrankungen, chronische Schmerzen oder Vereinsamung depressiv machen. Besonders bei älteren Menschen fallen diese Punkte ins Gewicht. Bei jüngeren Depressiven werden oft genetische Vorbelastungen in Kombination mit einer instabilen Persönlichkeit diagnostiziert.

Eine eigene Art der Depression ist die Winterdepression, ausgelöst durch einen Mangel an Licht in der dunkleren Jahreszeit. Sie wird als Saisonal Abhängige Depression (SAD) bezeichnet. Die betroffenen Personen haben neben dem seelischen Tief oft noch Heißhunger, dadurch Gewichtszunahme und ein erhöhtes Schlafbedürfnis. SAD kommt vorwiegend in Ländern des hohen Nordens mit ihren langen Nächten vor. Doch auch bei Schichtarbeitern mit vorwiegendem Nachtdienst und bei Beschäftigten, die ständig unter Einwirkung von Kunstlicht arbeiten müssen, kann SAD festgestellt werden. Ihre innere Uhr ist aus dem Gleichgewicht gebracht worden.

Es gibt bisher keine einheitliche Theorie über die biologischen Ursachen von Depressionen. Fest steht, dass es erbliche Anlagen gibt, die – unter bestimmten Umständen – zum Krankheitsausbruch führen können. Eine tragische Familiengeschichte der Vererbung kann bei den Hemingways nachvollzogen werden: Des Schriftstellers Vater sowie seine Enkelin wählten den Freitod.

Ursachen und Arten von Depression

Ursachen und Arten von Depression @iStockphoto/Alexander Raths

Ob aus der Veranlagung tatsächlich die Krankheit entsteht, hängt von den Lebensumständen, persönlichen Erlebnissen und dem allgemeinen Gesundheitszustand ab. Schwerwiegende Diagnosen wie Tumore oder HIV, chronische Schmerzen, Hirninfarkte, Kokainabhängigkeit und Alkoholmissbrauch sind potentielle Auslöser für Depressionen. Weiterhin können schwerwiegende Veränderungen des Lebens die Krankheit auslösen, zum Beispiel die Trennung oder der Tod des Lebenspartners, Arbeitslosigkeit, Schulden. Aber auch positive Ereignisse wie Heirat oder die Geburt eines Kindes, beruflicher Erfolg oder extreme Einschnitte wie ein großer Lottogewinn können diese zernagende Niedergeschlagenheit und innere Leere verursachen. Weiter äußere Anlässe sind Dauerstress und Mehrfachbelastungen im Arbeitsverhältnis und in der Familie oder nicht bearbeitete Beziehungsprobleme.

Als mögliche körperliche Auslöser oder Begleiter von Depressionen werden von den Experten bestimmte Viren diskutiert, die eine gewisse Häufigkeit in Depressionspatienten aufweisen. Bisher konnte diese These allerdings nicht ausreichend bestätig werden. Unumstritten ist jedoch die Feststellung, dass die verringerte Anzahl an Botenstoffen wie Serotonin und Noradrenalin eine Störung des Gehirnstoffwechsels verursacht. Ist das Nervensystem im biochemischen Ungleichgewicht, verändert sich die Hirnaktivität, deren Folge Depression ist.

Arten von Depressionen

Nicht jedes depressive Tief ist gleich schwer, es gibt unterschiedliche Ursachen und Arten von Depression. Es gibt einmalige depressive Episoden innerhalb eines Lebens, oft aber beginnt eine depressive Belastung mit der ersten Episode im Alter von Mitte Zwanzig. Sie wird häufig nach tiefen Einschnitten oder Belastungen im Leben ausgelöst. Auch die Dauer von depressiven Episoden ist sehr verschieden. Nach Statistiken liegt der Durchschnitt einer Depression bei vier Monaten und die Person ist danach wieder gesund und beschwerdefrei.

Eine andere Form ist die manisch-depressive Erkrankung, wobei der Betroffene zwischen manischen und depressiven Phasen in seinem Leben hin- und hergeworfen wird. Deswegen sprechen Experten auch von bipolarer affektiver Störung. In depressiven Phasen fühlen sich die Betroffenen niedergeschlagen und betrübt, in den manischen Phasen hingegen sind sie überaktiv, leiden unter ihrer Selbstüberschätzung, schwimmen auf einer Welle des Stimmungshochs und sind permanent gereizt. Sie haben einen enormen Rede- und Bewegungsdrang, gekoppelt an ein geringes Schlafbedürfnis. Ihr Urteilsvermögen ist stark beeinträchtigt, was immer wieder zu teuren geschäftlichen Fehlentscheidungen führt. Ihrem Verhalten gegenüber anderen Personen ist überschwänglich, manchmal sogar aggressiv, begleitet von heftigen Gefühlsausbrüchen. Mit ihrer Taktlosigkeit können sie verletzen, begeben sich und andere in Gefahr, wenn sie beispielsweise rücksichtslos fahren. Ist die manische Phase beendet, fallen die Betroffenen wieder zurück in die bedrückte depressive Stimmung, machen sich Selbstvorwürfe und sind von Schuldgefühlen geplagt.

Eine andere Form der Depression betrifft Patienten, die bereits seit ihrer Jugend depressiv sind, es aber oft nicht formulieren können. Ihre niedergedrückten Stimmungen und unglücklichen Gefühle sind in ihrer Erinnerung schon immer da gewesen. Oft betrifft es Menschen mit geringem Selbstwertgefühl, die ängstlich oder stark pflichtbewusst sind. Sie leiden unter chronischen Angst- und Zwangszuständen und vermissen positives Denken. Diese Art der Depression ist eine leichte, aber langwierige Form, die Dysthymie genannt wird.

Symptome der Depression

Das wohl offensichtlichste Anzeichen einer Depression ist die gedrückte Stimmung und Freudlosigkeit. Der Kontakt zu Familie, Freunden und Bekannten wird immer spärlicher, geliebte Hobbys werden nicht mehr verfolgt, Antriebslosigkeit lähmt das Leben. Die Welt scheint ihren Sinn verloren zu haben, was in Hoffnungslosigkeit bis hin zu tiefer Verzweiflung mündet. Depressive Personen werden von dem Gefühl bestimmt, aus diesem Zustand von Grau in Grau und der Gefühlsleere nie mehr befreit werden zu können und glauben nicht, dass ihnen geholfen werden kann. Die Vorstellung, dass es für einen keine Freude mehr auf der Welt zu geben scheint, macht die Patienten ziellos, besonders am Morgen und in der Frühlingszeit, wenn alle anderen den Tag oder einen neuen Zyklus der Jahreszeiten mit frischer Energie beginnen. Ist die Hoffnungslosigkeit stark, bleiben die Betroffen sogar morgens im Bett, melden sich auf Arbeit krank und vermissen damit weitere soziale Kontakte. Ihr emotionales Tief und die Ängste werden dadurch noch mehr verstärkt.

Neben den psychischen Symptomen reagiert auch der Körper auf Depression. Viele Betroffene klagen über Verdauungsprobleme und anhaltende Schmerzen. Diese Probleme, die durch ärztliche Behandlungen nur langsam oder sogar ohne Erfolg behandelt werden, verschlimmern die Niedergeschlagenheit noch mehr. Eine Kette weiterer Symptome baut sich auf: Schlafstörungen und frühzeitiges Erwachen mit folgender quälender Müdigkeit, Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust sind häufige Begleiter. Der Schritt zu betäubenden Suchtmitteln wie zum Beispiel Alkohol und Tabletten ist nicht mehr weit entfernt und schafft zusätzliche Gesundheits-, Sozial- und Finanzprobleme.

Hilfe ist möglich

Ein soziales Netzwerk aus Familienmitgliedern und guten Freunden ist oft die beste Hilfe bei belastenden Alltagssituationen oder emotional stressigen Erfahrungen. Sie bieten Halt in stürmischen Zeiten und bilden eine Hilfsstruktur, die Kraft spendet und das Verarbeiten der Belastungen leichter werden lässt. Zusätzlich bringt viel Bewegung, am besten an der frischen Luft, Erleichterung. Sport baut Stress ab, aktiviert den Kreislauf und wirkt stimmungsaufhellend. Die beste Wahl sind hierbei Ausdauersportarten.

Halten die Depressionen länger an, können sie oft nur noch mit professioneller Hilfe in der Psychotherapie behandelt werden. Die Anamnese der Lebenserfahrungen gibt dem Therapeuten oft wichtige Hinweise über die Auslöser der Depression. Sind etwa schwierige Beziehungen zu anderen Menschen, Konflikte oder Traumata der Auslöser, werden sie aufgearbeitet. Mit verschiedenen Methoden werden die ständig wiederkehrenden negativen Gedanken und die Auslöser der Depression analysiert und durch positive Sichtweisen ersetzt. Der Patient bekommt zusätzlich ein Training in Selbstvertrauen und Selbstsicherheit, um langfristige Erfolge zu erzielen, denn der Betroffene soll auch ohne Psychotherapeuten zukünftig positiv denken und agieren können.

Bestimmte Medikamente, sogenannte Antidepressiva, können stimmungsaufhellend auf das Gehirn wirken und werden unterstützend in vielen Fällen eingesetzt. Ihre Wirkung setzt zeitverzögert ein und muss über einen längeren Zeitraum verschrieben werden, um Rückfälle zu vermeiden. Manisch-Depressive erhalten während ihrer manischen Phasen andere Medikamente als Antidepressiva, die ihre Symptome lindern.
Ein natürliches Heilmittel ist Johanniskraut, was seit Jahrhunderten als Antidepressivum eingesetzt wird. Es ist allerdings nicht unumstritten, da die Dosierung relativ hoch sein muss, um wirkungsvoll zu sein. Nebenwirkungen wie Lichtempfindlichkeit sowie Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten sind nicht ausgeschlossen.

Besonders bei der Winterdepression hat sich die Lichttherapie als wirksam herausgestellt. Die Saisonal Abhängige Depression hat ihre Ursache in der zu geringen Lichteinwirkung auf das menschliche System und kann durch große Lichtstärken aus Speziallampen gemildert werden. Die Therapie sollte mindestens zwei Wochen mit einer täglichen Bestrahlung von etwa einer halbe Stunde bis 40 Minuten eingesetzt werden. Besserung erfolgt oft schon spontan.

Unbekannter, aber sofort wirksam, ist die sogenannte Wach-Therapie, bei welcher der Patient einem gezielten Schlafentzug unterzogen wird. Bei dieser Methode muss die zweite Nachthälfte durchwacht werden und erst am darauffolgenden Abend darf der Betroffene sich schlafen legen. Fortgeführt wird der Schlafentzug für weitere zwei bis drei Nächte. Dieser Einschnitt in die Routine wirkt stimmungsaufhellend, ist aber nur von kurzfristiger Dauer. Dafür kann diese Methode aber einfach und kostenfrei in den Therapieplan mit aufgenommen werden.
Vorbeugender Schutz durch positives Denken

Fazit zu Ursachen und Arten von Depression

Wer ein ganzheitliches Leben führt, eine positive Lebenseinstellung hat, seine Familie und den Freundeskreis pflegt, ist besser vor Ursachen und Arten von Depression geschützt als andere. Es ist nicht möglich – und nicht ratsam -, allen negativen Erfahrungen und belastenden Ereignissen aus dem Weg zu gehen. Ein gutes soziales Netzwerk mildert die Auswirkungen solcher äußerer Umstände auf Seele und Körper und die Gesundheit kann geschützt werden. Wer Freude an seinen Beziehungen und Hobbys hat und sich immer wieder positive und erreichbare Ziele steckt, schafft die beste Basis für ein ausgeglichenes Seelenleben. Schicksalsschläge treffen dann nicht so hart und Depressionen können abgewehrt werden.

Top Artikel in Gesundheit